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    Mendig/Koblenz

    Prozess vor dem Landgericht: Angeklagter bestreitet Vergewaltigungen

    „Was ich getan habe, gebe ich auch zu.“ Mit diesen Worten leitet ein 32-jähriger Angeklagter vor dem Landgericht Koblenz sein Geständnis ein. Wobei: Es ist nur ein Teilgeständnis. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, am 29. Mai und im Dezember 2016 in Mendig seine ehemalige Lebensgefährtin vergewaltigt zu haben. Weiterhin soll er sich in der Folgezeit unter Androhung von Gewalt Zutritt zu der Wohnung der Geschädigten verschafft und ihre Wohnung verwüstet haben sowie sie und ihr vierjähriges Kind durch einen Faustschlag in das Gesicht verletzt haben.

    Der Angeklagte, hier mit seinem Verteidiger, bestreitet vehement, seine Ex-Lebensgefährtin vergewaltigt zu haben. Dass er ihr gegenüber mit Schlägen gewalttätig geworden ist, räumt er aber ein.  Foto: Andreas Walz
    Der Angeklagte, hier mit seinem Verteidiger, bestreitet vehement, seine Ex-Lebensgefährtin vergewaltigt zu haben. Dass er ihr gegenüber mit Schlägen gewalttätig geworden ist, räumt er aber ein.
    Foto: Andreas Walz

    Im Dezember 2016 soll er sich, entgegen einer gegen ihn ergangenen Gewaltschutzanordnung, erneut Zutritt zu der Wohnung der Frau verschafft und diese körperlich misshandelt haben.

    Er aber sagt: „Ich bin kein Sexualstraftäter.“ Er sei schon immer gewalttätig gewesen, aber noch nie sexuell. „Höchstens einvernehmlich“, habe es harten Sex gegeben, wie er betont.

    Seine ehemalige Lebensgefährtin (27) sieht das anders. Stundenlang sagt sie vor der 9. Strafkammer aus, offen und detailreich, stellt sich auch den nicht gerade angenehmen Nachfragen. Bis ihre Gesundheit nicht mehr mitmacht und die Befragung abgebrochen werden muss.

    Nach ihrer Darstellung fand sie der Angeklagte im Mai 2016 nach einer Feier in der Wohnung eines Bekannten, zu dem sie sich vor seinen Drohanrufen geflüchtet hatte. Er schob den Rollladen auf, trat das Fenster ein und attackierte die Frau sofort mit Faustschlägen und Beleidigungen. Außerdem habe er ein Messer dabeigehabt und damit ihre Kleidung zerschnitten. Im Anschluss führte er seine Faust in sie ein und fügte ihr so große Schmerzen zu.

    Vor dem Eintreffen der Polizeibeamten flüchtete er vom Tatort. Zur zweiten Vergewaltigung kam es im Dezember. Hierbei band der Angeklagte der Frau die Hände mit Kabelbindern zusammen und hatte dann, gegen ihren klar geäußerten Willen, Geschlechtsverkehr mit ihr.

    Am 31. Oktober verwüstete er die Küche der Frau und zerstörte den Kühlschrank und eine Waschmaschine. Die Frau hatte sich mit ihren zwei Kindern in den ersten Stock geflüchtet. Mit zwei Fausthieben traf der Angeklagte zuerst das 4-jährige Kind, dann sie. Allerdings geht die Geschädigte davon aus, dass der Schlag gegen das Kind ein Versehen war.

    Am 18. Dezember drang er erneut in das Haus ein und schlug auf die junge Frau ein. Da bestand bereits die Gewaltschutzanordnung gegen ihn. So weit die Darstellung der Ex-Lebensgefährtin.

    Die Schläge und das Zerstören der Möbel gibt der 32-Jährige zu. Den Kühlschrank und die Waschmaschine habe er im Übrigen bezahlt, also habe er sie auch kaputtmachen dürfen, meint er vor Gericht. Die Vergewaltigungen aber bestreitet er vehement.

    Für den Prozess sind bisher drei weitere Verhandlungstage angesetzt, der nächste ist der 29. September.

    Von unserem Mitarbeiter Thomas Krämer

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