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    "Andernacher Ansichten": Stadt war feste Station bei romantischen Rheinreisen

    Hoch im Kurs stand Andernach im 19. Jahrhundert bei Künstlern, die, von der Rheinromantik begeistert und vornehmlich aus Großbritannien kommend, das Mittelrheintal bereisten: Das ist eine der Erkenntnisse, die Besucher der neuen Sonderaustellung "Andernacher Ansichten" gewinnen, die am Freitagnachmittag durch Bürgermeister Claus Peitz eröffnet wurde und bis zum vierten Adventssonntag im Stadtmuseum zu sehen ist.

    Museumsleiter Dr. Klaus Schäfer und Dr. Ricarda Giljohann freuen sich auf viele Betrachter der "Andernacher Ansichten".  Foto: Michael Fenstermacher
    Museumsleiter Dr. Klaus Schäfer und Dr. Ricarda Giljohann freuen sich auf viele Betrachter der "Andernacher Ansichten".
    Foto: Michael Fenstermacher

    Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

    "Andernach war als Station gesetzt, hier verbrachten die Reisenden in der Regel mehrere Tage", sagt Museumsleiter Dr. Klaus Schäfer. Der Name der Stadt mit der markanten von Helmwartsturm, Rundem Turm und Mariendom geprägten Silhouette sei seinerzeit sogar klangvoller gewesen als der von Bingen, Boppard oder der Burgen im Oberen Mittelrheintal, fügt er hinzu und nimmt den Bezug zur aktuellen Debatte um die Buga-Bewerbung schmunzelnd zur Kenntnis.

    In den vergangenen 20 Jahren sind dem Museum viele Neuerwerbungen von Skizzen und Zeichnungen sowie einiger Aquarelle und Gouachen – unter Verwendung von Deckfarben gemalte Bilder – gelungen, die vielfach unübliche Einblicke auf das damalige Stadtbild gewähren. Statt der weithin bekannten, weil vervielfältigten Stahl- und Kupferstiche handelt es sich durchweg um Unikate, hebt der Museumsleiter außerdem hervor. Ein Großteil des Konvoluts von 38 Bildern wird in der von Schäfer und seiner Mitarbeiterin Dr. Ricarda Giljohann konzipierten Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

    Die Urheberschaft der Werke ist in vielen Fällen unbekannt, so auch bei der aquarellierten Bleistiftzeichnung der kurkölnischen Burgruine mit dem Burgfried, die als Titelbild den Ausstellungskatalog ziert. Sie ist vermutlich um 1840/1850 entstanden und trägt oben rechts mit Bleistift die Kennzeichnung "Andernach".

    Eine kleine Überraschung war es für Schäfer, dass auch Jean Baptiste van Moer, ein recht bedeutender Architektur- und Landschaftsmaler aus Brüssel, sich in jungen Jahren in Andernach aufhielt und unter anderem Skizzen von Rheintor, Hochstraße und Liebfrauenkirche anfertigte, aber auch Alltagsszenen festhielt. "Diese Zeichnungen haben wir erworben, als sie vor zwei Jahren im Internet angeboten wurden", erzählt Schäfer. Rekonstruieren lassen sich Dauer und Zweck van Moers' 1844 allerdings nicht. "Dazu hätte er schon polizeilich in Erscheinung treten müssen", meint Schäfer.

    Ähnlich liegt der Fall bei James Pattison Cockburn, einem britischen Offizier, der bereits im Ruhestand war, als er 1833 in Andernach unter anderem einen Hohlweg – vermutlich die Mayener Hohl – oder die Burgruine zeichnete. "Er hat währen seiner Zeit in den Kolonien auch zu militärischen Zwecken Festungsanlagen gezeichnet, aber in Andernach war er vermutlich rein zum privaten Vergnügen", sagt der Experte.

    Sein 1839 entstandenes Lieblingsbild in der Ausstellung stammt unterdessen von dem 1796 geborenen schottischen Architekturmaler und Zeichner David Robert und zeigt den Alten Krahnen vor einer Rheinlandschaft mit den rechtsrheinischen Höhenzügen des Westerwalds. "Hier hat sich der Künstler eine gewisse Freiheit erlaubt und Leutesdorf ein Stück nach Südosten verschoben, damit es nicht vom Krahnen verdeckt wird", erklärt Schäfer. Eine Hafenszene, die van Moer 1844 festhielt ist im Hinblick auf die Technikgeschichte interessant. "Darauf ist ein ganz frühes Dampfschiff zu sehen, das mit seinem hohen Schornstein auffällt", sagt der Museumsleiter.

    Für die zweite Sonderausstellung dieses Jahres hofft er auf zahlreiche Besucher. "Normalerweise zieht es immer viele Leute an, wenn Andernach schon im Ausstellungstitel vorkommt", meint er. Ein Rundgang lohne sich aufgrund der vielen ungewöhnlichen Perspektiven der Bäckerjungenstadt auf jeden Fall.

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