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    Lärm, Dreck, wildes Parken: Altstadt-Initiative will richtig Druck machen

    Freitagabend, 21 Uhr in der DRK-Begegnungsstätte an der Liebfrauenkirche. Das Messgerät zeigt 57 Dezibel und mehr, die Teilnehmer verstehen kaum, was gesagt wird.

    Nicht nur am Schängemarkt-Wochenende präsentiert sich in der Rheinstraße der tägliche Wahnsinn. Die Straße ist zugeparkt, obwohl es nicht erlaubt ist. Mitglieder der Bürgerinitiative kritisieren unter anderem, dass das Ordnungsamt hier zu wenig aktiv ist.
    Nicht nur am Schängemarkt-Wochenende präsentiert sich in der Rheinstraße der tägliche Wahnsinn. Die Straße ist zugeparkt, obwohl es nicht erlaubt ist. Mitglieder der Bürgerinitiative kritisieren unter anderem, dass das Ordnungsamt hier zu wenig aktiv ist.
    Foto: Reinhard Kallenbach

    Warum eine Bürgerrunde mit den OB-Kandidaten ausgerechnet am Eröffnungstag des Schängelmarktes? Die neue Initiative „Unsere Altstadt“ hatte hierfür gute Gründe und lieferte mit der beidseitigen Außenbeschallung des Veranstaltungsraums quasi das „Corpus Delicti“ frei Haus.

    Gleich zu Beginn der Runde verkündete Vorsitzender Winfried Hähle, dass die Initiative jetzt den Status eines eingetragenen Vereins hat und die Gemeinnützigkeit beantragt ist. Die Bürgerinitiative ist nun kein loser Zusammenschluss mehr, sondern eine Organisation, deren Mitglieder die Nase voll haben – von der Lärmbelästigung, von der ständig steigenden Zahl der Veranstaltungen, vom Vandalismus, vom wildem Urinieren, von Raserei und wildem Parken. Und genau deshalb wollten sie eine Woche vor der Wahl den OB-Kandidaten so richtig auf den Zahn fühlen. Eigentlich.

    Die großen Favoriten, Bert Flöck und David Langner, ließen sich aus Termingründen entschuldigen, beantworteten aber den Fragenkatalog der Initiative schriftlich – für manchen Geschmack allerdings nur mit unverbindlichen Absichtserklärungen.

    Hans-Peter Ackermann, der zurzeit im Krankenhaus ist, ließ sich vom grünen Bundestagskandidaten Patrick Zwiernik vertreten, der sich vor den rund 35 Teilnehmern wacker schlug – ebenso wie FDP-Kandidat Torsten Schupp. Ob die Nichtteilnahme für die „unabhängigen“ Kandidaten Flöck und Langner ein strategischer Fehler war? Könnte durchaus sein. Denn in der Altstadt braut sich was zusammen.

    Der Abend zeigte vor allem eins: Viele Anlieger wollen sich von der Verwaltung nicht mehr hinhalten lassen – und sich auch nicht von Partygastronomen mit den Worten „Dann ziehen Sie halt weg“ abwatschen lassen. Die Teilnehmer, deren Familien teilweise schon seit Generationen in der Altstadt leben, gaben zu erkennen, dass sie jetzt in die Offensive gehen. Der Verein hat bereits ein Messgerät angeschafft und will nun Kontrollgänge machen – und zunächst einmal alles dokumentieren.

    Noch besteht Gesprächsbereitschaft, doch machte der Vorstand der Initiative deutlich, dass sie perspektivisch auch den Rechtsweg einschlagen könnten. Aus ihrer Sicht müsste das alles nicht so sein, wenn Veranstalter und Bands einsichtiger wären.

    Einfach etwas leiser drehen: Das ist der große Wunsch, der am Freitag am häufigsten geäußert wurde. Derzeit werden noch Werte bis zu 90 Dezibel gemessen – das reicht bei Kindern für bleibende Hörschäden. Der Vorwurf an die Stadt: Sie lässt das Maximum dessen zu, was rechtlich möglich ist, und versäumt es – anders als in anderen Städten – schon beim Soundcheck zugegen zu sein.

    Die zweite Botschaft des Abends: In der Altstadt gibt es inklusive Auf- und Abbau jährlich 88 Veranstaltungstage – so viele wie noch nie. Daraus resultiert der Wunsch: einen Teil der Veranstaltungen auf andere Stadtteile zu verlagern. Im Gegenzug will der Verein daran mitwirken, die Altstadt attraktiver zu machen.

    Es bleibt die Frage, wie das Zusammenleben künftig koordiniert werden soll. Torsten Schupp regte die Einführung eines Quartiermanagements an, und verwies auf Erfolge auf der Karthause. Ganz anders Patrik Zwiernik. Er würde das Ganze bei den Ortsbeiräten ansiedeln, über deren flächendeckende Einführung die Koblenzer im Frühjahr abstimmen.

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

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