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    Gewerbe in der Koblenzer Altstadt setzt auf eigene Stärken

    Die Altstadt hat einiges zu bieten, was andere Quartiere in Koblenz in dieser Form nicht aufweisen können: historische Bauten, ein großes gastronomisches Angebot, die besondere Atmosphäre alter Straßen, Plätze und Gassen. Aber gerade von den neuen Entwicklungen in der Stadt ist die Altstadt besonders betroffen, und das nicht im positiven Sinne.

    Die Aufenthaltsqualität in der Altstadt, wie hier auf dem Jesuitenplatz, ist besonders hoch. Dennoch haben die Neuerungen rund um den Zentalplatz dem Quartier nicht gerade gut getan.
    Die Aufenthaltsqualität in der Altstadt, wie hier auf dem Jesuitenplatz, ist besonders hoch. Dennoch haben die Neuerungen rund um den Zentalplatz dem Quartier nicht gerade gut getan.
    Foto: Stephanie Mersmann

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    Händler klagen: Durch den "neuen" Zentralplatz und gerade auch durch die Clemensstraße wird die Altstadt vom Rest der Innenstadt abgeschnitten.

    "Wenn die Bebauung gut gemacht worden wäre, hätte der Zentralplatz Strahlkraft für alle gehabt. In der Umsetzung wurden aber alle Pläne über den Haufen geworfen", kritisiert Marc Ferdinand, Inhaber von Commes und stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft Altstadt-Carrée. Für die Altstadt sei es eine Katastrophe, dass die Clemensstraße zwischen Zentralplatz und Schängel-Center nun doch normal befahren wird. Und das Problem sieht er nicht darin, dass die Autofahrer die Sperrung nicht angenommen haben, sondern darin, dass die Clemensstraße von vornherein als Straße ausgebaut wurde und nicht als Teil einer Platzfläche. "Den Autofahrern wurde damit gesagt: Du darfst hier her" - auch als es noch verboten war. So wirke die Straße wie eine Barriere zur Altstadt.

    Marc Ferdinand vom Altstadt-Carrée
    Marc Ferdinand vom Altstadt-Carrée
    Foto: Stephanie Mersmann

    Eine kurzfristige Änderung erwartet Ferdinand hier nicht. Stattdessen müsste die Aufenthaltsqualität in der Altstadt erhöht werden, etwa durch Sitzgelegenheiten für die Kunden und einheitlich gestaltete Möglichkeiten, Fahrräder abzustellen. "Hier ist auch die Stadt in der Pflicht", betont der Geschäftsmann. Vor allem aber müssten die Geschäftsleute selbst ihre Hausaufgaben machen: "Wir müssen unsere Geschäfte fit machen, den Kunden einen Mehrwert und guten Service bieten." Dazu würde etwa auch ein Lieferservice für die Kunden gehören.

    Um im Wettbewerb zwischen den Quartieren, mit dem Internet und der Grünen Wiese zu bestehen, will die Altstadt auf ihre Stärken setzen. "Wir machen das, was wir besser können als die anderen. Und bei uns gibt es eine Mischung, die sie woanders nicht haben." Damit meint Ferdinand die Kombination aus Gastronomie und kleinen, individuellen Läden, die es ansonsten selten gibt. Für die Werbegemeinschaft ist die Altstadt der Teil von Koblenz, der die Stadt am meisten prägt. "Deswegen kommen die Menschen hierher", ist Ferdinand überzeugt, nicht unbedingt wegen der großen Filialisten, für die die Ladenflächen in den historischen Gassen aber ohnehin zu klein wären.

    Innerhalb der Altstadt setzt Ferdinand auf Gemeinschaft, "wir profitieren nur miteinander und voneinander". Das Altstadt-Carrée ist allerdings in erster Linie ein Zusammenschluss der Geschäftsleute aus Entenpfuhl, Firmungstraße und vom Jesuitenplatz. Die Ausweisung neuer Fußgängerzonen zum Beispiel wird in anderen Teilen der Altstadt, etwa an der Liebfrauenkirche, scharf kritisiert, während Ferdinand sie ausdrücklich begrüßt: "Wir können Parkplätze in der Altstadt nie als Pfund einsetzen. Es gibt viel zu wenige, und sie machen den Charme kaputt." In dem Quartier, ist er überzeugt, sollen die Leute lieber entspannt bummeln, als einen Parkplatz zu suchen. Die Kunden müssten sich allerdings noch umgewöhnen: Einen Rückgang hätten alle Händler gespürt, auch wenn es schwierig ist, die Effekte der Fußgängerzonen und des Zentralplatzes voneinander zu trennen, schließlich kamen beide Neuerungen in etwa zeitgleich.

    Konkurrenz innerhalb der Stadt sieht Ferdinand nicht, "wir haben alle ganz unterschiedliche Konzepte, und alle müssen sich anstrengen". Das Internet würde die Innenstadt natürlich schon Frequenz kosten, "ein Feind ist es aber nicht". Die Kunden wissen seiner Meinung nach die Vorzüge der Onlineshops und der Einzelhändler am Ort zu unterscheiden - und würden beide nutzen. Und Leute treffen könnte man in der Altstadt eindeutig besser als im Netz. "Das ist eine Chance für uns, und die müssen wir auch nutzen."

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