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    Fundkatzen: Das Tierheim gibt Tipps, was in einem solchen Fall zu tun ist

    Ein Herz für Tiere haben viele Menschen – und sehen sie ein Tier in Not, wollen sie helfen. So kommt es etwa, dass jedes Jahr zahlreiche Katzen im Tierheim abgegeben werden. Doch viele von ihnen sind nur vermeintlich herrenlos, haben in Wahrheit ein Zuhause. Wie sollten sich Tierfreunde verhalten, wenn sie eine Katze sehen, die ihnen heimatlos erscheint? Und wer kommt für Kosten auf, die entstehen? Eine Frage, mit der sich jüngst auch das Verwaltungsgericht auseinandersetzen musste, als sich eine Mayener Tierarztpraxis mit der Verbandsgemeinde Pellenz über Behandlungskosten für drei Fundkatzen stritt.

    Weniger Stubentiger als 2016 hat die stellvertretende Leiterin Johanna Schnürr im Koblenzer Tierheim dieses Jahr zu versorgen. Fundkatzen spielen in der Einrichtung eine große Rolle.
    Weniger Stubentiger als 2016 hat die stellvertretende Leiterin Johanna Schnürr im Koblenzer Tierheim dieses Jahr zu versorgen. Fundkatzen spielen in der Einrichtung eine große Rolle.
    Foto: Katharina Demleitner

    Eine typische Situation, die Johanna Schnürr, stellvertretende Leiterin des Koblenzer Tierheims, immer wieder geschildert wird, sieht so aus: Über Wochen kommt eine unbekannte Katze immer wieder zu einem fremden Haus, miaut jämmerlich, nimmt gerne Futter an. Irgendwann will sie auch in das Haus hinein. „Das bedeutet nicht, dass die Katze kein Zuhause hat“, warnt Schnürr. Verwildert oder nur verirrt? „Tatsächlich ist es sehr schwer, zu unterscheiden, ob eine Katze ein Freigänger ist, der draußen umherstreift, oder ob sie keinen Halter hat.“
    Eindeutiger Hinweis darauf, dass das Tier ein Zuhause hat, ist ein Chip oder eine Tätowierung im Ohr. Die in Vallendar ansässige Katzenhilfe Koblenz hat ein Lesegerät für die Ohrchips und berät Katzenfinder, wie weiter zu verfahren ist. Ein gepflegter Eindruck mit glänzendem Fell und vor allem ein zutrauliches Verhalten sind für die Katzenhilfe-Vorsitzende Katharina Lenhart Hinweise darauf, dass die Mieze nicht herrenlos ist.

    Verwilderte Katzen gibt es aber durchaus auch in Koblenz. Die allein lebenden Tiere haben keinen Menschenkontakt, lassen sich nicht anfassen, spucken und werden aggressiv. „Wildlinge sollte man nie mit der bloßen Hand anfassen, denn der Biss mit den nadelspitzen Zähnen ist wirklich gefährlich“, warnt Johanna Schnürr. Weil sich die obere Haut über der Bissstelle wieder schließt, kann ein gefährlicher Bakterienherd entstehen. „Das sollte man nicht unterschätzen und unbedingt behandelt lassen.“

    Die Gründe, warum eine Katze an fremden Türen kratzt, können vielfältig und auch mal ganz einfach sein: „Vielleicht kommt die Katze, weil ihr das Futter besser schmeckt als zu Hause“, so Schürr. Ihr Appell daher: Zunächst sollten Finder in der Nachbarschaft fragen, ob jemand der Halter ist.

    Wer verletzte oder kranke Tiere findet, kann über die gebührenfreie, europaweite Notrufnummer 112 mit der Tierrettung verbunden werden. Auch das Ordnungsamt, die Polizei oder die Feuerwehr vermitteln an das Tierheim weiter, das auch nachts Bereitschaft hat. Tiere, die gefunden werden, gelten als Fundsache und fallen daher in die Zuständigkeit der Kommunen. Das Koblenzer Tierheim informiert deswegen die Stadt über abgegebene Katzen und benachrichtigt sie auch, wenn sie wieder an den Besitzer zurückgegeben werden konnten. In diesem Jahr hat das Ordnungsamt bisher 53 gefundene Katzen erfasst, 18 konnten wieder nach Hause.

    Für die Unterbringung von Fundtieren zahlt die Stadt dem Tierheim einen Zuschuss. Dass jemand Katzen direkt beim Fundbüro abgibt, hat dessen Leiterin Renate Wulff übrigens noch nie erlebt. Sie werden in aller Regel im Tierheim abgegeben.
    Und lösen da durchaus auch ansehnliche Kosten aus – und das nicht nur, wenn Arztbehandlungen fällig werden. Auch so kann es teuer werden: Das Tierheim hatte kürzlich eine vermeintlich herrenlose Katze aufgenommen. Diese war eigentlich bei einer Betreuungsperson untergebracht, während der Halter Urlaub machte – dann dort aber ausgebüxt und war im Tierheim gelandet. „14 Euro Pflegegeld pro Tag wurden am Ende fällig, das war ein teurer Spaß“, so Schnürr.

    Herrenlos oder nicht: Das ist die Frage, an der sich auch entscheidet, wer für die Kosten aufkommen muss. Die Katzen, die im Tierheim landen, sind in aller Regel Freigänger, keine Wildlinge. Wenn Tiere aufgenommen und medizinisch versorgt werden müssen, übernimmt die Kosten zunächst das Tierheim. Steht der Halter fest, wird ihm die Summe in Rechnung gestellt: „Das läuft oft problemlos“, berichtet Schürr. Nur in wenigen Ausnahmefällen gebe es Theater mit dem Besitzer, zudem entstünden selten hohe Kosten, weil teure Blutuntersuchungen oder gar eine Operation selten nötig sind. „Angefahrene Katzen müssen oft eingeschläfert werden.“
    Sollte sich nicht feststellen lassen, wem das Tier gehört, ist die Stadt beziehungsweise die Kommune zuständig, wie die Verbandsgemeinde Pellenz in dem Fall, den jetzt das Verwaltungsgericht zu entscheiden hatte. In einer Tierarztpraxis waren Fundkatzen behandelt worden – und die Mayener Ärzte wollten die Kosten von der Verbandsgemeinde Pellenz ersetzt bekommen. Das Gericht gab ihnen Recht, weil es sich bei den Tieren eben nicht um verwilderte Katzen ohne Herrchen gehandelt habe, sondern nur um Ausreißer – und damit um Fundsachen, für die die Kommune zuständig ist.

    Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

    18 Fundkatzen sind wieder zu Hause

    Wer verletzte oder kranke Tiere findet, kann über die gebührenfreie, europaweite Notrufnummer 112 mit der Tierrettung verbunden werden. Auch das Ordnungsamt, die Polizei oder die Feuerwehr vermitteln an das Tierheim weiter, das auch nachts Bereitschaft hat. Tiere, die gefunden werden, gelten als Fundsache und fallen daher in die Zuständigkeit der Kommunen.

    Das Koblenzer Tierheim informiert deswegen die Stadt über abgegebene Katzen und benachrichtigt auch, wenn sie wieder an den Besitzer zurückgegeben werden konnten. In diesem Jahr hat das Ordnungsamt bisher 53 gefundene Katzen erfasst, 18 konnten wieder nach Hause. Für die Unterbringung von Fundtieren zahlt die Stadt dem Tierheim einen Zuschuss. Dass jemand die Stubentiger direkt beim Fundbüro abgegeben hat, hat deren Leiterin Renate Wulff noch nie erlebt. kde

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