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    Andernach

    Trägerwechsel: Kirche übergibt zwei Kitas an die Stadt Andernach

    Das Bistum Trier ist seit Jahren auf Sparkurs, dabei wird auch vor den Kitas in kirchlicher Trägerschaft nicht haltgemacht. Kommunen wie die Stadt Andernach sind auf Dauer vielfach nicht mehr bereit, das auflaufende Defizit auszugleichen. Das hat nun Folgen in der Bäckerjungenstadt: Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwochabend beschlossen, dass die Kitas St. Marien in Eich und St. Peter zum 1. Januar 2018 in städtische Trägerschaft übernommen werden sollen. Dass der Stadtrat dieser Empfehlung folgt, darf als sicher gelten. Die Rhein-Zeitung beantwortet dazu die wichtigsten Fragen

    Die Kita St. Peter wechselt 2018 in städtische Trägerschaft, ebenso die Kita St. Marien in Eich.  Foto: Michael Fenstermacher
    Die Kita St. Peter wechselt 2018 in städtische Trägerschaft, ebenso die Kita St. Marien in Eich.
    Foto: Michael Fenstermacher

    Wie kommt es zu dem Trägerwechsel? Das Bistum hatte laut Pfarrer Stefan Dumont bereits 2010 den Betriebskostenzuschuss für die insgesamt zehn katholischen Kitas um 50.000 Euro auf circa 400.000 Euro gesenkt. Weil die Stadt nun nicht mehr bereit ist, dass Defizit wie bisher durch höhere Personal- und Sachkostenzuschüsse auszugleichen, ist das Bistum nicht mehr in der Lage, alle Einrichtungen fortzuführen. Indem die Stadt nach mehrmonatigen Verhandlungen mit dem Bistum die beiden Kitas in Eich mit insgesamt 90 Plätzen sowie neben der Grundschule St. Peter (70 Plätze) übernimmt – beide Gebäude befinden sich bereits im städtischen Eigentum – wird das Budget entlastet und kann auf die acht anderen Kindergärten aufgeteilt werden. „Damit kommen wir hin“, sagt Pfarrer Dumont.

    Was ändert sich für Kinder, Eltern und Erzieher? „Wir haben natürlich nicht mehr die Hoheit, das Programm vorzugeben“, erklärt Dumont. Er habe aber die Erfahrung gemacht, in kommunalen Kitas oft genauso willkommen zu sein wie in kirchlichen. „Wenn also der Wunsch nach einem Gottesdienst besteht, werden wir das gern ermöglichen“, sagt der Pfarrer. Ohnehin spielen und lernen besonders in der Kita St. Peter bereits jetzt Kinder aus vielen Religionen und Kulturen miteinander. Die circa 40 Mitarbeiterinnen müssen indes nicht um ihre Arbeitsplätze fürchten. „Wir suchen Erzieherinnen, wir entlassen keine“, betont Jugendamtsleiter Karl Werf. Die Übernahme aller Mitarbeiterinnen, „die das auch wollen“, sei Teil der Vereinbarung zur Betriebsübergabe. Die Eltern wurden bereits zu Beginn des Jahres über die anstehende Veränderung informiert.

    Wird die Stadt noch weitere Kitas übernehmen? Vorerst nicht. „Das Bistum ist nicht interessiert, weitere Einrichtungen abzugeben“, sagt Dumont, deshalb sei über die jetzige Entscheidung auch solange verhandelt worden. Allerdings wird die Kita St. Himmelfahrt, die sich noch in Trägerschaft der gleichnamigen Kirchengemeinde befindet künftig von der Kita gGmbH des Bistums betrieben, da die Gemeinden dafür keine eigenen Mittel mehr aufwenden dürfen.

    Wie sind die Kosten zwischen Stadt und Trägern aufgeteilt? In Andernach kommt die Stadt bei Kitas, die nicht von ihr betrieben werden, für 94 Prozent der Sach- und Personalkosten auf, 6 Prozent übernehmen die freien Träger, zu denen neben beiden Kirchen zum Bespiel auch die AWO gehört. Für Sanierungen sowie notwendige Erweiterungen gewährt die Stadt nach neuen Richtlinien, die der Jugendhilfeausschuss ebenfalls am Mittwoch verabschiedet hat, auf Antrag eine Förderung von 65 Prozent. Ausgeschlossen sind dabei Zuschüsse für Reparaturen, etwa wenn ein Dach undicht ist. Derzeit seien allerdings alle Gebäude in einem ordentlichen Zustand, stellte Bürgermeister Claus Peitz am Mittwoch fest.

    Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

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