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Rad-Wanderweg von Maifeld bis nach Bassenheim: Bundesamt stellt Bahnstrecke frei

Ochtendung/Bassenheim – Dort, wo früher Züge rollten, hat sich die Natur ihren Platz zurückerobert. Aber mit dieser Wildnis könnte bald ein Ende haben. Die Bahntrasse zwischen Ochtendung und Bassenheim wurde für eine anderweitige Nutzung freigestellt.

Nach der Nachricht vom Eisenbahn-Bundesamt trafen sich gestern die politisch Verantwortlichen am Rad-Wanderweg in Ochtendung.
Nach der Nachricht vom Eisenbahn-Bundesamt trafen sich gestern die politisch Verantwortlichen am Rad-Wanderweg in Ochtendung.
Foto: Anne Fuhrmann

Dort, wo früher Züge rollten, hat sich die Natur ihren Platz zurückerobert. Gestrüpp und Unkraut wuchern, Gras bedeckt die Schienen. Aber mit dieser Wildnis könnte es in Zukunft ein Ende haben. Die Bahntrasse zwischen Ochtendung und Bassenheim wurde von den Bahnbetriebszwecken entwidmet und für eine anderweitige Nutzung freigestellt. Eine gute Nachricht für die Ortschefs der beteiligten Gemeinden und die Bürgermeister der beiden betroffenen Verbandsgemeinden Maifeld und Weißenthurm, denn sie möchten den RadWanderweg Maifeld bis nach Bassenheim verlängern. Sie trafen sich am alten Bahnhof in Ochtendung.

Erst kürzlich kam der Freistellungsbescheid des Eisenbahnbundesamts in den beiden Verwaltungen an. Er war bereits seit Längerem sehnsüchtig erwartet worden, weil er die Voraussetzung für die weitere Planung ist. Bisher endet der Rad-Wanderweg kurz vor dem alten Bahnhof in Ochtendung. Nach dem Wunsch beider Verbandsgemeinden soll er künftig von dort fortgeführt werden und bis zur Kreisstraße 66 am ehemaligen Bahnübergang kurz vor dem Bahnhof Bassenheim reichen. Ein 2,6 Kilometer langer Abschnitt liegt auf Ochtendunger Gemarkung. Die übrigen 3,5 Kilometer, die auch das Viadukt "Hohe Brücke" beinhalten, gehören zu Bassenheim. Derzeit ist der Rad-Wanderweg Maifeld etwa 30 Kilometer lang und führt von Mayen bis Polch und von dort nach Münstermaifeld und Ochtendung.

Auf Gesamtkosten von rund 1,6 Millionen Euro wird die Fortsetzung des Radwegs geschätzt. Der größere Anteil sollen die Ortsgemeinde Bassenheim und die Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm mit rund 900 000 Euro tragen. Die übrigen Kosten soll die VG Maifeld übernehmen. Erwartet werden allerdings Zuschüsse des Landes und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises.

Von Bassenheim aus sollen die Radfahrer Anschluss an weitere Strecken erhalten. Zum einen könne der Radweg an der Kreisstraße 88 genutzt werden, um die Radfahrer nach Mülheim-Kärlich und zu anderen Orten der Verbandsgemeinde zu bringen, erklärte Georg Hollmann, Bürgermeister der VG Weißenthurm. Zum anderen seien Gespräche mit der Stadt Koblenz und dem Landkreis im Gange. Angedacht ist es dabei, Wirtschaftswege zu nutzen, die nach Koblenz führen.

"Von Mayen aus durchgehend nach Koblenz radeln, das ist unser großer Wunsch", sagte auch Maximilian Mumm, Bürgermeister der VG Maifeld. Er hofft, dass mit den konkreten Planungen im Frühjahr 2014 begonnen werden kann. Mit dem Anschluss an andere Wege wollen die Gemeinden den Tourismus fördern.

Mit der Bestandskraft des Freistellungsbescheids wird der Ende 2010 von Rita Hirsch, Ortsbürgermeisterin von Ochtendung, und Jürgen Häfner, Ortschef von Bassenheim, unterschriebene Kaufvertrag wirksam, der die Bahntrasse an die Gemeinden übereignet. Alle Grundstücksangelegenheiten seien nun geklärt und die Gemeinden dürften endlich über sie verfügen, sagte Häfner.

Anne Fuhrmann

Die Chronologie

Schon 2001 gibt es erste Bestrebungen, die Strecke Bassenheim-Ochtendung stillzulegen, um den Maifeld-Rad-Wanderweg zu erweitern. Der Kreis beantragt, ein Stilllegungsverfahren einzuleiten, was ein Jahr später geschieht. Nach der Stilllegungsverfügung im Jahr 2003 verstärken die Verbandsgemeinden Maifeld und Weißenthurm 2005 die Gespräche. Vier Jahre später stimmen auch die politischen Gremien beider beteiligter Ortsgemeinden für den Ankauf der Flächen der alten Strecke. Kaufverträge über die Bahnstrecke werden im folgenden Jahr abgeschlossen. 2011 schließlich beantragt die DB Netz AG beim Eisenbahn-Bundesamt, die ehemalige Trasse freizustellen. Diesem Begehren stimmen die zuständigen Landesministerien 2012 zu. Vor knapp zwei Wochen wird der Freistellungsbescheid erstellt. afu

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