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Rieden

Schläge nach der Weihnachtsdisco: Das sagen Zeugen

Hilko Röttgers

Die Weihnachtsdisco in der Mehrzweckhalle Rieden ist so gut wie vorbei, als die Lage eskaliert. Erst kommt es in der Nacht zum Mittwoch zu Rangeleien, dann wird ein 18-jähriger Riedener von einer Gruppe junger Leute krankenhausreif geprügelt. Wie haben die Beteiligten diese Situation erlebt? Das haben sie unserer Zeitung geschildert.

Nahe der Riedener Mehrzweckhalle haben mehrere junge Leute in der Nacht zum Mittwoch einen 18-Jährigen krankenhausreif geprügelt. Foto: Andreas Walz
Nahe der Riedener Mehrzweckhalle haben mehrere junge Leute in der Nacht zum Mittwoch einen 18-Jährigen krankenhausreif geprügelt.
Foto: Andreas Walz

Sebastian Schmidt ist einer der Organisatoren der Weihnachtsdisco, die auf Grundlage einer Pressemitteilung der Polizei zunächst noch als Abifeier bezeichnet wurde. „Die Feier hat um 20 Uhr begonnen“, erzählt Schmidt. „Wir hatten etwa 220 zahlende Gäste in der Halle, und dazu rund 30 Helfer.“ Der 25-Jährige ist Vorsitzender des Junggesellenvereins (JGV) Rieden, der die Weihnachtsdisco organisiert. Unterstützt wird der Verein von Schülern des Megina-Gymnasiums Mayen. Im Gegenzug erhalten Megina-Schüler eine Ermäßigung beim Eintritt. Sie zahlen an der Abendkasse statt 5 lediglich 4 Euro.

Bis tief in die Nacht verläuft die Weihnachtsdisco friedlich. Das ändert sich, als kurz vor Toresschluss noch neue Gäste in die Halle kommen. „Zuerst haben sie ganz normal ihr Bier gekauft“, erzählt Schmidt, der den Neuankömmlingen die Getränke selbst aushändigt und sogar ein kleines Trinkgeld bekommt. Die neuen Gäste zahlen 2 Euro für das Bier, das eigentlich nur 1,80 Euro kostet, berichtet der JGV-Vorsitzende.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Halle schon so gut wie leer. Vielleicht sind es noch zwei Dutzend Gäste, die sich auf der Party aufhalten. „Es war schon allgemeine Aufbruchstimmung“, erzählt Schmidt. Der Alkoholpegel bei vielen Besuchern „war dementsprechend hoch“.

Was der Grund für die folgenden Aggressionen ist, kann Schmidt nicht sagen. „Wir haben nur mitbekommen, dass es im Vorraum der Halle eine Rangelei gab.“ Die neuen Gäste sind daran beteiligt. „Wir als Veranstalter haben sie daher vor die Tür gesetzt und versucht zu schlichten.“ Allerdings ohne dauerhaften Erfolg. „Die sind dann in Richtung Metzgerei gegangen“, erzählt Schmidt. „Und da hat es richtig gekracht.“

Was sich rund 100 Meter von der Halle entfernt abspielt, beobachtet ein 17-jähriger Riedener aus nächster Nähe. Er ist gegen 3 Uhr mit Freunden auf dem Heimweg, „da kam uns eine kleine Gruppe aus 15 bis 20 Personen entgegen“, berichtet er. „Und da war schon Stress.“

Ein 18-jähriger Freund, der mit dem 17-Jährigen unterwegs ist, will die Lage entschärfen und spricht die andere Gruppe an. „Er hat gesagt: ,Macht mal ruhig jetzt, keine Schlägerei hier.‘“, erzählt der 17-Jährige. Es sind offenbar die falschen Worte, jetzt geht alles rasend schnell. „Die sind direkt mit drei, vier Leuten auf ihn losgegangen.“. Der 18-Jährige wird zu Boden geschlagen, die Angreifer treten auf ihn ein, verletzen ihn am Kopf. Nach einigen Sekunden lassen sie von ihm ab.

„Wir sind dann schnell da weg“, berichtet der 17-Jährige. Eigentlich wollen die jungen Leute nur noch nach Hause, doch ein weiterer Freund bemerkt, dass der 18-Jährige aus dem Ohr blutet. „Da haben wir den Rettungswagen gerufen.“ Von anderer Seite wird auch die Polizei alarmiert, die kurz darauf in Rieden eintrifft. Der 18-Jährige kommt ins Krankenhaus, wo er den folgenden Tag und die nächste Nacht bleiben muss. Erst am Donnerstag darf er wieder nach Hause. „Er sagt, es gehe ihm schon wieder ganz gut“, erzählt sein Freund.

Wie die Polizei Mayen am Mittwoch mitteilt, sind die Angreifer nach der Attacke in drei Autos davongefahren. Da Zeugen sich die Kennzeichen gemerkt haben, werden noch in derselben Nacht zwei Fahrzeuge in Mayen kontrolliert und bei Tatverdächtigen im Alter von 19 bis 22 Jahren fünf Blutproben entnommen. Außerdem stellen die Polizisten „relevante Bekleidungsgegenstände“ sicher, heißt es in der Pressemitteilung. Auf Nachfrage unserer Zeitung verweist die Staatsanwaltschaft Koblenz darauf, dass noch umfangreiche Ermittlungen erforderlich seien, „sodass durch die Ermittlungsbehörden über das bisher Veröffentlichte hinaus auch auf Nachfragen keine weiteren Auskünfte erteilt werden können“.

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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