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    Bassenheim/Ochtendung

    Radwanderweg Bassenheim-Ochtendung wird teurer als gedacht

    Wo einst Züge fuhren, sollen schon bald Radler einen reizvollen Weg vorfinden. Doch beim neuen Radwanderweg zwischen Bassenheim und Ochtendung steigen die Kosten.

    So verläuft der geplante Radwanderweg zwischen Bassenheim und Ochtendung: Knapp 2,4 Kilometer lang ist der Abschnitt auf Ochtendunger Gemarkung (rote Markierung), rund 3,7 Kilometer liegen im Gebiet der Ortsgemeinde Bassenheim (orangefarbene Markierung). Eine Verlängerung bis nach Koblenz-Rübenach ist nicht geplant. Foto: GeoBasis-DE/LVermGeoRP2015-10-0/Montage: Svenja Wolf
    So verläuft der geplante Radwanderweg zwischen Bassenheim und Ochtendung: Knapp 2,4 Kilometer lang ist der Abschnitt auf Ochtendunger Gemarkung (rote Markierung), rund 3,7 Kilometer liegen im Gebiet der Ortsgemeinde Bassenheim (orangefarbene Markierung). Eine Verlängerung bis nach Koblenz-Rübenach ist nicht geplant.
    Foto: GeoBasis-DE/LVermGeoRP2015-10-0/Montage: Svenja Wolf

    Er soll den Tourismus und die Naherholung fördern und auch darüber hinaus einen riesigen Effekt mit sich bringen. Die Rede ist vom überregionalen Radwanderweg, zu dem die stillgelegte Bahntrasse zwischen Bassenheim und Ochtendung in absehbarer Zeit ausgebaut werden soll. Doch schon jetzt ist klar: Der geplante Radweg, der als interkommunales Projekt angestoßen wurde, wird teurer für die beteiligte Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm als gedacht. Doch es gibt auch positive Nachrichten: Der Baubeginn ist nah.

    Nachdem die Kostenschätzung aus dem Jahr 2015 für den Anteil der VG Weißenthurm jetzt auf den neuesten Stand gebracht wurde, kommen zu den ohnehin geplanten Kosten von rund 1,87 Millionen Euro weitere 220.000 Euro hinzu. Als „besorgniserregend“ bezeichnete der SPD-Fraktionsvorsitzende diese Kostensteigerung in der jüngsten VG-Ratssitzung. „Bereits jetzt 220.000 Euro mehr – und dass, obwohl wir noch gar nicht mit dem Bau begonnen haben“, gab Jan Schatton zu bedenken. Die größte Sorge ist, so sagte er weiter, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten und eine weitere Steigerung noch während der Bauzeit kommen könnte.

    Die aktuelle Erhöhung beruht nach Angaben der Verbandsgemeindeverwaltung darauf, dass die Einheitspreise unter Berücksichtigung der zurzeit herrschenden schwierigen Marktlage und der Steigerung des Baupreisindexes in den vergangenen beiden Jahren um 7,5 Prozent erhört wurden. Zudem mussten jetzt Maßnahmen in die Kostenkalkulation eingerechnet werden, die 2015 noch nicht berücksichtigt werden konnten. Dabei handelt es sich um Kosten für Rodungsarbeiten entlang der Bahntrasse, für die Bepflanzung von Ausgleichsflächen und für die Entsorgung von Holzschwellen. „Denn die Holzschwellen sind wohl nicht alle unbelastet“, erläuterte Bürgermeister Georg Hollmann. Die Sorgen der Sozialdemokraten wollte der VG-Chef jedoch nicht teilen. „Das ist Spekulation, ob die Kosten während der Bauzeit steigen. Ich halte das Projekt nach wie vor für ein Leuchtturmprojekt, das weit über unsere Grenzen hinausgehen wird. Das ist nicht nur: ‚Wir machen ein bisschen Tourismus‘“, betonte er.

    „Wir finden die Kostensteigerung auch nicht gut“, sagte CDU-Fraktionschef Manfred Bretz, machte aber zugleich deutlich: „Aber wir haben damals einen Grundsatzbeschluss gefasst, und wir stehen zu dem Projekt.“ Das tue die SPD auch, versicherte Schatton. Allerdings würde seine Fraktion künftig „gründlich überlegen“, welche Tourismusprojekte sie noch mittragen wird. Das gelte auch für das Projekt „Cäsars Rheinbrücke“, bei dem in Weißenthurm ein Nachbau des technischen und organisatorischen Meisterwerks entstehen soll. Erneut konterte Bürgermeister Hollmann: „Ihre Bemerkung zu ‚Cäsars Brücke‘ teile ich nicht. Selbst ihr Innenminister Roger Lewentz sagt, dass es ein einzigartiges Projekt für Rheinland-Pfalz ist.“ Ob es überhaupt verwirklicht wird, hängt auch davon ab, ob die Stadt Weißenthurm ins nächste Städtebauförderungsprogramm kommt. „Aber da sehen die Chancen gut aus“, sagte Hollmann und betonte in Richtung SPD: „Ich wäre dankbar, wenn man das positiv sähe – für die Entwicklung der Verbandsgemeinde.“ Schließlich sei es nicht nur ein Tourismusprojekt, sondern bringe auch wirtschaftliche Vorteile und Standortvorteile mit sich.

    „Ob das gut für die Wirtschaft ist, ist Ansichtssache“, lenkte FWG-Fraktionsvorsitzender Karl Mannheim ein, wurde aber sofort vom Bürgermeister unterbrochen. „Nein, das ist keine Ansichtssache. Das ist belegt“, machte Georg Hollmann deutlich. Dennoch, so führte Karl Mannheim weiter aus, müssten die Kosten für das geplante Projekt „Cäsars Brücke“ im Rahmen bleiben. Was aber den Radwanderweg angeht, so stehe die FWG-Fraktion voll dahinter.

    Die bestehende Kostenschätzung für den Radwanderweg zwischen Bassenheim und Ochtendung musste übrigens auf den neuesten Stand gebracht werden, damit demnächst Förderanträge für das Projekt beim zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) eingereicht werden können. Das ist nun möglich, da der Planfeststellungsbeschluss des LBM für den Radweg während der Rechtsbehelfsfrist nicht angefochten wurde und seit Ende August unanfechtbar ist. Die Verbandsgemeinde erhofft sich eine Bezuschussung des Projekts in Höhe von 65 Prozent vonseiten des Landes und eine weitere Förderung durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. Sofern die Förderanträge und der ebenfalls beantragte vorzeitige Baubeginn genehmigt werden, könnte bereits im Oktober mit dem Ausschreibungsverfahren begonnen werden. Der Baubeginn für den knapp 3,7 Kilometer langen Abschnitt des Radwanderwegs in der Gemarkung Bassenheim ist laut Verwaltung bereits für Januar vorgesehen. Insgesamt soll der Weg circa 6,1 Kilometer lang sein.

    Von unserem Redakteur Damian Morcinek

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