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Maifeld

Motorradfahrer verwüsten Elztal: Quad- und Endurofahrer richten große Schäden an

Im Elztal und im nahe gelegenem Pommerbachtal häufen sich die illegalen Fahrten mit teils wettbewerbstauglichen Enduro-Motorrädern und Quads. Bäche, Wanderwege und Traumpfade werden regelrecht durchpflügt, Tiere aufgescheucht, sodass sie ihre Nester und schutzbedürftigen Jungen verlassen. Die „Spaßfahrer“ richten große Schäden an den Wegen sowie immense ökologische Schäden auch am Bachbett und der Fauna der Bäche an, heißt es in einer Pressemitteilung der VG Maifeld.

Symbolbild.
Symbolbild.
Foto: RZ Archiv

Das rheinland-pfälzische Lachsprogramm, Teil des internationalen Wiederansiedlungsprojekts „Lachs 2020“, ist dadurch akut gefährdet. Die VG-Verwaltung Maifeld bittet Wanderer, die entsprechende Vorfälle beobachten, um Hinweise.

Genau dort, wo im Herbst Junglachse besetzt wurden, fuhren bereits am Folgetag Enduros durch das Kiesbett der Elz und töteten unzählige der noch kleinen Fische. Der bei den Fahrten aufgewirbelte Schlamm und Sand setzte sich weiter unterhalb ab, erstickte im Kiesbett sitzende Eier oder Brütlinge und machte den gesamten Bereich als Laich- und Brutplatz zunichte, erläutert die VG-Verwaltung.

Elz- und Pommerbachtal heben eine große ökologische Bedeutung: Gerade in den flachen Uferbereichen und Kiesbetten, die bevorzugt durchfahren werden, findet sich die größte Artenvielfalt.

Unter jedem Stein sitzt eine Mühlkoppe, Fisch des Jahres 1989 und 2006. Im Lückensystem der Kiesbänke entwickelt sich von November bis in den April hinein die Brut der Bachforelle. Von Februar bis April laicht die Mühlkoppe, die ihre Eier unter größere flache Steine klebt und bewacht. Wenn die ersten Bachforellenbrütlinge schwimmfähig werden, laicht die Äsche. Auch Jungfischschwärme der Elritzen und Döbel halten sich bis zum Sommer dort auf, wo fast ganzjährig die Enduros und Quads durchbrettern. Unzählige Insektenlarven, Kleinkrebse und Edelkrebse werden überfahren, Fische haben keine Chance zur Flucht. Die VG-Verwaltung Maifeld ist darüber mächtig sauer, sie spricht von „rücksichtslosen Möchtegern-Motosportlern“. Brücken und Stege im Bereich der Elz würden ramponiert, die kostenaufwendig errichtet und in vielen Fällen auch ehrenamtlich unterhalten werden. „Es handelt sich hier um Sachbeschädigungen und Umweltschadensdelikte. Das kann und darf nicht hingenommen werden, zumal dadurch auch die vielen anständigen Motorsportler in Verruf kommen“, stellt das Rathaus fest. Deshalb wird man künftig jeden ausnahmslos jeden „nicht legitimierten Kraftfahrer“ anzeigen, der in und an den Bächen, auf den Wald-und Forstwegen oder den Wanderwegen angetroffen wird. Die Betroffenen müssten mit zum Teil recht hohen Strafen rechnen.

Das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Maifeld nimmt Hinweise entgegen: Wer illegale Fahrten beobachtet, meldet sich bitte unter Telefon 02654/9402-119 oder -121. Dabei wenn möglich Kennzeichen des Fahrzeugs, Ort, Datum und Uhrzeit angeben.

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