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Koblenz-Neuendorf

In Koblenz-Neuendorf gefundener gewaltiger Basaltbrocken gehörte wohl zur Jobskapelle

Er hat zwei Tonnen Gewicht und etliche Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte auf dem Buckel: der gewaltige Basaltstein, der seit Kurzem einen Platz an der Neuendorfer Pfarrkirche St. Peter gefunden hat.

Vieles deutet darauf hin, dass der am Neuendorfer Rheinufer gefundene und jetzt an der Pfarrkirche St. Peter abgelegte mächtige Basaltstein sehr alt ist, meint Rolf Molkenthin (rechts) von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Ortshistoriker Willi Gabrich hofft, dass der Stein noch aufgerichtet wird.
Vieles deutet darauf hin, dass der am Neuendorfer Rheinufer gefundene und jetzt an der Pfarrkirche St. Peter abgelegte mächtige Basaltstein sehr alt ist, meint Rolf Molkenthin (rechts) von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Ortshistoriker Willi Gabrich hofft, dass der Stein noch aufgerichtet wird.
Foto: Annette Hoppen

Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen

Im Zuge der Baumaßnahmen für den Hochwasserschutz wurde der monströse Stein am Rheinufer wiederentdeckt – und soll nun als historisches Bauzeugnis vor der Kirche quasi seine letzte Ruhestätte finden.

Wie alt der Stein genau ist, lässt sich zwar mit Sicherheit nicht sagen, bedauert der Neuendorfer Ortshistoriker Willi Gabrich. Hinweise darauf, dass es sich womöglich um einen Fundamentstein der alten Neuendorfer Kirche handelt, die 1494 geweiht wurde, gibt es allerdings. Die Jobskapelle wurde 1730 abgerissen, um den neuen Kirchbau mitzufinanzieren. "Das war quasi damals schon eine Recyclingmaßnahme", erläutert Rolf Molkenthin von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Koblenzer Stadtverwaltung. Da der Stein Klammerlöcher aufweist, die in den 1,65 Meter langen und 90 Zentimeter hohen Basalt eingeschlagen und nicht gebohrt wurden, könnte er tatsächlich aus dem 15. Jahrhundert stammen. "Es spricht wirklich einiges dafür, dass wir es hier mit einem sehr alten Stein zu tun haben", sagt Molkenthin.

Davon geht auch der Neuendorfer Steinmetz- und Steinbildhauermeister Manfred Lorisika aus, wie Gabrich berichtet. Nach Lorisikas Einschätzung stammt der Stein aus der Oberschicht eines Steinbruchs. Dies sei an der Struktur des Basalts erkennbar. "Auch dies deutet auf ein hohes Alter hin, da Basaltsteine erst viel später unterirdisch gebrochen wurden", erklärt Gabrich. So gehe Lorisika ebenfalls davon aus, dass der Stein der alten Jobskapelle zugeordnet werden könne. Die Herkunft des Steins liegt wahrscheinlich in der Eifel. Vom Altar der Kapelle, wie zuerst einmal vermutet, stammt der Stein allerdings eher nicht. "Dazu ist er zu grob behauen und auch viel zu groß und schwer", weiß Molkenthin. Dass an dem schmaleren, konisch zulaufenden Teil des Fundstücks Farbreste vorhanden sind, deute indes womöglich darauf hin, dass der Basaltstein einst als Auflage für ein Kirchenfenster diente. "Vielleicht stammt er aber auch vom Fundament", wie Molkenthin weiter mutmaßt.

Warum der Stein irgendwann am Rheinufer entsorgt wurde, darüber lasse sich nur spekulieren, sagt Gabrich. "Vielleicht, weil man beim Neubau keine Verwendung mehr für ihn hatte", vermutet der Heimatforscher, der von Berichten älterer Neuendorfer Bürger weiß, dass früher einmal ein großer Stein aus dem nahen Pfarrgarten entfernt und ans Rheinufer gebracht wurde.

Nun soll der Basaltstein an der Kirche an seine bewegte Geschichte erinnern. "Vielleicht wird er später aufgerichtet und an die Kirchenwand gelehnt", hofft Gabrich. Dann werde das ganze Ausmaß und die Wucht des Steins augenscheinlicher. Außerdem soll er wahrscheinlich mit einer Info-Tafel versehen werden, die über sein Alter und seinen Fundort Auskunft gibt.

Koblenz
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