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Koblenz

Koblenz: In knapp sechs Minuten ist der Retter am Einsatzort – aber der Weg dahin ist oft schwer

Stephanie Mersmann

Wenn ein Mensch in Not ist, kommt es oft auf Minuten, manchmal sogar auf Sekunden an – wann die Rettungskräfte vor Ort sind, ist also entscheidend. In Koblenz ist es für diese allerdings nicht immer so einfach, schnell zum Einsatzort zu kommen.

Im Schnitt kommen Rettungswagen auch in Koblenz rasch ans Ziel, aber auf den Straßen durchzukommen, ist für die Retter oft schwer.
Im Schnitt kommen Rettungswagen auch in Koblenz rasch ans Ziel, aber auf den Straßen durchzukommen, ist für die Retter oft schwer.
Foto: Sascha Ditscher (Archiv)

„Bei Notfalleinsätzen gibt es oft kein Durchkommen“, sagte Patrick Rott, stellvertretender Leiter der Koblenzer Rettungswache 1, kürzlich unserer Zeitung. Besteht hier also Handlungsbedarf?

Die BIZ-Fraktion jedenfalls regte jetzt an, die Fahrtstrecken der Einsatzfahrzeuge zu verkürzen, indem alle bestehenden Rettungswachen im Stadtgebiet bei Notfällen eingesetzt werden. Denn je nachdem, welchen Weg ein Wagen nehmen muss, kann es durchaus dauern, schilderte Rott: Gerade die Zufahrtstraßen zum Moselring sind ihm zufolge ein Problem, der Bereich rund um den Wöllershof und der Friedrich-Ebert-Ring.

Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz und die zuständige Rettungsdienstbehörde sehen in Koblenz allerdings keine notwendigen Änderungen. Auf den Antrag der BIZ hin teilt die Stadt mit, dass ohnehin immer die „Rettungsmittel“ – also die Fahrzeuge, der Notarzt und so weiter – eingesetzt werden, die einem Einsatzort am nächsten sind. Alle Fahrzeuge verfügen über eine GPS-Standortanzeige, sodass in der Leitstelle, die die Rettungskräfte entsendet, immer der aktuelle Standort gesehen wird.

Zwischen Januar 2016 und Juni 2017 wurden im Stadtgebiet 97,84 Prozent aller Einsatzorte innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfeleistungsfrist erreicht, die bei 15 Minuten liegt, die maximal zwischen Eingang des Hilfeersuchens und Eintreffen der Rettungskräfte vergehen dürfen. Die Durchschnittszeit in Koblenz lag deutlich darunter: bei 5:45 Minuten.

Die gesetzlichen Vorgaben werden also eingehalten, und durch den aktuell laufenden Neubau einer DRK-Rettungswache auf der rechten Rheinseite soll die Situation noch verbessert werden, so die Stadt.

Dennoch: Für die DRK-Helfer ist es oft äußerst schwierig, in Koblenz voranzukommen – und das liegt auch an den Menschen auf den vollen Straßen. Die Retter nehmen es zum Beispiel als großes Problem wahr, dass viele einfach keinen Platz machen für die Einsatzfahrzeuge, trotz Blaulicht und Martinshorn.

Das Bilden einer Rettungsgasse überfordert viele offensichtlich. Vor allem innerhalb der Stadt ist dies ein Problem, wo alles enger ist, ohne Standstreifen, dafür oft mit hohen Bordsteinen und Leitplanken.

Dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz zufolge kommt es bei Einsätzen auch immer wieder vor, dass durch falsch parkende Fahrzeuge die Anfahrt erschwert wird oder sogar ein Umweg gefahren werden muss. Dies seien aber Einzelfälle, auf die man sich auch nicht vorbereiten kann.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann
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