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Koblenz/Region

Koblenz und Region: Schnee bringt Chaos auf den Straßen mit sich

Chaos auf den Straßen in Koblenz und der Region: Der Schnee hat am Donnerstagmorgen für einige Unfälle und vor allem extrem viel Stau gesorgt. Die Autofahrer brauchten jedenfalls fast überall Geduld, vor allem auf den großen Einfallstraßen in die Stadt.

Auf schneeglatter Fahrbahn ist ein Lastwagen in die Mittelleitplanke der B 327 geprallt, die Straße musste gesperrt werden.
Auf schneeglatter Fahrbahn ist ein Lastwagen in die Mittelleitplanke der B 327 geprallt, die Straße musste gesperrt werden.
Foto: Thomas Frey

Fazit der Polizei für das Stadtgebiet: „ein Leichtverletzter, viel Chaos“. Mehrere Lastwagen, Busse und Autos stellten sich quer, die EVM Verkehrs GmbH stellte den Busverkehr stundenlang komplett ein.

Zwischen 7 und 10 Uhr gab es etwa 15 Unfälle in Koblenz, vor allem Auffahrunfälle und Kollisionen mit der Leitplanke, teilt die Polizei mit. Dabei es gab auch einen Leichtverletzten, „insgesamt ist es glimpflich abgelaufen“, heißt es aus der Einsatzzentrale. Problem für die Polizisten: Oft kamen sie selbst kaum von der Stelle, weil sie ebenfalls im Stau feststeckten.

Die Kurt-Schumacher-Brücke musste in Fahrtrichtung Moselweiß zwischenzeitlich voll gesperrt werden, weil sich ein Lkw quergestellt hatte.

Die B 327 musste sogar stundenlang gesperrt werden, weil ein Lastwagenfahrer gegen 10.25 Uhr aus Richtung Remstecken kommend kurz vor der Ausfahrt Koblenz auf der schneeglatten Fahrbahn die Gewalt über sein Fahrzeug verlor. Er prallte in die Mittelleitplanke, der Anhänger knickte ab und klemmte das Führerhaus ein. Der Fahrer blieb unverletzt. Mit einem Schwerlastkran wurde der Lkw geborgen, die Straße wurde beidseitig gesperrt. Die Arbeiten zogen sich bis in den Nachmittag.

In der Region hielt sich das Chaos hingegen in Grenzen. Die Polizeiinspektionen melden diverse Blechschäden, aber keine größeren Unfälle. Auch auf den Autobahnen ging es recht unspektakulär zu. Die Autobahnpolizeien meldeten lediglich festgefahrenen beziehungsweise quer liegende Lkw im Hunsrück und Westerwald.

Ungewöhnlich heftig hat sich der Schnee hingegen auf die EVM Verkehrs GmbH ausgewirkt: „Unser Busverkehr wurde komplett lahmgelegt“, heißt es aus der Pressestelle. Zwischen 7.15 und 7.30 Uhr stellten die Fahrer starke Beeinträchtigungen fest, sodass der Verkehr komplett eingestellt wurde. „Man kam einfach nicht durch, es war zu gefährlich.“

Und das hat letztendlich Vorrang davor gehabt, dass es gerade morgens für viele Leute Probleme mit sich gebracht hat, dass sie umsonst auf den Bus gewartet haben. Viele Kinder etwa fahren mit dem Bus zur Schule.

Später kontrollierten Mitarbeiter die Strecken dann mit dem Auto, ab 10.45 Uhr waren die Busse wieder überall unterwegs. Dass die EVM Verkehrs GmbH einige Strecken – zum Beispiel auf die Karthause und hoch nach Höhr-Grenzhausen – bei Schnee nicht befahren kann, kommt immer wieder mal vor. Dass aber der Verkehr auf allen Strecken eingestellt werden muss, ist sehr selten.

Die Busse der Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft (RMV), die unter anderem Orte in den Verbandsgemeinden Rhein-Mosel oder Weißenthurm anfährt, fuhren allerdings weiter. Kinder wurden also zum Beispiel wie gewohnt zur Schule gebracht.

Ein Eindruck, den derweil viele Autofahrer in Stadt und Region hatten: Es wurde nicht, zu wenig oder zu spät geräumt und gestreut auf den Straßen. Den Vorwurf will der Landesbetrieb Mobilität (LBM), der unter anderem für Bundesstraßen und Autobahnen zuständig ist, aber nicht gelten lassen.

„Wir sind seit heute Nacht im Einsatz“, erklärte Pressesprecherin Birgit Küppers. Um 3 Uhr hat der LBM begonnen, schon mal präventiv zu streuen. Danach schneite es allerdings so kräftig, dass alles direkt wieder zugeschneit war. Die Mitarbeiter bedienten vorrangig die Autobahnen und Bundesstraßen und dann auch die Landesstraßen.

Ein Grund, warum Verkehrsteilnehmer glauben, dass nicht gestreut wurde, liegt ihrer Meinung nach an dem Material, das eingesetzt wurde. Die sogenannte Salzsole ohne Festkorn ist nämlich auf der Straße ohne Weiteres nicht zu erkennen – im Gegensatz zu dem Salz, das gestreut wird, wenn der Schneefall schon eingesetzt hat.

Auch die Stadt betont, dass nicht weniger geräumt und gestreut wurde als sonst. Ab 4 Uhr wurde vorbeugend gestreut, vor allem an Gefällstrecken und entlang der Buslinien. Ab 6 Uhr, als relativ starker Schneefall einsetzte, waren dann 33 Mitarbeiter im Einsatz.

Eine ungünstige Zeit, heißt es aus dem Kommunalen Servicebetrieb, „da gleichzeitig im beginnenden Berufsverkehr die ersten Staus entstanden sind und damit unsere Streufahrzeuge selbst an der Durchfahrt gehindert wurden“. Leider würden immer weniger Verkehrsteilnehmer Rücksicht auf den Winterdienst nehmen, „sondern drängeln sich massiv vor beziehungsweise zwingen uns zum Ausweichen“.

Den ungünstigen Zeitpunkt betont auch der LBM. Bei Bedingungen wie am Donnerstagmorgen sei es bis 7 Uhr nur möglich, 30 Prozent des nachgeordneten Straßennetzes und rund 50 Prozent des Autobahnnetzes zu räumen.

Von Stephanie Mersmann und Volker Schmidt

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Nina Borowski

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