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Ulmen

Illegale Autorennen: Stadt Ulmen soll Polizei um Abhilfe bitten

Der BFU-Stadtratsfraktion zufolge kommt es im Umfeld des Ulmener Gewerbegebiets am Weiher vermehrt zu gefährlichen und lauten illegalen Autorennen. Aus Sicht der BFU sollte der Rat die Installation von Hindernissen erwägen, um dem Problem beizukommen. Doch letztlich entschied man anders.

Auf der Straße "Am Weiher" im Ulmener Industriegebiet kommt es nach Angaben der BFU-Stadtratsfraktion vermehrt zu illegalen Autorennen. Nun soll die Polizei nach Möglichkeit etwas dagegen unternehmen. So hat es der Rat beschlossen.
Auf der Straße "Am Weiher" im Ulmener Industriegebiet kommt es nach Angaben der BFU-Stadtratsfraktion vermehrt zu illegalen Autorennen. Nun soll die Polizei nach Möglichkeit etwas dagegen unternehmen. So hat es der Rat beschlossen.
Foto: David Ditzer

Von unserem Redakteur David Ditzer

Wegen illegaler Autorennen, die angeblich auf der Straße "Am Weiher" und auf Parkplätzen ausgetragen werden, sollen sich Ulmens Stadtbürgermeister Thomas Kerpen und die Verbandsgemeindeverwaltung für eine stärkere Präsenz der Cochemer Polizei starkmachen. So hat es der Stadtrat während seiner Sitzung am Dienstagabend im Gemeindeaus "Am Maar" beschlossen. Das Gremium hatte sich auf Antrag der Fraktion "Bürger für Ulmen" (BFU) damit befasst.

Ratsmitglied Rolf Weber wählte im Sitzungssaal klare Worte, um deutlich zu machen, dass es keine Lappalie ist, um die es ihm und seinen Mitstreitern von der BFU-Fraktion geht. Weber: "Es wird gerast, was das Zeug hält." Zudem übten die Delinquenten das Autofahren respektive das Rutschen unter Einsatz der Handbremse. "Das Quietschen ist selbst bei mir in der Waldstraße noch zu hören, und ich wohne bekanntlich nicht gerade in der Nähe", führte Weber aus.

Möchtegernrennfahrer vergleichen PS ihrer Autos

In der Tat liegt die Waldstraße nicht unbedingt in der Nähe der Straße "Am Weiher", die das Gewerbegebiet mit dem Jungferweiher und der Realschule plus Vulkaneifel verbindet. Dort treffen sich, so kommt es Weber und dem Ersten Beigeordneten Karl Eckardt immer wieder – wortwörtlich – zu Ohren, Möchtegernrennfahrer, um die Pferdestärken ihrer Autos und ihr fahrerisches Können zu vergleichen.

Angesichts dieser gefährlichen und zugleich illegalen (siehe Zusatztext) Motormachtdemonstrationen warnte Weber: "Es dauert nicht mehr lange, bis es da mal richtig scheppert." So weit will es die BFU nach Möglichkeit erst gar nicht kommen lassen.

Driften auf Supermarktparkplätzen

Deshalb warb sie im Rat dafür, sich doch konkret zu überlegen, wie man diesen "Wahnsinn", wenn nicht beenden, so doch wenigstens erschweren könnte. Beispielsweise solle man über die Installation von Pollern oder Schwellen nachdenken. Für ihre illegalen Rennen nutzten die Fahrer nicht nur die schnurgerade Straße "Am Weiher", sondern übten auch das sogenannte Driften auf den Parkplätzen vor dem Aldi- und dem Edekamarkt. Die Polizei zu alarmieren, nütze wenig, denn bis diese eintreffe, seien Übeltäter in der Regel über alle Berge.

Einige Ratsmitglieder reagierten verblüfft auf das von der BFU-Fraktion geschilderte Ausmaß des Problems. Von einer illegalen Straßenrennszene in Ulmen zu sprechen, ging ihnen etwas zu weit. Auch Stadtchef Thomas Kerpen merkte an, bei der Polizei sei diesbezüglich bisher nur eine einzige Meldung eingegangen, und in der Sache laufe ein Strafverfahren. Das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde habe von solchen Vorfälle noch nichts erfahren.

Immer wieder sonntags ...

Das liegt aus Sicht des Beigeordneten Eckardt jedoch eher daran, dass sich viele Bürger nicht trauten, die Polizei zu informieren. Diese Rennen gebe es definitiv. Weber bekräftigte das. Vornehmlich an Sonntagabenden sei "das häufiger zu hören". Trotzdem wollten Eckardts und Webers Ratskollegen noch nicht so weit gehen, an besagten Stellen gleich Hindernisse bauen zu lassen.

Stattdessen beschloss der Rat einstimmig: Stadtchef Kerpen soll die Polizei in Cochem im Zusammenspiel mit der VG-Verwaltung über vermehrt eingehende Hinweise auf illegale Rennen informieren. Diese solle auf den angegebenen Straßen verstärkt Streife fahren, möglichst in Zivil.

Rennen mit Kraftfahrzeugen sind illegal

Nach Paragraf 29 der Straßenverkehrsordnung sind Rennen mit Kraftfahrzeugen verboten. Zudem heißt es in Absatz 2: „Veranstaltungen, für die Straßen mehr als verkehrsüblich in Anspruch genommen werden, bedürfen der Erlaubnis.“ dad

Cochem Zell
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