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Koblenz

Wie geht es mit Koblenzer Markt weiter? Ist eine Markthalle am Münzplatz die Lösung? [mit Umfrage]

Warum klappt es in Ehrenbreitstein, in Winningen, in Bendorf, Weitersburg – und in Koblenz nicht? Der hiesige Wochenmarkt führt seit vielen Jahren ein kümmerliches Dasein. Neu belebt werden könnte das Thema durch eine Diskussion, die in den sozialen Netzwerken ihren Anfang genommen hat und ihren Weg nun auch in die Gremien der Stadt findet.

Die Marktfrau am Münzplatz: Wird sie irgendwann in Zukunft über eine Markthalle wachen können? Die Idee ist in sozialen Netzwerken aufgekommen und wird nun auch in der Politik diskutiert. Ob es überhaupt machbar wäre, sollen Gespräche mit dem Eigentümer des Münzmeisterhauses klären.
Die Marktfrau am Münzplatz: Wird sie irgendwann in Zukunft über eine Markthalle wachen können? Die Idee ist in sozialen Netzwerken aufgekommen und wird nun auch in der Politik diskutiert. Ob es überhaupt machbar wäre, sollen Gespräche mit dem Eigentümer des Münzmeisterhauses klären.
Foto: Reinhard Kallenbach

Eine Markthalle am Münzplatz ist die neueste Vision – zuletzt hatte es die Idee eines Daches für die Marktstände gegeben. Architekt Jens Ternes ist begeistert von der neuen Sache, hatte auch schon Anfang der 2000er-Jahre die Idee einer Markthalle für die alte Nutzviehhalle im Rauental in die Diskussion gebracht und dann erneut in der Buga-Zeit als temporäre Halle, um die Baugrube am Zentralplatz quasi zu überbrücken. Nun also der Münzplatz. „Hier müsste es eine sehr filigrane Stahl-Glas-Konstruktion sein“, sagt er.

Auch im Fachbereichsausschuss ist das Thema zumindest angedacht worden, Stephan Wefelscheid von der BIZ hatte es eingebracht, aber wichtig ist ihm und Architekt Ternes, dass es kein Parteithema ist, sondern dass alle Bürger es diskutieren. Grundsätzlich positiv einer Markthalle gegenüberstehen denn auch beispielsweise Marion Lipinski-Naumann (SPD) und Andreas Biebricher (CDU). Allerdings muss die Verwaltung zuallererst prüfen, was überhaupt machbar ist an dieser Stelle und wie der Eigentümer des Münzmeisterhauses dazu steht – denn ohne ihn geht das ganze Thema eh nicht.

Mit der jetzigen Marktsituation sind jedenfalls die allermeisten unzufrieden, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Ein Blick in die Schlossstraße, Dienstagmorgen: Die wenigen Menschen, die jetzt schon unterwegs sind, eilen hektisch durch die Gasse. Nur vereinzelt bleiben sie stehen und schauen sich die Auslagen an Käse, Fleisch und Gemüse an. Die Händler sitzen in ihren mobilen Verkaufswagen, sortieren hier und da ihre Ware und blicken beinahe traurig die leere Straße entlang. Der Wochenmarkt in der Koblenzer Innenstadt gibt ein recht trostloses Bild ab. Immer dienstag- und donnerstagvormittags bieten Händler aus der Umgebung hier ihre regionale Ware an – doch die Kunden bleiben aus. Aber woran liegt das?

Armin Saal ist mit seiner Käsekiste seit vielen Jahren fester Bestandteil des Koblenzer Wochenmarkts. Für ihn ist vor allem die Frage nach dem richtigen und festen Standort entscheidend. Denn in den vergangenen Jahren musste der Wochenmarkt immer wieder umziehen, vom Zentralplatz in die Schlossstraße und noch mal hin und her.

Saal und die anderen Händler sind eigentlich ganz zufrieden mit dem jetzigen Standort, denn durch die Geschäfte in der Straße können sie von der Laufkundschaft profitieren. Der Grund für die geringe Kundenfrequenz ist für den Käsehändler offensichtlich: der starke Verkehr. Lieferwagen stehen hier, und viele Pkw nutzen die Strecke – obwohl das verboten ist – als Durchfahrtstraße.

Für Veronika Stickel ein Grund, ihr Kind nicht aus dem Kinderwagen zu lassen: „Viel zu gefährlich!“ Sie findet es schade, dass der Wochenmarkt nicht besser angenommen wird. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme, so die Mutter. Sie sieht das Problem in der fehlenden Atmosphäre. Im Vergleich zur Koblenzer Innenstadt hat der Markt in Ehrenbreitstein viel mehr Flair, sagt sie.

Viele Autos, wenig Kunden – der Wochenmarkt in der Schlossstraße gibt ein trostloses Bild ab.
Viele Autos, wenig Kunden – der Wochenmarkt in der Schlossstraße gibt ein trostloses Bild ab.
Foto: Jessica Pfeiffer

Der Markt wird aber auch viel zu wenig beworben, sagen die Händler. Ingo Rücker von der Pfalzfelder Landbäckerei vermisst ein Hinweisschild am Ortseingang, das auf die Marktzeiten aufmerksam macht und eine bessere Internet-Präsenz. Er fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen. Und das Gefühl teilen die anderen Händler. Dirk Rosenbusch von der Fisch-Räucherei prangert auch die Marktgilde an, die den Markt gemeinsam mit der Stadt veranstaltet. Diese solle sich mehr einsetzen, damit der Markt um ein paar Händler erweitert werden könnte.

Martin Rosmiarek, Niederlassungsleiter der Marktgilde für die Region Köln, weist die Kritik von sich: Vonseiten der Gilde werde alles getan. Die Stadt arbeite zudem an dem Verkehrsproblem, für Werbemaßnahmen sei außerdem das Stadtmarketing zuständig, sagt er.

Citymanager Frederik Wenz wiederum appelliert an die Stadtverwaltung, denn ohne eine Aufstockung des Budgets für Werbemittel könne nicht viel getan werden. Zudem müssten sich die zuständigen Ämter endlich einig werden, ob und wie der Durchfahrtsverkehr in der Schlossstraße geregelt werden kann, so Wenz.

Von Jessica Pfeiffer und Doris Schneider

Umfrage
Warum klappt es in Koblenz nicht?

Der Koblenzer Wochenmarkt führt seit Jahren ein kümmerliches Dasein. Doch woran liegt es?

Der Standort in der Schloßstraße ist gut – daran liegt es nicht.
12%
8 Stimmen
Der Münzplatz wäre ein besserer Standort.
24%
16 Stimmen
Eine Markthalle auf dem Münzplatz würde mehr Kunden anlocken.
45%
30 Stimmen
Egal an welchem Platz – Koblenz braucht keinen Markt in der Innenstadt.
10%
7 Stimmen
Es liegt am Angebot der Stände.
9%
6 Stimmen

Koblenz
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