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    Koblenz/Zilshausen

    Drogenanbau: Sieben Jahre Haft für Niederländer

    Es war ein spannender Fall vor dem Koblenzer Landgericht, der sich über mehrere Prozesstage erstreckte. Ein 45-jähriger Niederländer wurde wegen bewaffneten Drogenhandels zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

    Weil er im Hunsrückdorf Zilshausen eine große Drogenplantage betrieb, ist eine Niederländer (45) vom Landgericht Koblenz zu einer Haftstrafe von 7,5 Jahren verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
    Weil er im Hunsrückdorf Zilshausen eine große Drogenplantage betrieb, ist eine Niederländer (45) vom Landgericht Koblenz zu einer Haftstrafe von 7,5 Jahren verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
    Foto: dpa

    Der Mann hatte in Zilshausen eine professionelle Marihuanaplantage mit 680 Pflanzen und einer Produktion von gut 15 Kilogramm betrieben. Aufgeflogen war er, weil sein Wohnhaus im September 2016 in Brand geriet und die Feuerwehr in der Scheune des Anwesens die Plantage entdeckte.

    Die Existenz der Plantage hatte der Mann von Anfang an zugegeben, allerdings erklärte er, ein Bekannter habe sie eingerichtet, womit er Schulden bei diesem Bekannten habe abtragen können. Er selbst sei in den Hunsrück gezogen, weil es ihm dort gut gefallen hätte. Er wollte nach einschlägigen Vorstrafen in den Niederlanden ein neues Leben beginnen, auch und gerade mit seiner neuen Lebensgefährtin und deren kleiner Tochter. Genau das nahm ihm das Gericht nicht ab. Im Haus nämlich waren keine nennenswerten Umbauarbeiten erkennbar, auch die Möbel der verstorbenen Vorbesitzerin standen noch dort.

    Er war der Doofe, der den Kopf hinhält, den Gärtner macht und noch dazu auf dem Klingelschild steht.

    Verteidiger Ingo Lindemann

    Anders in der Scheune: Dort war eine hochprofessionelle Cannabisplantage angelegt worden, die selbst den Ermittlungsleiter der Polizei beeindruckte. „Ich habe viel mit Drogendelikten zu tun, für mich gehört diese Anlage unter die Top Ten“, sagte er im Prozess aus. Nun ist der Angeklagte seit mehr als 30 Jahren ein gewohnheitsmäßiger Kiffer, weshalb die Verteidigung darauf abhob, dieses „Meisterwerk“ könne nicht von ihm stammen, besonders im Zusammenspiel mit der recht verwahrlosten Wohnung. Oder, wie es Verteidiger Ingo Lindemann formulierte: „Er war der Doofe, der den Kopf hinhält, den Gärtner macht und noch dazu auf dem Klingelschild steht.“

    Die Vorsitzende Richterin Katja Major und ihre Kammer sahen dies anders. Für sie war klar, dass der Angeklagte das Haus bloß bezogen hat, um dort eine Plantage zu betreiben. Dass er dabei Helfer hatte, sei klar, die ließen sich aber im Prozessverlauf nicht benennen. Es fanden sich zudem im Wohnzimmer eine funktionsfähige Gasdruckpistole samt Munition und eine Armbrust mit Pfeilen. Daher ist nach Meinung des Gerichts der Tatbestand des bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln erfüllt. Das sichergestellte Marihuana entsprach dem 300-Fachen der „nicht geringen Menge“. Und auch den „Neustart“ in Deutschland glaubte die Kammer dem Mann nicht.

    Er habe sich in keiner Weise um Arbeit bemüht, stattdessen verdiente er sein Geld am Wochenende in einem Swingerklub. Darüber hinaus habe er wohl ausreichend mit der Pflege der Pflanzen zu tun gehabt. Seine Angaben, jemand anders habe die Plantage betrieben und er habe das erst spät kapiert, bezeichnete Richterin Katja Major als „lebensfremd“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Von unserem Mitarbeiter Thomas Krämer

    Cochem Zell
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