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Mosel

Pilger brechen aus dem Hamsterrad aus

Noch liegt Nebel im Moseltal, als die 70 Jakobuspilger aufbrechen. Nach einer Führung durch die Stiftskirche St. Castor in Karden mit anschließendem geistigen Impuls machen sie sich auf den Weg. Zwei Etappen auf dem Mosel-Camino haben sie sich am ersten Aprilwochenende vorgenommen, am Samstag sind es 27 Kilometer Wegstrecke von Karden nach Bullay, am Sonntag sind 23 Kilometer bis Traben-Trarbach zu bewältigen.

70 Pilger sind zwei Tage lang auf dem Mosel-Camino gewandert.
70 Pilger sind zwei Tage lang auf dem Mosel-Camino gewandert.
Foto: Privat

Mosel – Noch liegt Nebel im Moseltal, als die 70 Jakobuspilger aufbrechen. Nach einer Führung durch die Stiftskirche St. Castor in Karden mit anschließendem geistigen Impuls machen sie sich auf den Weg. Zwei Etappen auf dem Mosel-Camino haben sie sich am ersten Aprilwochenende vorgenommen, am Samstag sind es 27 Kilometer Wegstrecke von Karden nach Bullay, am Sonntag sind 23 Kilometer bis Traben-Trarbach zu bewältigen.

Schon kurz hinter Treis-Karden setzt sich die Sonne gegen den Nebel durch und begleitet die Pilger den ganzen ersten Tag. Der Weg führt durch Wälder und Weinberge, dazu kommt immer wieder der Blick auf die Mosel. Doch das Naturerlebnis allein erklärt nicht die große Nachfrage nach dieser Pilgertour. „Es ist den Menschen ein Bedürfnis“, sagt Pastoralreferent Johannes Rau, der das Pilgerwochenende in Zusammenarbeit mit der Trierer St. Jakobusbruderschaft organisiert hat. „Manche sind dabei, weil sie ihre Heimat näher kennen lernen wollen, andere sind auf großer Pilgerreise beispielsweise nach Santiago de Compostela, Rom oder Jerusalem.“

Roman Schneider ist zum ersten Mal als Pilger unterwegs, Freunde haben ihn auf das Angebot aufmerksam gemacht. „Ich kannte diesen Weg noch nicht, gleichzeitig möchte ich die Zeit zur inneren Einkehr nutzen“, sagt der 60-Jährige. Gabi Schmitt hingegen war schon auf dem Jakobsweg in Nordspanien unterwegs. Sie ist in Karden geboren, lebt mittlerweile aber im hessischen Marburg. „Ich bin in der St. Castor-Kirche in Karden getauft worden, an der wir heute gestartet sind, da hatte ich große Lust hier dabei zu sein“, sagt die 62-Jährige. „Beim Pilgern kann ich die Gedanken und Gefühle, die mich bewegen, besser spüren als sonst“, berichtet sie von ihren Erlebnissen.
Diese Aussagen sind laut Pastoralreferent Johannes Rau typisch für Pilgerreisende. „Viele sagen, dass sie den Alltag, in dem sie quasi wie im Hamsterrad laufen müssen, unterbrechen wollen und beim Pilgern einen anderen Lebensrhythmus bekommen“, berichtet Rau. „Es geht darum, dass sie sagen können: ‚Hier habe ich Christus ein wenig persönlich erfahren, das hat mich auf neue Gedanken gebracht’.“

Insgesamt ist der Mosel-Camino rund 180 Kilometer lang, er führt von Koblenz-Stolzenfels zum Grab des Apostels Matthias nach Trier.

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