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    Widerstand gegen Windräder wächst in Bermel

    Der Kampf gegen die geplanten Windkrafträder auf dem Kalenborner Feld ist eröffnet. Die 350-Seelengemeinde Bermel stemmt sich gegen den geplanten Bau von insgesamt fünf Windrädern im direkten Umkreis. Mittlerweile hat sich sogar schon eine Bürgerinitiative "Gegenwind in Bermel" formiert. Für Dienstagabend luden die beiden Initiatoren, Andy Hellen und Andreas Conrad, zur ersten Infoveranstaltung in das Bermeler Gemeindehaus ein. Rund 100 Zuhörer aus dem Ort und den Nachbargemeinden zeigten sich nach den Ausführungen der Windkraftgegner entsetzt.

    Ortsbürgermeister Hans-Peter Isbert, Andy Hellen, Reinhold Jansen, Andreas Kiefer, Bruno Schumacher und Andreas Conrad (von links) stemmen sich mit ihrer Initiative gegen den Bau von Windrädern. Foto: Julian Turek
    Ortsbürgermeister Hans-Peter Isbert, Andy Hellen, Reinhold Jansen, Andreas Kiefer, Bruno Schumacher und Andreas Conrad (von links) stemmen sich mit ihrer Initiative gegen den Bau von Windrädern.
    Foto: Julian Turek

    Von unserem Mitarbeiter Julian Turek

    "Wir müssen diesen Wahnsinn stoppen", forderte Hellen, der als Anwohner selbst direkt betroffen ist. In 800 Metern Entfernung zu seinem Grundstück solle eine Windkraftanlage gebaut werden. Die Initiative befürchtet von den Anlagen, Zuwegungen und Stromableitungen noch nicht absehbare Gefährdungen seltener Tierarten, Schädigung der Bodenschutzfunktion vom Wald, nachlassende Attraktivität für den Tourismus und Zerstörung unversehrter Landschaft mit ihrer Klimaschutzfunktion. "Ende November habe ich durch Zufall vom geplanten Bau erfahren. Weil 80 Prozent des Windes aus dem Westen kommt, werden wir diese Anlagen spüren", ist Hellen überzeugt. Er fragte: "Unser Landschaftsbild wird komplett zerstört. Wer will, wenn die Dinger stehen, in Bermel noch bauen?"

    Freund Andreas Conrad wurde in seinen Ausführungen noch deutlicher. Mit Hilfe von Bildern, die von Windkraftanlagen getötete Tiere zeigten, attackierte er die Planer. "Wir sind nicht gegen Windkraft, aber hier macht das überhaupt keinen Sinn. Es wird sich nicht rentieren, aber unsere Natur wird zerstört", schimpfte Conrad, der mit seiner Frau in Bermel erfolgreich Ferienwohnungen vermietet. "Damit mich niemand falsch versteht, es geht auch um Existenzen. Wir werden mit den Windrädern an Attraktivität verlieren, niemand möchte dann mehr so schnell nach Bermel kommen", ist Conrad überzeugt. Schutzgebiete von Kranichen, Fledermäusen, verschiedensten Bussarden, Wachteln und Milanen würden zerstört. "Wir haben hier ein ganz sensibles Gebiet. Diese Tiere stehen unter Bestandsschutz", machte Conrad klar. Dazu käme der Schattenwurf, und der Lärm sei eine Belastung für den ganzen Ort, ebenso spielten der Wertverlust von Immobilien und Gesundheitsrisiken eine wichtige Rolle.

    Um ihre Kritik am geplanten Bau zu untermauern, waren mit Bruno Schumacher und Kinderarzt Reinhold Jansen (beide Mitglied der Initiative "Sturm im Wald" aus Gelberg) sowie Dr. Andreas Kiefer vom NABU auch drei Gastredner gekommen. Sie vertraten ihre Positionen jetzt auch in Bermel. Mediziner Jansen verwies auf angebliche Gesundheitsrisiken durch Infraschall, nicht hörbare Geräusche im Niederfrequenzbereich, die sich als Konzentrations-, Schlaf- oder Herzrhythmusstörungen auswirken könnten. "Gefährdet sind vor allem Kinder, Schwangere und ältere Menschen", erklärte er. Fledermausexperte Kiefer teilte den Zuhörern mit, dass alleine im vergangenen Jahr mindestens 250 000 Fledermäuse in Deutschland durch Windkraftanlagen getötet wurden. "In spätestens zehn Jahren stehen unsere Zwergfledermaus und der Mäusebussard deswegen auf der roten Liste und sind vom Aussterben bedroht", ist Kiefer überzeugt.

    Nach dem ersten Infoabend der Initiative steht fest: Der Widerstand gegen den Bau der Windkraftanlagen wächst. Mit Applaus wurden die Redner verabschiedet. "Wir müssen und werden eine breite Front bilden. Wir wollen die Anlagen in Bermel nicht", stellte Hellen zum Abschluss nochmals klar.

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