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Koblenz

Horchheimer Brücke: Ausbau muss warten

Der Ausbau des Rad- und Fußwegs über die Horchheimer Brücke verzögert sich weiter. Wann genau es damit losgehen kann, kann Peter Schwarz, Abteilungsleiter Straßen- und Brückenbau beim Koblenzer Tiefbauamt, derzeit noch nicht sagen.

Damit der Weg über die Horchheimer Brücke offiziell als Rad- und Fußweg durchgeht und förderfähig ist, müsste er auf eine Breite von 2,50 Meter ausgebaut werden.
Damit der Weg über die Horchheimer Brücke offiziell als Rad- und Fußweg durchgeht und förderfähig ist, müsste er auf eine Breite von 2,50 Meter ausgebaut werden.
Foto: Sascha Ditscher

Von unserem Redaktionsleiter Ingo Schneider

"Es sollte vor 2019 sein." Denn danach wird es mit Fördergeldern vom Land schwierig. Aber die aktuelle Lage in Koblenz lässt eben auch wenig Spielraum für Projekte, die nicht unbedingt sein müssen – oder die noch warten können.

"Wir müssen Personal und Mittel nach Prioritäten einsetzen", betont Schwarz. Immerhin läuft mit dem Neubau des Teilstücks der Europabrücke immer noch ein Großprojekt, und das voraussichtlich noch bis zum Frühjahr 2016. Und es folgt mit dem Neubau der Pfaffendorfer Brücke eine Baustelle, die sogar noch anspruchsvoller werden dürfte. Die im Übrigen allein nach aktuellem Stand rund 40 Millionen Euro verschlingen wird – wenn das denn reicht. Ein Thema aber bündelt im Moment in der Stadt Ressourcen und Mittel wie kein anderes: die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen. Da gilt es, genau abzuwägen, für was wann noch Luft ist. Klar ist aber, dass der Rad- und Fußweg über die Horchheimer Brücke letztlich ausgebaut wird. Der Zeitpunkt ist noch nicht sicher. "Wir müssen es machen, weil die Fördergelder sonst irgendwann zurückgefordert werden." Dass sich der Ausbau jetzt noch mal verzögern wird, sei aber mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) so abgestimmt.

Das ist er bislang nur auf einem Teilstück, danach wird es eng.
Das ist er bislang nur auf einem Teilstück, danach wird es eng.
Foto: Sascha Ditscher

Zur Erinnerung: Anfang 2009 waren bei einer Kontrolle gravierende Schäden festgestellt worden, die die Verwaltung zu schnellem Handeln zwangen. Die Brücke wurde eilig gesperrt – und blieb es für Monate. Das sorgte für richtig viel Unmut all derer, die die Rheinquerung regelmäßig zu Fuß oder mit dem Rad nutzten. Der Widerstand ging bis zur Gründung einer Bürgerinitiative.

Doch die Suche nach einer finanzierbaren Lösung gestaltete sich schwierig. Der (temporäre) Kompromiss: Auf Oberwerther Seite wurde der marode Teil saniert und auf 2,50 Breite ausgebaut, die ein Radweg eigentlich haben muss. Auf Horchheimer Seite wurde ein Provisorium aus Stahl eingebaut. "Die Achse ist gesichert", betont Peter Schwarz, "das eingebaute Provisorium ist sehr dauerhaft." Sorgen muss man sich also im Moment nicht machen.

Insgesamt ist die Brücke nicht im besten Zustand.
Insgesamt ist die Brücke nicht im besten Zustand.
Foto: Sascha Ditscher

Und doch wird man auf Dauer am Komplettausbau nicht vorbeikommen. Denn gefördert wurde das Ganze aus Mainz als Ausbau eines Radwegs. Damit das aber möglich ist, musste sich die Stadt verpflichten, den Weg auf der gesamten Länge auf die Breite von 2,50 Meter zu bringen. Holz will man dabei übrigens nicht mehr verwenden, denn nach den ersten Arbeiten hatte man bereits stellenweise nachbessern müssen. Am liebsten hätte sich die Stadt an Arbeiten der Bahn an der Eisenbahnbrücke insgesamt mit "drangehängt". Denn die stehen auch irgendwann an. Schwarz: "Die Brücke ist insgesamt in keinem guten Zustand." Die Bahn habe auch bereits in Aussicht gestellt, dass sie saniert wird – aber mehr als eine Absichtserklärung hat Schwarz noch nicht gehört. Konkrete Pläne gebe es bislang nicht. Das kann noch dauern. Daher plant die Stadt unabhängig von der Bahn.

"Die Horchheimer Brücke ist eine wichtige Radachse, auch touristisch sehr wichtig", betont Peter Schwarz. Daher soll sie auch so bald wie möglich angegangen und ausgebaut werden. Für den Ausbau rechnet Schwarz dann mit einer Dauer von etwa einem Jahr. Und es bleibt bei der Botschaft, die die Stadt nach der Sperrung im Jahr 2009 und der heftigen Gegenwehr aus der Bürgerschaft stets verbreitet hat: Während der Bauzeit wird es eine provisorische Querungsmöglichkeit weiter geben. Eine komplette Sperrung soll es nicht wieder geben. Das will man auf jeden Fall vermeiden.

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