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Kinderkardiologin wird Kinderarztnachfolgerin: Was heißt das für Mayener Eltern?

Wie geht es mit der kinderärztlichen Versorgung in Mayen weiter? Zum 1. April soll die Praxis für Kinder- und Jugendmedizin des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Mittelrhein, die zum Jahreswechsel geschlossen wurde, an den Krankenhausstandort St. Elisabeth ziehen. Das hatte das Gemeinschaftsklinikum (GK) Mittelrhein mitgeteilt, zu dem sowohl das MVZ als auch das Mayener Krankenhaus gehören. Doch an dieser Lösung gibt es Kritik, zu der das Gemeinschaftsklinikum nach einer Anfrage unserer Zeitung nun Stellung bezieht.

Das Krankenhaus in Mayen.
Das Krankenhaus in Mayen.
Foto: Andreas Walz

Bei der designierten Nachfolgerin für die Doktoren Hubertus Hielscher und Klemens Ellebrecht handelt es sich um eine Kinderkardiologin. „Das ist eine hoch spezialisierte Kollegin. Hier geht es aber um die Grundversorgung der Kinder, zum Beispiel die vorgeschriebenen Vorsorge-Untersuchungen“, sagte Helmut Sondermann, Allgemeinmediziner und Fraktionsvorsitzender der SPD im Mayener Stadtrat, bei einem von den Sozialdemokraten organisierten Pressegespräch. Die unausgesprochene Frage lautet: Kann diese Ärztin dieselben Leistungen erbringen, wie sie zuvor in der Mayener Kinderarztpraxis erbracht wurden?

Für das Gemeinschaftsklinikum ist das eine klare Sache: „Das Anbieten kinderkardiologischer Leistungen ist keine Ersatz-, sondern eine ergänzende medizinische Leistung“, teilt GK-Pressesprecherin Kerstin Macher mit. Selbstverständlich seien auch die sogenannten U-Untersuchungen, Impftermine und vieles mehr Teil des zukünftigen Leistungsspektrums. Bei der Kinderkardiologie handele es sich um „eine optimale Ergänzung zum kardiologischen Schwerpunkt des Mayener Krankenhauses. Das ergibt neue Kooperationsmöglichkeiten mit der Kardiologie des Krankenhaues, die es so in der Region bislang noch nicht gibt“, teilt Macher mit.

Der Versorgungsumfang der neuen Kinderarztpraxis sei ebenso groß wie der der bisherigen Praxis, betont die Pressesprecherin. Zumindest dann, wenn alle vorgesehenen Stellen besetzt werden können. Die Praxis soll mit drei bis vier Ärzten in Teilzeit besetzt sein. Ob diese Ärzte aber alle schon zum 1. April zur Verfügung stehen, ist noch fraglich, da „ein Teil des zukünftigen Teams an dem derzeitigen Arbeitsplatz noch eingebunden ist und dort Fristen eingehalten werden müssen“, teilt Macher mit.

Grundsätzlich bewertet sie die „Tatsache, dass wir auch in unserem MVZ Teilzeitstellen anbieten“, positiv. Das „belegt, dass wir unsere Verantwortung als einer der zehn größten Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz ernst nehmen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aktiv fördern“, heißt es in der Stellungnahme. Hilko Röttgers

Direktorium des St. Elisabeth-Krankenhauses räumt Engpässe ein

Hinter den Kulissen des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Mayen rumort es. So stellte es jedenfalls der pensionierte leitende Oberarzt Dr. Axel Wunderlich bei einem Pressegespräch in der vergangenen Woche dar und nannte eine Reihe von Kritikpunkten und Befürchtungen. Unsere Zeitung hat bei den Verantwortlichen nachgefragt. Das Direktorium des St.-Elisabeth-Krankenhauses weist Teile der Kritik entschieden zurück, kann jedoch nicht alle Vorwürfe entkräften.

In ihrer Stellungnahme räumen der Geschäftsführende Direktor Georg Kohl, der Ärztliche Direktor Dr. Michael Maasberg und die Pflegedirektorin Mechthild Annen ein, dass es Mitte 2017 „in wenigen Einzelfällen zu Engpässen in der Versorgung spezieller Prothesen“ gekommen sei. In Einzelfällen seien dann auch geplante Operationen verschoben worden, „wenn das höchstwertigste Produkt nicht zur Verfügung stand“, teilt das Direktorium mit und begründet diese Entscheidung mit dem „hohen Qualitätsanspruch unseres zertifizierten Endoprothetik-Zentrums“. Eine Auswirkung auf die Versorgung von Unfallpatienten habe es aber „zu keinem Zeitpunkt gegeben“.

Das Direktorium bestätigt außerdem, dass die Küche am St.-Elisabeth-Krankenhaus aus Kostengründen in eine Service-GmbH ausgegliedert werden soll. Neue Mitarbeiter werden dann nicht mehr nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt. Für die aktuellen Mitarbeiter ergeben sich aber keine Veränderungen, und auch die Qualität der Versorgung bleibe uneingeschränkt erhalten.

Eine weitere Befürchtung war, dass das St.-Elisabeth-Krankenhaus das Zertifikat für sein Brustkrebs-Zentrum verlieren könnte, da der Chefarzt die erforderliche Qualifikation nicht besitzt. Dazu stellt das Direktorium klar, dass das zertifizierte Brustzentrum Kemperhof Koblenz und St. Elisabeth Mayen auch an seinem Standort in Mayen uneingeschränkt seine Leistungen anbieten kann und wird. „Eine Oberärztin aus unserem Standort Kemperhof ergänzt das Team am Standort in Mayen und bildet auch dort einen weiteren Operateur aus“, heißt es in der Stellungnahme.

Den Vorwurf, dass am St.-Elisabeth-Krankenhaus am Material gespart werde, weist das Direktorium entschieden zurück. Das sei „in keinem Fall und zu keiner Zeit“ geschehen. Es gebe aber Bestrebungen am GK Mittelrhein, „ein hochwertiges und zukunftssicheres Produktportfolio einheitlich zusammenzustellen“. Zudem soll eine Materialkommission gegründet werden. „Durch die damit einhergehende Konsolidierung konnten am Markt bessere Einkaufspreise realisiert werden“, teilt das Direktorium mit. Das komplette Einsparpotenzial werde man aber erst Ende 2018 feststellen können.

Dass es beim Krankenhaus-Personal in Mayen einen hohen Krankenstand gibt, verneint das Direktorium und verweist auf die Vergleichszahlen von 2016 und 2017 sowie auf den Vergleich zu den anderen Standorten des GK Mittelrhein.

Auch bei der Gesamtzahl der Ärzte habe es keine Kürzungen gegeben, „auch wenn in einzelnen Bereichen Anpassungen – sowohl nach unten als auch nach oben – erfolgt sind“, teilt das Direktorium mit, das von Verschiebungen in der Personalstruktur spricht. An keinem Standort sei es zu betriebsbedingten Kündigungen gekommen. 

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