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Koblenz

Koblenzer Moselufer: Dürfen Schiffe in dritter Reihe liegen?

Nina Kugler

Wer regelmäßig am Peter-Altmeier-Ufer spazieren geht, dem fällt auf: Mal liegen hier Hotelschiffe in zwei Reihen, mal in drei. Auch Werner Rosenbaum von der Freien Bürgergruppe Koblenz hat das beobachtet. „Jetzt wird offensichtlich doch tatsächlich am Peter-Altmeier-Ufer für die Flusskreuzfahrtschiffe das Liegen in der dritten Reihe erlaubt“, schreibt er in einem Leserbrief an unsere Zeitung.

In drei Reihen haben zum Jahreswechsel Flusskreuzfahrtschiffe am Koblenzer Peter-Altmeier-Ufer festgemacht. Zurzeit testet die Stadt, ob eine Erweiterung der Schiffsanlegestellen am Moselufer Sinn ergibt.
In drei Reihen haben zum Jahreswechsel Flusskreuzfahrtschiffe am Koblenzer Peter-Altmeier-Ufer festgemacht. Zurzeit testet die Stadt, ob eine Erweiterung der Schiffsanlegestellen am Moselufer Sinn ergibt.
Foto: Henry Tornow

Die FBG findet das ärgerlich: In einer Anfrage an die Stadt erklärt die Fraktion, dass ausgerechnet an den „touristisch wertvollsten Bereichen von Koblenz“ – den Uferpromenaden an Rhein und Mosel – Luftreinhaltung offensichtlich nicht zählt. Denn: Die Schiffsmotoren sind nicht nur laut, sondern stoßen auch Ruß, Schwefel und Stickoxide aus – und die Schiffe, die in dritter Reihe liegen, können ihren Strom nicht vom Land beziehen. Warum das so ist und wie es hier weitergehen soll, beantwortete die Stadt zunächst nicht.

Tatsächlich ist es so: Seit Sommer 2017 testet die Koblenz-Touristik das Liegen in dritter Reihe, zunächst begrenzt auf fünf Stunden. Denn nicht jedes Schiff, das am Moselufer anlegen möchte, bekommt auch einen Platz. Bislang stehen den Hotelschiffen hier sechs Plätze zur Verfügung – drei direkt am Ufer und drei weitere in zweiter Reihe. Drei weitere Plätze stehen nun testweise in dritter Reihe parat. Von Juli bis Dezember durften hier bislang 53 Hotelschiffe anlegen, wenn die anderen Plätze voll waren.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2016 haben 132 Schiffe insgesamt 1728 mal angelegt. 151 Anlegewünsche wurden abgewiesen. Aktuelle Werte für das vergangene Jahr liegen noch nicht vor. Aber schon jetzt zeigen die neuen Zahlen: Das Liegen in dritter Reihe scheint attraktiv zu sein.

Ihnen Strom beziehen sie tatsächlich nicht von den Anschlüssen vom Land, sondern lassen ihren Motor laufen. Für die erste und zweite Reihe stehen insgesamt acht Stromanschlüsse am Ufer zur Verfügung, die die Flusskreuzfahrtschiffe mit Elektrizität versorgen, erklärt Jochen Benekenstein-Schultheiss von der Koblenz- Touristik. Jedes Schiff, das in Koblenz anlegt, muss seinen Motor abstellen und an die Stromversorgungsanlage angeschlossen werden – eigentlich.

„Ausgenommen von der Anschlusspflicht sind Schiffe, die nur für einen Kurzaufenthalt in Koblenz – unter zwei Stunden – festmachen“, erklärt Benekenstein-Schultheiss. Und: Für die Schiffe, die in dritter Reihe liegen, gibt es bislang eben auch noch keine Landstromanschlüsse.

Mit dem Testlauf soll nun prinzipiell geklärt werden, wie drei Schiffsreihen ankommen – bei den Anwohnern, den Reedereien und der Stadt, erklärt Benekenstein-Schultheiss. Möglicherweise soll von der Stadt eine Machbarkeitsstudie darüber in Auftrag gegeben werden – wenn die Reedereien denn letztlich überhaupt Interesse daran haben. Schließlich müssen ihre Gäste vom dritten Schiff über zwei andere steigen, um ans Ufer zu gelangen.

Werner Rosenbaum jedenfalls hat Bedenken: Er befürchtet, dass eine höhere Umweltbelastung und mehr Lärm auf die Stadt zukommen könnte, wenn die Schiffe ihre Motoren laufen lassen. Deshalb kündigt er an: „Die Freie Bürgergruppe Koblenz wird im Interesse der Anwohner weiterhin dafür werben, dass eine auf Dauer ausgesprochene Genehmigung für das Liegen in der dritten Reihe verhindert werden kann.“

Von unserer Reporterin Nina Kugler

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