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Cochem/Valwig

Brand im Weinberg: Großfeuer könnte Winzer teuer zu stehen kommen

Dieter Junker

Der große Flächenbrand in den Valwiger Weinbergen im März könnte einen Winzer teuer zu stehen kommen. Die Verbandsgemeinde (VG) Cochem ist der Auffassung, dass der Mann, der vermutlich das Feuer verursacht hat, grob fahrlässig handelte.

Für diesen Großeinsatz der Feuerwehr im Weinberg soll nun ein Winzer zahlen.
Für diesen Großeinsatz der Feuerwehr im Weinberg soll nun ein Winzer zahlen.
Foto: Thomas Brost

Sie hat ihm daher den Feuerwehreinsatz in Rechnung gestellt. Rund 52.000 Euro soll er zahlen. Dagegen hat der Winzer Widerspruch eingelegt, derzeit verhandelt darüber der Kreisrechtsausschuss. Sechs Stunden lang hielt Ende März ein Brand in den Valwiger Weinbergen einige Feuerwehren in Atem. 15 Wehren waren, oft in sehr unwegsamem Gelände, im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen, mehr als 150 Floriansjünger waren vor Ort, auch ein Hubschrauber und die Bücheler Flugplatzfeuerwehr mussten anrücken. Auslöser war offenbar ein kleines Feuer, das der Winzer am Fuße des Hanges entzündet hatte, das dann aber außer Kontrolle geriet und aufgrund der Windböen auf den gesamten Weinberg übergriff.

Für die VG Cochem war dieses kleine Feuer ein „grob fahrlässiges Verhalten“. Denn zu dem Zeitpunkt hätte es eine längere Trockenperiode gegeben, die Wetterlage sei ungünstig gewesen. Außerdem seien nach dem 1. März Rodungsarbeiten in Weinbergen verboten, Ausnahmefälle müssten angezeigt werden, was hier nicht erfolgt sei. Und der Winzer habe auch keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um ein Feuer löschen zu können. „Der Mann war durchaus in der Lage, dies alles abzuschätzen, bei der extremen Warmwetterlage ist ein Ausweiten des Feuers nicht unvorhersehbar gewesen. Das war in unseren Augen grob fahrlässig“, unterstrich Udo Bukschat, der Leiter des Ordnungsamtes der VG Cochem, in der der mündlichen Verhandlung des Kreisrechtsausschusses.

Der Anwalt des Winzers, der selbst nicht zur Verhandlung erschienen war, widersprach dem. Es war „vielleicht gutes Wetter“, aber keines, das eine Brandgefahr bedeutet hätte. Der Wind sei zudem erst aufgefrischt, als das Feuer schon entzündet war. Für ihn jedenfalls sei keine grobe Fahrlässigkeit erkennbar, betonte er im Kreisrechtsausschuss.

Die Vorsitzende des Ausschusses, Alexandra Cooper, verwies hier auf die Messergebnisse des Deutschen Wetterdienstes an einer Valwiger Messstation. So sei der 28. März ein für die Jahreszeit besonders warmer Tag gewesen, mit Spitzentemperaturen von bis zu 24 Grad. Auch die Tage davor hätte es so gut wie keinen Niederschlag gegeben, an dem Tag selbst hätte eine schwache bis frische Brise vor Ort geherrscht mit Windgeschwindigkeiten zwischen vier bis neun Meter pro Sekunde. Zu einer Einigung in der mündlichen Verhandlung zwischen den beiden Parteien kam es jedenfalls nicht. Die Verbandsgemeinde beantragte, dem Widerspruch nicht stattzugeben, der Anwalt des Winzers hielt seine Forderung, den Bescheid aufzuheben, weiter aufrecht. Nun muss der Kreisrechtsausschuss entscheiden. Mit einer Entscheidung ist Anfang nächster Woche zu rechnen.

Dieter Junker

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