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Cochem

Bauhof Cochem: Hier werden sogar die Primeln selbst gezogen

Kevin Rühle

Uwe Schaaf ist in Cochem ein gefragter Mann. Der Ulmener leitet den Bauhof der Kreisstadt Cochem, sein Handy bimmelt beständig, während er im Aufenthaltsraum mit Mitarbeitern über anstehende Arbeiten spricht. „Nur 14 verpasste Anrufe in 30 Minuten, nicht viel los“, scherzt Schaaf nach einem Blick auf den Bildschirm des Gerätes. Die 16 Mitarbeiter des Bauhofes haben derzeit gut zu tun, sie bereiten die Stadt auf die neue Tourismussaison vor.

Noch sind nicht alle Folgen des jüngsten Hochwassers beseitigt, schon steht die erste große Veranstaltung der Stadt vor der Tür. Mit dem Ostermarkt beginnt in Cochem die Saison, Dutzende Bänke müssen aufgestellt, Spielplätze wieder aufgebaut und die Anlagen an der Moselpromenade bepflanzt werden. Viele Aufgaben, die in anderen Gemeinden an externe Firmen vergeben werden, übernimmt Cochem lieber selbst. „Und das lohnt sich“, ist Uwe Schaaf überzeugt. So finden sich auf dem Bauhof in Cond unterhalb des Krankenhauses zwei Gewächshäuser, in denen Primeln wachsen und Bananenstauden überwintern. Bei tropischen Temperaturen ziehen die vier Gärtner der Stadt die Pflanzen heran, die in die vielen Kübel und Beete eingesetzt werden – immerhin 16.000 pro Jahr. Vor zwei Jahren mussten die Bauhofmitarbeiter sogar kurz vor einem Hochwasser viele Blumen wieder ausbuddeln, um sie vor der Flut zu schützen.

In den nächsten Wochen wird das gesamte Stadtmobiliar, das im Winter repariert und gestrichen wurde, wieder aufgebaut. Dutzende Bänke stehen derzeit auf dem Gelände in Cond, die Mülleimer wurden gestrichen und für die Schachfiguren am Moselufer haben die Mitarbeiter neue Kisten gebaut. Die Kehrmaschine rückt bald wieder täglich aus und die Treppe zwischen Kelberger Straße und In der Hohl muss nach dem Frost auch noch gesetzt werden – viele Baustellen, die gleichzeitig aufkommen.

In einer der Werkhallen des Bauhofs sprühen derweil die Funken. Ein junger Handwerker schweißt für den Cochemer Friedhof eine riesige Rosenranke zusammen, die eine Urnenwand schmücken soll. Dabei sorgt der Bauhof nicht nur für Ordnung und Sauberkeit auf dem Friedhof, die Mitarbeiter heben auch die Gräber aus und geben Cochemern das letzte Geleit.

Sobald die Saison wieder losgeht, ist die Müllentsorgung einer der großen Aufgaben. Im Stadtgebiet werden viele Mülleimer zweimal täglich geleert, dazu gibt es sogar ein eigenes Fahrzeug samt Presse. Und auch für die bis zu acht Schiffe, die am Cochemer Hafen anlegen können, übernimmt die Stadt die Müllentsorgung – und hält die technischen Anlagen instand. „Das Müllaufkommen in der Stadt ist gigantisch“, sagt Schaaf. Geleert wird an 365 Tagen im Jahr.

Damit der große Maschinen- und Fuhrpark der Stadt reibungslos läuft, kümmern sich zwei Kfz-Mechaniker um die Fahrzeuge. Was selbst gemacht werden kann, wird vor Ort erledigt. Und in den nächsten Tagen wird der Unimog wahrscheinlich nicht mehr die Straßen zum Krankenhaus oder andere Steilstrecken von Eis und Schnee befreien. Für die Mitarbeiter des Bauhofs folgt jetzt die Veranstaltungssaison – und da gibt es in Cochem im Sommer mehr als genug zu tun.

Von unserem Redakteur Kevin Rühle

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