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Cochem

Energiedörfer tauchen in die Umsetzung ein

Die Energie effizienter einsetzen, möglichst von fossilen Energieträgern wegkommen – das steckt hinter der Grundidee des Energiedorf-Modells. Der Kreis Cochem-Zell ist in diesem Bereich Vorreiter.

Rege tauschten sich Experten und Vertreter der Energiedorf-Pilotkommunen an den Thementischen aus – ein fruchtbarer Abend. Foto: Thomas Brost
Rege tauschten sich Experten und Vertreter der Energiedorf-Pilotkommunen an den Thementischen aus – ein fruchtbarer Abend.
Foto: Thomas Brost

Von unserem Redakteur Thomas Brost

14 Gemeinden im Kreis Cochem-Zell haben sich auf den Weg gemacht, das Konzept umzusetzen, elf tauchen jetzt im neuen Jahr in die zweite Projektphase ein. Eveline Lemke, die Wirtschaftsministerin des Landes, lobte in Cochem die Macher des Konzeptes, das landesweit einzigartig ist. Lemke: "Ich möchte, dass Sie damit gewinnen, Sie sehen alle entschlossen aus", appellierte sie im Kapuzinerkloster an die gut 100 Bürger aus den Teilnehmergemeinden.

Nachdem die Gemeinden das Jahr 2015 dafür genutzt haben, sogenannte Quartierskonzepte aufzustellen und diese mit Experten zu besprechen, steht jetzt die Umsetzung mit einem Maßnahmenkatalog an. Dazu bekommt jede Gemeinde einen Sanierungsmanager an die Hand, dessen Wirken von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezuschusst wird. "Eine detaillierte Berechnung der Maßnahmen wird zu einer Blaupause führen, die man umsetzen kann", erläuterte Dr. Alexander Reis vom begleitenden Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) am Umweltcampus Birkenfeld. Das Cochem-Zeller Konzept wird auch anderen Landkreisen vorgestellt, der Rhein-Hunsrück-Kreis ist bereits mit von der Partie.

An diesem Abend hatten die Gemeinden die Gelegenheit, an vier moderierten Thementischen ihre Projektidee vorzustellen und über die Umsetzung zu sprechen. Wie Blankenraths Ortsbürgermeister Jochen Hansen, der am EVM-Stand die Experten fragte: "Was machen wir mit der Fotovoltaikanlage, wenn die Förderung ausläuft?" Ein weiteres Interesse der Hunsrückgemeinde ist die Umrüstung der Straßenleuchten auf LED, möglichst in einem autarken Betrieb. Rasch entspann sich ein Gespräch, genauso wie an den anderen Tischen, an denen mehrere Banken, das RWE und die Verbraucherberatung Auskunft gaben. Zuvor hatten die Energieversorger, die Banken, der Landkreis, die Verbraucherberatung sowie das Wirtschaftsministerium eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der eine Premiumpartnerschaft besiegelt wird.

Näher vorgestellt wurden die Quartierskonzepte der Gemeinden Ernst, Gevenich und Treis-Karden. In Ernst ist ein charakteristischer Bereich als Quartier abgegrenzt worden. Zur Auftaktveranstaltung vor drei Wochen hatten sich dies 35 Bürger angehört. "Man spürt, dass die Ernster Interesse haben", sagte Professor Oliver Türk von der Fachhochschule Bingen. In Gevenich läuft derzeit eine Befragung von Bürgern, ob Interesse zur Mitarbeiten an dem Modell besteht. Und in Treis-Karden soll im Januar bei der Auftaktveranstaltung angesichts der "relativ großen Energieverbräuche im öffentlichen Bereich" (Türk) über einen Nahwärmeverbund nachgedacht werden. Ferner wird in der Doppelgemeinde der Parkraum untersucht, eventuell soll daraus ein Leitsystem entstehen. Es gehe um die Frage, so Sebastian von Bredow vom Planungsbüro Stadt-Land-plus, was "an parkendem Verkehr vermieden werden kann".

Allen gemeinsam sei die Aufgabe, über die Symbiose von Energie, Klimaschutz, äußerem Erscheinungsbild und Baukultur zu reden – und danach zu handeln. "Alles, was Kohlendioxid reduziert, ist sinnvoll", sagte Bredow.

Cochem Zell
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