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Koblenz

Nordtangente: In Teilen der Stadt nimmt Verkehr zu

Geht es um die Nordtangente, die ab diesem Jahr gebaut werden soll, so ist immer auch von der Entlastung der verkehrsgeplagten Stadtteile die Rede: Vor allem durch Bubenheim, Rübenach und Metternich sollen endlich weniger Autos und Lkw rollen, wenn die neue Verkehrsachse entsteht.

Verkehr Symbolbild Autos
(Symbolbild.)
Foto: dpa

Problem: Irgendwo landen die Fahrzeuge stattdessen – und könnten vor allem in Moselweiß für deutlich mehr Verkehr sorgen, fürchtet Peter Balmes.

„Seit die Kurt-Schumacher-Brücke 1990 eröffnet wurde, hat der Verkehr in Moselweiß um 10 000 Fahrzeuge am Tag zugenommen. Wenn nun noch die Nordtangente hinzukommt, könnte das im Chaos enden“, sagt Balmes, Ratsmitglied und Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Moselweiß. Denn die Nordtangente, die den „Ikea-Kreisel“ an der B 9 und die Abfahrt von der Rübenacher auf die Winninger Straße in Metternich verbindet, führt direkt auf die Brücke – und damit hinüber nach Moselweiß.

Von den 20 000 Fahrzeugen, die täglich über die Nordtangente fahren sollen, werden dann Tausende über die Mosel strömen. Und erfahrungsgemäß fahren viele am anderen Ufer nicht in die Schlachthofstraße, in der häufig Stau herrscht, sondern geradeaus auf die Koblenzer Straße in Moselweiß, so Balmes. Die Stadt schätzt, dass der Verkehr in der Schlachthofstraße in Richtung Innenstadt um 15 Prozent zunimmt, der Verkehr auf der Koblenzer Straße in Richtung Heiligenweg um 20 bis 25 Prozent.

Von Lärm und Feinstaubbelastung wären nicht nur die Moselweißer betroffen, sondern auch die Patienten im Kemperhof, der an dieser Strecke liegt, ebenso wie der Spielplatz der Klinik. Der Verkehr auf der Koblenzer Straße in Richtung Innenstadt hingegen soll durch die Nordtangente abnehmen, erwartet die Stadt – eine Prognose, die Balmes nicht teilt. Von der Kurt-Schumacher-Brücke darf man zwar nicht nach links in Richtung City abbiegen, aber viele halten sich schon jetzt nicht an das Verbot oder wenden einfach.

Der Christdemokrat kritisiert, dass der Verkehrsabfluss von der Nordtangente nicht direkt berücksichtigt wurde, als man die Straße geplant hat: „Bei einer Investition von bis zu 43 Millionen Euro hätte man für den nötigen Verkehrszu- und -abfluss sorgen müssen.“ Gegen die Nordtangente ist er nicht, wohl aber dagegen, dass das Verkehrsproblem nun vor allem nach Moselweiß verlagert werde.

Die Lösung wäre für ihn eine neue Straße, die schon seit Jahren im Gespräch ist und für die die Stadt sogar die nötigen Grundstücke gekauft hat: eine Verbindung zwischen Kurt-Schumacher-Brücke und Beatusstraße. Diese würde auch verhindern, dass der ganze Verkehr von der Mosel auf die Karthause unter der Eisenbahnbrücke im Heiligenweg hindurchfließt. Schon jetzt kommen hier kaum zwei Autos aneinander vorbei, und nun soll auch noch der Bürgersteig probehalber verbreitert werden, da dieser für die vielen Schüler auf dem Weg zu den Berufsbildenden Schulen bislang viel zu schmal ist.

„Schon vor 15 Jahren war die Verbindungsstraße zwischen Brücke und Beatusstraße vor der Umsetzung“, erinnert sich Balmes, doch nie war das Geld dafür da. Und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern: „Nach dem Eckwertebeschluss wird die Maßnahme als neu eingestuft und damit nicht weiter verfolgt“, teilt die Stadt mit. Peter Balmes hat dafür kein Verständnis: „Die Verbindung muss endlich umgesetzt werden, sonst erstickt Moselweiß in Feinstaub und Lärm.“

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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