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Cochem-Zell

Langen: "Gefährliche Nähe" ist an den Haaren herbeigezogen

Der CDU-Europaabgeordnete Dr. Werner Langen hat nochmals bestritten, zu dem Ex-Agenten Werner Mauss private, geschäftliche oder politische Beziehungen gehabt zu haben. Ebenso habe es zu seiner Zeit als CDU-Kreisvorsitzender keine Spenden von Werner Mauss oder seines Anwalts an den CDU-Kreisverband gegeben. Er habe den Ex-Agenten erstmals beim 60. Geburtstag von Manfred Schnur gesehen (die RZ berichtete). Vorwürfe, er habe eine „gefährliche Nähe“ zu dem Ex-Agenten, nannte der Europapolitiker Werner Langen deshalb als „völlig falsch und an den Haaren herbeigezogen“.

Foto: Kevin Rühle

Anlass für die Medienberichte war ein aufgetauchtes Schreiben von Werner Langen vom Dezember 1989 an den damaligen Cochem-Zeller Landrat Rudolf Schwan, in dem er sich nach einer Bauvoranfrage für ein Gestüt im Hunsrück erkundigte. Wie der CDU-Politiker nun betont, handelte es sich dabei lediglich um eine Informationsanfrage als direkt gewählter Landtagsabgeordneter, die auf Bürgeranfragen aus der Region zurückgegangen sei.

Dass es hier offenbar in der Tat lediglich um eine Informationsanfrage ging, zeigt auch die der RZ vorliegende Antwort von Landrat Rudolf Schwan vom 21. Dezember 1989. Denn darin teilt der Landrat dem CDU-Abgeordneten mit, dass die Bauanfrage der Firma Nolilane in der beantragten Größe mit 50 bis 60 Tieren so nicht genehmigungsfähig sei, da für eine solche Anzahl von Tieren das dafür nachzuweisende Eigen- oder Pachtland nicht zur Verfügung stehe. Allerdings regte die Kreisverwaltung hier ein Gespräch mit dem Rechtsanwalt des Antragsstellers an, um dennoch eine genehmigungsfähige Anlage zu erhalten.

Handschriftlich verweist Landrat Rudolf Schwan dabei auf ein Telefonat mit dem Anwalt und verweist auf ein anvisiertes Gespräch im Januar, an dem auch Vertreter der Landwirtschaftskammer, des Bauamtes, des Bauern- und Winzerverbandes und der Beratungsstelle in Kaisersesch teilnehmen sollten. Kritisch äußert sich Langen zum Vorgehen des SPD-Landtagsabgeordneten Benedikt Oster (Binningen), der sich an den Präsidenten des Europäischen Parlamentes gewandt hatte und in einem Schreiben die Neutralität des CDU-Politikers, der auch Vorsitzender des EU-Ausschusses zu den „Panama-Papers“ ist, hinterfragt. Aufgrund seines Alters könne Benedikt Oster wahrscheinlich die Situation des Jahres 1989 in der Hunsrückregion nach dem Konkurs der Hunsrücker Stuhlfabrik Theisen und dem damit verbundenen Verlust vieler Hundert Arbeitsplätze nicht kennen, meint Langen. Aber vielleicht solle der SPD-Abgeordnete einmal „bei den eigenen Genossen vor Ort und in Mainz nachfragen, die seit Langem Verantwortung für alle Passangelegenheiten tragen“, so der CDU-Abgeordnete. Auch habe er gesehen, dass die Staatssekretärin Heike Raab (SPD) den Ex-Agenten Werner Mauss beim Geburtstag von Landrat Schnur als „alten Bekannten“ begrüßt habe. dj

Cochem Zell
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