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    Koblenz: Buch über gefallene und vermisste Kesselheimer vorgestellt

    Die beiden Weltkriege haben in Kesselheim wie überall in Deutschland tiefe Spuren hinterlassen. So verloren im Ersten Weltkrieg 25 Männer aus dem Rheindorf ihr Leben, und aus dem Zweiten Weltkrieg kehrten 66 Kesselheimer nicht mehr in ihre Heimat zurück. Verewigt sind ihre Namen in Kesselheim auf einem Denkmal für die Gefallenen. Welche Schicksale sich allerdings hinter den Namen verbergen, war bislang meist unbekannt. Der frühere Ortsvorsteher Hans-Klaus Daumen hat mit den noch lebenden Verwandten der gefallenen Soldaten gesprochen.

    Die Schicksale der gefallenen Soldaten aus Kesselheim hat Hans-Klaus Daumen in einem Buch beschrieben. 
    Die Schicksale der gefallenen Soldaten aus Kesselheim hat Hans-Klaus Daumen in einem Buch beschrieben. 
    Foto: Peter Karges

    Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

    Deren Geschichten hat er in akribischer Detailarbeit aufgearbeitet und erzählt sie in dem knapp 250 Seiten starken Buch "Die Gefallenen und Vermissten aus Kesselheim", das im Verlag Dietmar Fölbach erschienen und im Buchhandel erhältlich ist. Im Casino des Bürgerverein stellte er nun das Buch der Öffentlichkeit vor.

    Franz Josef Bubenheim war erst 20 Jahre alt, als er am 10. Juni 1940 im nordfranzösischen Sommauthe fiel. Der junge Landwirt war der erste Gefallene aus Kesselheim im Zweiten Weltkrieg, 64 weitere sollten ihm noch folgen. Daumens Buch zeichnet aus, dass es nicht nur das militärische Leben der Gefallenen schildert, sondern auch deren ziviles Leben, sprich ihren einstigen Alltag. So wechseln sich Soldatenfotos ab mit Familienfotografien am Esstisch, Sonntagsausflügen am Rhein oder Bilder aus der oftmals bäuerlich geprägten Arbeitswelt. Gerade die Fotografien aus dem Alltag, der jäh durch den von Hitler-Deutschland angezettelten Zweiten Weltkrieg endete, sind es, die am meisten zum Nachdenken anregen. So beispielsweise das Bild eines Messdienerausflugs von 1937 nach Bingen. "Von elf Jugendlichen werden fünf in Russland fallen, und auch der begleitende Küster und Organist, Hermann Höfer, wird aus dem Krieg nicht mehr heimkehren", erläuterte Daumen bei der Präsentation seines Buchs.

    Besonders ergreifend sind die Schilderungen von Familien, die gleich den Verlust mehrerer Angehöriger verkraften mussten. So Anton und Gertrude Mehlbreuer, die 1942 erst den Tod ihres Sohnes Johann verkraften mussten und in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, im März 1945, ihren Sohn Wilhelm verloren, der in den Kämpfen um die Seelower Höhen unweit von Berlin starb.

    Inmitten der furchtbaren Schrecken des Krieges gab es aber auch kleine Zeichen der Menschlichkeit. So schreibt Hans-Klaus Daumen von dem Schicksal eines Kesselheimer Soldaten, der von einem Russen in ein Militärlazarett gebracht wurde, sodass er ärztlich versorgt werden konnte. Oder er schildert den Fall eines jungen Mädchens, das im März 1945 durch den Beschuss deutscher Granaten, die vom anderen Rheinufer auf Kesselheim abgefeuert wurden, eine Verwundung erlitt und von Amerikanern mit einem Jeep in ein Lazarett nach Bassenheim gefahren wurde.

    Dass Hans-Klaus Daumen seine Schilderungen nicht mit dem Kriegsende schließt, sondern auch erzählt, wie sich die Kriegswitwen mit den Kindern durch den Alltag schlugen, ist ein weiteres Verdienst dieses Buches. Denn die Wunden, die der Zweite Weltkrieg schlug, waren mit dem 8. Mai 1945 nicht verheilt, mitunter verheilten sie erst viele Jahren später - oder gar nicht.

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