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    Vortrag im Isso-Institut: Das Älterwerden auch als Chance betrachten

    Dank des medizinischen Fortschritts werden die Deutschen immer älter. Dies bestätigen auch die statistischen Daten aus Koblenz. Im Jahr 2000 waren 9,1 Prozent der Schängel 75 Jahre und älter, mittlerweile sind es 11,9 Prozent (Stand Oktober 2017). Viele, wenn nicht gar die meisten Menschen empfinden das Älterwerden allerdings als sehr schwierig. Im Isso-Institut der Martin-Görlitz-Stiftung im Dreikönigenhaus referierte nun Randolph Ochsmann im Rahmen der Demografiewoche Rheinland-Pfalz über „Älterwerden als Lebenskunst“.

    Randolph Ochsmann sieht im Nachlassen der Körperkräfte im Alter auch eine Chance.
    Randolph Ochsmann sieht im Nachlassen der Körperkräfte im Alter auch eine Chance.
    Foto: Peter Karges

    Basierend auf den Schriften des Wiener Psychologen Viktor Frankl (1905–1997) betont Ochsmann, dass die stärkste Triebfeder menschlichen Handelns der „Wille zum Sinn“ sei. Dies lasse den Menschen auch schwierigste Situationen ertragen. Grundvoraussetzung, um tiefere Sinnerfahrungen auch im Alter zu machen, ist seiner Auffassung nach, aber nicht zuletzt, dass man das eigene Lebensalter annimmt. „Wir müssen akzeptieren, dass das Leben fließt, dass es im Hier und Heute stattfindet, und deshalb ist es wichtig, dass man im Alter auch Abschied nimmt von Dingen, die waren“, sagte Ochsmann. der an der Volkshochschule Mainz ein Zentrum für Logotherapie und Existenzanalyse leitet. Das Ausscheiden aus dem Berufsleben stellt für viele einen bedeutenden Einschnitt dar. Diese Zäsur ist für Ochsmann gleichsam allerdings auch eine Chance. „Sie bietet die Möglichkeit auf ein bisher nicht gelebtes oder abgebrochenes Leben, beispielsweise wenn man mit dem Spielen eines Musikinstruments wieder beginnt, das man vor vielen Jahren aus Zeitmangel zur Seite gelegt hatte.“

    Zudem biete das Älterwerden die Möglichkeit der Entschleunigung. „Jetzt haben Sie die Chance, ein langsameres Leben zu führen, Spaziergänge zu unternehmen, einen Mittagsschlaf zu halten oder sich Zeit für Stille und Besinnung zu nehmen“, sagte der Referent. Auch im Nachlassen der körperlichen Kräfte sieht Ochsmann eine Chance. „Im Alter schärft sich so der Blick für das Wesentliche. Man muss sich nun nichts mehr beweisen, und die Fähigkeit zur Gelassenheit nimmt zu“, führt der Psychologe an. Bezug nehmend auf Frankl gibt es für Ochsmann drei Kategorien der Erfahrung von Sinn, eine schöpferische, eine durch das passive Erleben und eine durch das Akzeptieren des eigenen Schicksals. Letztere stehe dem Menschen auch offen, wenn ihm beispielsweise durch eine Krankheit die ersten beiden Sinnerfahrungen nur noch bedingt möglich sind.

    Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

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