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Mülheim-Kärlich

Geldautomatensprengung in Mülheim-Kärlich: Täter verlassen Trümmerfeld ohne Beute

Andreas Egenolf

Die große Glasfront in Richtung Industriestraße ist komplett geborsten, überall liegen Glassplitter auf dem Boden verteilt. Die Wucht der Detonation hat sogar die Eingangstüren aus ihrer Verankerung gerissen. Das Innenleben des Geldautomaten baumelt größtenteils nur noch an der Verkabelung.

Die ganze Zerstörungswut zeigte sich am Sonntagmorgen im Gewerbepark Mülheim-Kärlich, nach dem wenige Stunden zuvor bisher unbekannte Täter einen Geldautomaten der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel in der Industriestraße in die Luft gesprengt hatten.  Foto: Sascha Ditscher
Die ganze Zerstörungswut zeigte sich am Sonntagmorgen im Gewerbepark Mülheim-Kärlich, nach dem wenige Stunden zuvor bisher unbekannte Täter einen Geldautomaten der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel in der Industriestraße in die Luft gesprengt hatten.
Foto: Sascha Ditscher

Die Täter, die am frühen Sonntagmorgen um 4.02 Uhr einen Geldautomaten Volksbank Rhein-Ahr-Eifel im Gewerbepark Mülheim-Kärlich in die Luft gejagt haben, haben augenscheinlich keine Rücksicht auf Verluste genommen. Genützt hat es ihnen scheinbar nur wenig. „Dank der in den Automaten verbauten Sicherheitsvorkehrungen konnte kein Geld entwendet werden“, erklärt Markus Müller, Vorstandsmitglied der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel, auf RZ-Anfrage, nachdem sich das zuständige Landeskriminalamt (LKA) hierzu nicht äußern wollte – ganz im Gegenteil zur Täterbeschreibung: Die Täter trugen laut LKA-Mitteilung Sturmhauben und schwarze Kleidung und flohen mit einem dunkelgrauen Pkw-Kombi über die Industriestraße im Gewerbepark Mülheim-Kärlich in Fahrtrichtung McDonald's. Zudem soll es sich einer Zeugenaussage zur Folge um drei bis vier Täter gehandelt haben.

Ob es unterdessen Zusammenhänge mit ähnlichen Taten in Rheinland-Pfalz gibt, dazu will das LKA aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nichts sagen. Der Verdacht liegt allerdings nahe, schließlich ist es nicht das erste Mal, dass es Täter auf Geldinstitute in diesem Jahr abgesehen haben. Bereits 16 Geldautomaten wurden bisher in Rheinland-Pfalz in die Luft gejagt, darunter auch Automaten in Höhr-Grenzhausen, Mayen und Kaisersesch. Im gesamten Jahr 2017 waren es 23 Fälle, hiervon blieb es 12 Mal nur beim Versuch.

Dass die Täter auch im jüngsten Fall in Mülheim-Kärlich ohne Beute abrücken mussten, führt Markus Müller auf die hohen Sicherheitsstandard der Bankautomaten zurück: „Bei unseren Geldautomaten setzen wir Geräte der neuesten Generation ein, die den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen und somit eine Sprengung deutlich erschwert wird.“ Während aus dem Automat kein Geld entwendet werden konnte, ist der Schaden am Gebäude immens. Das LKA spricht von einem Kollateralschaden von rund 114 000 Euro. Nachdem kurz nach der Tat am Sonntag die Kripo Koblenz den Tatort bereits untersuchte und am Montagabend die Polizei Andernach das Gebäude erneut näher unter die Lupe nahm, konnten die Aufräumarbeiten im Laufe des Montags bereits abgeschlossen werden. So schnell wie möglich soll die Renovierung der SB-Filiale starten. Wann die Kunden wieder Geld an Automaten der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel in Gewerbepark Mülheim-Kärlich abheben können, steht allerdings noch nicht fest. „Bis es soweit ist können Kunden in unserer Geschäftsstelle in der Kurfürstenstraße 16-18 in Mülheim-Kärlich Geld abheben sowie in der SB-Filiale in Kärlich am Raiffeisenplatz“, sagt Müller.

Für die Volksbank Rhein-Ahr-Eifel war es die erste Automatensprengung in ihrem Geschäftsgebiet. Nichtsdestotrotz weiß Vorstandmitglied Markus Müller um die weiterhin drohende Gefahr weiterer Sprengungen: „Wir schätzen das Risiko, dass es zu weiteren Sprengungen beziehungsweise Sprengversuchen kommt, als sehr hoch ein. Unsere Bank hat deshalb auch eine Gefahrenanalyse für unsere Geldautomaten vorgenommen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehört auch, dass wir bezüglich Präventionsmaßnahmen im ständigen Austausch mit der Polizei sowie dem Landeskriminalamt stehen.“ Wie genau diese Sicherheitsmaßnahmen aussehen, wollte Markus Müller gegenüber unserer Zeitung jedoch nicht erklären. Andreas Egenolf

Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Mainz unter der Rufnummer 06131/653.633 entgegen.

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