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Daun/Ulmen

Kampf hat Erfolg: Onkologie in Daun weiter für Patienten da

David Ditzer

Die Freude am Maria-Hilf-Krankenhaus Daun ist groß: Die von der Schließung bedrohte ambulante Onkologie bleibt nun langfristig erhalten. Geschäftsführer Franz-Josef Jax sagte am Freitag bei einem Pressegespräch: „Wir sind seit gestern Besitzer eines Kassensitzes.“ Das ist wichtig, weil das Krankenhaus für die defizitär arbeitende Abteilung bislang nicht die Pauschale abrechnen konnte, wie sie niedergelassene Ärzte bekommen. Dass sich dies nun ändert, ist vor allem für die 600 Krebspatienten eine gute Nachricht, die jährlich in Daun behandelt werden. Etliche kommen auch aus dem Kreis Cochem-Zell.

Politik und Krankenhausleitung freuen sich über den Erhalt der ambulanten Onkologie am Dauner Krankenhaus.  Foto: David Ditzer
Politik und Krankenhausleitung freuen sich über den Erhalt der ambulanten Onkologie am Dauner Krankenhaus.
Foto: David Ditzer

Geschäftsführer Jax bedankte sich bei allen, die sich in der jüngeren Vergangenheit für den Erhalt der ambulanten Onkologie am Krankenaus Daun starkgemacht hatten. Besonders hob er das Engagement von Patienten und Bürgern hervor, lobte aber auch die lokale Politik sowie die in Kirchweiler lebende Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt (SPD) für ihre großes Engagement pro Onkologie in Daun. „Wenn man etwas erreichen will, dann geht das nur zusammen“, sagte Jax.

Das ist das Maria-Hilf-Krankenhaus in Daun. Zu den medizinischen Angeboten wird auch künftig eine ambulante Onkologie zählen. Die defizitäre Abteilung stand kurz vor dem Aus, doch Engagement vieler und eine Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung wendeten es ab.  Foto: Krankenhaus Maria Hilf GmbH
Das ist das Maria-Hilf-Krankenhaus in Daun. Zu den medizinischen Angeboten wird auch künftig eine ambulante Onkologie zählen. Die defizitäre Abteilung stand kurz vor dem Aus, doch Engagement vieler und eine Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung wendeten es ab.
Foto: Krankenhaus Maria Hilf GmbH

Noch bis zur Wochenmitte stand die ambulante Onkologie am Maria-Hilf-Krankenhaus vor dem Aus: 2005 eröffnet, wurden dort zunächst 30 Patienten behandelt, vorwiegend aus der Vulkaneifel. Deren Zahl stieg jedoch rasch auf rund 600 pro Jahr – mit bis zu 5000 Anwendungen. Betreut werden diese Menschen in Daun von zwei Fachärzten und drei Fachkrankenschwestern. Trotzdem schrieb die Abteilung rote Zahlen (zuletzt ging es um ein sechsstelliges Minus). Eben weil es die Behandlungen nicht so abrechnen konnte wie niedergelassene Ärzte. Das Aus schien fast unabwendbar.

Für Patienten wie Maria Dax aus Ulmen hätte es das Ende ihrer wohnortnahen Versorgung bedeutet. Sie hätte bei einer Schließung auf andere Therapieplätze ausweichen müssen, etwa in Trier, Wittlich, Koblenz oder Mayen. Wie andere Patienten legte sie in Arztpraxen, Apotheken, Geschäften und Betrieben Unterschriftenlisten gegen die Schließung der ambulanten Onkologie Daun aus. Dort wie auch über eine Onlinepetition kamen schnell Hunderte Unterschriften zusammen (die RZ berichtete).

Als Ausweg aus der Misere stellte das Krankenhaus beim Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung einen Antrag auf einen halben Kassensitz. Dann könnte nämlich auch das Krankenhaus die Pauschale abrechnen. Der Ausschuss, der am Mittwoch tagte, bewilligte den halben Kassensitz für den Onkologen Dr. Adalbert Henzel tatsächlich. „Dieser Kassensitz ist zeitlich unbegrenzt“, betonte Krankenhaus-Geschäftsführer Jax. Prokurist Günter Leyendecker erörtert erfreut, was das heißt: „Jetzt wird finanziert, was auch geleistet wird. Vorher hat die Abteilung 120 Prozent geleistet, aber nur 30 Prozent vergütet bekommen.“ Das Beste aus Sicht der Patienten schob Leyendecker gleich hinterher: „Die Räume sind die gleichen wie vorher, und die handelnden Personen sind die gleichen.“

Organisatorisch wird die ambulante Onkologie an das Medizinische Versorgungszentrum angedockt. Und der Kassensitz bringt auch „die gleichen Rechte und Pflichten mit, wie sie ein Kassensitzer zu erfüllen hat“. Formelle Fragen seien daher noch zu klären, weshalb Jax Patienten mit Therapieanfragen um etwas Geduld bittet. „Ja, es geht weiter, ja es kann sich gemeldet werden, aber nacheinander und bitte nicht alle auf einmal.“

MdL Astrid Schmitt unterstrich, der Zulassungsausschuss habe eine für Daun und die Region gute Entscheidung getroffen. Denn eine „wohnortnahe medizinische Versorgung“ sei für die Menschen in der Vulkaneifel enorm wichtig. Dass das Land diese auch der künftigen Krankenhausplanung im Blick habe, versicherte Dr. Alexander Wilhelm, Staatssekretär im Gesundheitsministerium. Heinz-Peter Thiel, Landrat des Kreises Vulkaneifel, sagte: „Hier kümmert man sich, hier steht man zusammen. Hut ab vor allen, die sich für den Erhalt Onkologie engagiert haben.“ Vor Bürgern, Patienten und dem Kreistag. Und Thiel bedankte sich auch bei der KV. Der Dauner Stadtbürgermeister Martin Robrecht hielt hocherfreut fest: „Das Krankenhaus hier ist ein Stück Attraktivität und Lebensqualität für Daun und die Region.“

Von unserem Redakteur David Ditzer

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