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Kettig/Pyeongchang

Kettiger Cheerleaderin bei Olympia: Laura Schneider tritt im Nationalteam bei Winterspielen auf

Wenn sie auftreten, gucken alle hin: Cheerleaderinnen sind nach gängigen Vorstellungen hübsche junge Frauen in knappen Outfits, die Sportmannschaften anfeuern. Doch die aus den USA stammende Mischung aus Turnen, Tanz und Akrobatik ist echter Leistungssport. Auf den eben begonnenen Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang präsentieren die sieben größten Wintersportnationen Cheerleader aus ihrer Heimat. Für Deutschland reisen die amtierenden Deutschen Meister in der höchsten Kategorie, die Dolphins Coed vom SC Bayer 05 Uerdingen, am 17. Februar nach Asien. Mit dabei: Die Kettigerin Laura Schneider.

Sportlich topfit sein müssen die Cheerleaderinnen. Laura Schneider wird vom 17. Februar in Asien mit ihrem Team für den Sport werben.
Sportlich topfit sein müssen die Cheerleaderinnen. Laura Schneider wird vom 17. Februar in Asien mit ihrem Team für den Sport werben.
Foto: privat

Dass Cheerleading deutlich mehr ist als Hotpants, Pompons und Jubelrufe, weiß Laura Schneider nur allzu gut. Seit knapp neun Jahren ist sie aktiv in der Sportart, deren Namen von den englischen Begriffen „cheer“ für Beifall und „to lead“ für führen herrührt und in etwa bedeutet, dass das Publikum zum Beifall geführt wird. Aus dem ursprünglichen Anfeuern der Basketball- oder Football-Mannschaften, das anfangs ausschließlich Männern vorbehalten war, ist ein selbstständiger Wettkampfsport geworden. „Schon als Kind habe ich geturnt, war in verschiedenen Vereinen in der Region aktiv“, erinnert sich Laura Schneider.

Die 27-jährige studiert in Bochum Medizin und berichtet am Telefon, wie sie sich für Cheerleading entschieden hat: Ihre drei Jahre ältere Schwester, die in Koblenz Sport studierte, ließ sich überreden, die Hebungen und Elemente auszuprobieren und nahm Laura mit. Die Schwestern traten Ende 2008 in die Abteilung Cheerforce Koblenz bei der Coblenzer Turngesellschaft (CTG) ein.

Drei Mal in der Woche wurde trainiert: „Wir waren mehr als 20 Mitglieder, davon die Hälfte Jungs, die uns geworfen haben“, berichtet Laura von intensivem Training und eiserner Disziplin. Das wettkampforientierte Team nahm an aufeinander aufbauenden Meisterschaften teil, wurde 2011 Deutscher und Europameister in seiner Klasse. Außerdem schaffte Laura es 2011 und 2013 in das Nationalteam, das nach einem Auswahlverfahren jährlich zusammengestellt wird.

Wegen des Studienbeginns zieht Laura 2013 nach Bochum und tritt zwei Jahre später den Dolphins Coed bei. 2017 wird auch ihr neues Team aus Krefeld, dessen Kapitän die Blondine ist, Deutscher Meister und erreicht bei der Europameisterschaft den 3. Platz.

Erst im vergangenen Dezember hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Cheerleading und Cheerdance Verband Deutschland (CCVD) auf seiner Versammlung in Koblenz als neues Mitglied aufgenommen. „Wir hoffen, dass unsere Sportart 2024 olympisch wird“, sagt Laura. Um den Sport zu präsentieren und voranzubringen, werden sieben Nationalteams in Südkorea zeigen, dass der hübsche Anblick der charmanten Wettkampf-Unterstützung tatsächlich ein Leistungssport mit kraftvoller Akrobatik ist. Vier Auftritte sind für die deutschen Cheerleader bei den Winterspielen vorgesehen.

Los geht es am 22. Februar mit dem Viertelfinalspiel im Eishockey. „Besondere Sicherheitsbestimmungen auf der kleinen Bühne dort verbieten Pyramiden, Hebefiguren und Werfen“, weiß die begeisterte Sportlerin. Daher zeigt das Nationalteam in fünf Minuten einige Tänze. „Die anderen Auftritte sind bei Siegerehrungen, da können wir unsere knapp dreiminütige Routine mit allem Drum und Dran zeigen“, freut sich Laura. Besonderer, auch persönlicher Höhepunkt wird der gemeinsame Auftritt mit den anderen Cheerleading-Squads, wie die Teams heißen, vor der Abschlusszeremonie sein. „Gerade die amerikanischen Sportler sind echte Vorbilder, die schon in einer eigenen Klasse unterwegs sind“, sagt die Kettigerin anerkennend.

Die Sportler aus dem Mutterland des Cheerleadings sind für die erfolgreiche Akrobatin „eine große Motivation“ – umso mehr, als nach dem Ende der Olympischen Winterspiele noch eine offene Meisterschaft der nach Korea gereisten Squads ansteht. „Es ist schon aufregend, mal gegen die USA anzutreten“, betont Laura. Außerdem ist am letzten Tag eine gemeinsame City-Tour mit allen Nationen vorgesehen. „Das wird bestimmt alles sehr spannend“, ist Laura überzeugt und fiebert dem Abflug bereits entgegen.

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

Die eigene Mannschaft anfeuern und das Publikum animieren

Cheerleading ist eine Sportart, die aus Elementen des Turnens, der Akrobatik, des Tanzes sowie aus Anfeuerungsrufen besteht. Die primäre Aufgabe der Cheerleader ist es, bei sportlichen Veranstaltungen und Wettkämpfen die eigene Sportmannschaft anzufeuern und das Publikum zu animieren. Typische Sportarten, bei denen Cheerleader auftreten, sind Basketball und American Football.

Doch auch im Volleyball, Fußball und weiteren Sportarten wächst die Zahl der Cheerleader-Gruppen. Darüber hinaus kann Cheerleading auch als selbstständiger Wettkampfsport betrieben werden. Das ganze Jahr über finden Meisterschaften auf nationaler und internationaler Ebene für die organisierten Squads statt. Nach festem Regelwerk müssen diese innerhalb einer rund dreiminütigen Routine (Auftritt) bestimmte Pflichtelemente darbieten, die von Punktrichtern nach Schwierigkeitsgrad und Ausführung bewertet werden. Die meisten Squads arbeiten konsequent auf die Meisterschaften hin und sehen darin ihre Hauptaufgabe.

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