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Mendig

Sturm aufs Rathaus: Närrischer Beschuss stürzt Mendigs Chef

Elvira Bell

Es kam beim Rathaussturm auf den Herrschaftssitz von Jörg Lempertz – mit Säbelträgern an vorderster Front, unterstützt durch die Artillerie im Hintergrund und mit ohrenbetäubenden Kanonenschlägen – so wie es kommen musste: Bis Aschermittwoch hat das siegreiche Dreigestirn Prinz Nico I., Bauer Luki und Jungfrau Marvin die Macht über ihre närrischen Untertanen übernommen. Dabei hatte der erste Bürger der VG Mendig zunächst Optimismus verströmt, ehe es ernst wurde.

Siegessicher hatte er die Angreifer, so wie es sich geziemt, freundlich willkommen geheißen. Auch die ersten Angriffe hatte das Verbandsgemeindeoberhaupt gemeinsam mit seinen Verbündeten noch auf die leichte Schulter genommen. Die Angreifer hatte er mit den herausfordernden Worten, dass sie das nie im Leben schaffen würden, provoziert. Doch auf Oberbefehlshaber Nicolas Junglas und auf die Garnisonen aus der Verbandsgemeinde Mendig ist voll und ganz Verlass.

Gegen dessen sprichwörtliche Schlagfertigkeit ist kein Kraut gewachsen, wie Lempertz nach seiner eigenen Kapitulation einräumte. Kein Wunder: Die vor Energie geradezu sprühende Tollität ist durch und durch gewieft. Die Verteidiger mussten rasch die Segel streichen. Auch die Unterstützung durch die Stadtsoldaten aus Bell und die Garde aus Rieden brachte nicht den erhofften Erfolg. Die „tapferen Soldaten“ hatten vor dem Eingang des historischen Gebäudeteils hinter einer massiven Mauer aus „echtem Mennijer Basalt“ Stellung bezogen. Sie leisteten erbitterten Widerstand. Und sogar ein geschickt von Lempertz eingefädeltes Ablenkungsmanöver – man wolle Prinz Nico zur Stärkung und zur Besänftigung der Situation seine Leibspeise Schinkennuddele servieren – verlief im Sande. Er erwäge zwar eine Blockade des Rathauses, verkündete der Prinz. Denn letztlich hat er schon vor, den Schreibtisch des Bürgermeisters zu erobern. Aber regieren kann er ja auch von woanders aus.

Die Prinzengarde baute auf seinen Befehl vor dem Rathaus einen Thron auf. Er werde sich sowieso neue Möbel anschaffen, wenn er in einigen Jahren Bürgermeister wird, verkündete seine Tollität, ehe seine Soldaten das Rathaus mit geballter Macht dann sturmreif schossen. Da bald ein Neubau entstehe, könne man ja bereits heute mit dem Abriss beginnen, spottete der Prinz in seiner „Kampfansage“. Es gab kein Halten mehr: „Du hast gewonnen. Ich übergebe dir meinen Schreibtisch und das Rathaus.“

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

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