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    KoblenzDrachen tanzen über der Festung

    Mit einem Drachenfest feiert Koblenz den Herbst - und Hunderte sind mit ihren Fluggeräten gekommen, um Wind und Regen zu trotzen.

    Hunderte von Drachenfreunden sorgten für reges Treiben am Himmel über der Festung Ehrenbreitstein. Mit dem „Herbstvergnügen und Drachenfest“ wurde der Saisonabschluss der Koblenzer Gartenkultur gefeiert.
    Hunderte von Drachenfreunden sorgten für reges Treiben am Himmel über der Festung Ehrenbreitstein. Mit dem „Herbstvergnügen und Drachenfest“ wurde der Saisonabschluss der Koblenzer Gartenkultur gefeiert.
    Foto: red

    Bis Windstärke 6 kann er seinen fliegenden Fisch in den Himmel aufsteigen lassen, sagt Wolfgang Grimsel. Dann kommt der riesige kunterbunte Drache, der vom Mund bis zur Heckflosse stolze 14 Meter misst, an seine Belastungsgrenze. Am Sonntag muss sich Grimsel deshalb kurz nach Mittag den mächtigen Böen geschlagen geben, die über das Festungsplateau des Ehrenbreitstein fegen. Der Riesen-Fisch muss landen. Wind haben sich Akteure beim großen Drachenfest auf dem Ehrenbreitstein ja gewünscht. Doch Petrus, so gesteht Grimsel, hat es heute "einfach etwas zu gut mit uns gemeint".

    Dennoch: Von der Veranstaltung ist der Gast aus Norddeutschland hellauf begeistert. "Tolles Ambiente, tolles Areal. Im nächsten Jahr sind wir wieder mit von der Partie", kündigt Grimsel an. Mit seiner Begeisterung steht er trotz der düstern Wolken und der vielen Regenschauer, die der Sonntag mit sich bringt, nicht alleine da. Hunderte von Drachenfreunden, Laien wie Profis gleichermaßen, lockt das Spektakel im Festungspark an, mit dem auch das Saisonende der Koblenzer Gartenkultur gefeiert wird.

    Zu den Profis zählt eine Freundesgruppe aus Frankfurt, Offenbach und dem Sauerland. Mit ihren "Revolution"-Drachen zaubern sie im Formationsflug regelrechte Pirouetten in den Himmel. "Wow. Das ist echte Flugkunst", sagt ein Zuschauer ganz fasziniert. Wie recht er hat, wird beim genauen Blick auf die Flugdrachen deutlich: Gleich mit vier Seilen werden die nämlich gesteuert.

    "Weil das bei der Einführung dieser Drachen 1989 eine Revolution war, haben die Drachen gleich auch diesen Namen bekommen", erklärt Stefan Engel, während er mit seinen Revolution-Drachen geschickt ein "Ball-Manöver" fliegt. Das bedeutet: Er lässt den Drachen einen Kreis fliegen. Dann folgt eine Kaskade um 90 Grad - stets im Gleichklang mit seinen vier Drachen-Kollegen, die neben ihm stehen und konzentriert ihre Himmelsgefährte manövrieren. Das schaut zwar spielerisch aus, ist es aber nicht, wie Engel gesteht. "Zwei Jahre braucht man schon an regelmäßiger Übung, damit man das so hinbekommt", sagt der Frankfurter.

    In unmittelbarer Nachbarschaft steigt derweil gerade ein überdimensionaler Pinguin in den Koblenzer Himmel, der sich dann einen kleinen Wettflug mit einem ebenso riesigen Delfin liefert. Es sind vor allem diese gigantischen Drachen, die am Sonntag die Blicke auf sich ziehen. Dabei ist auch im Kleinen viel Kreativität zu entdecken: Dort, wo zur Bundesgartenschau einst die Blumenhallen standen, schwebt am Sonntag ein Flugdinosaurier hinauf in die Wolken. Der ist zwar geschätzt "nur" etwa zwei Meter lang - wirkt aber nicht minder majestätisch.

    Und überhaupt: Am meisten Spaß macht es vor allem den kleinen Besuchern des Drachenfestes, selbst in die Pilotenrolle zu schlüpfen - auch wenn die "Laien"-Drachen nicht ganz so kunterbunt sind und eine nicht ganz so beeindruckende Spannweite aufzuweisen haben. Der fünfjährige Noah etwa, der mit seinen Eltern aus dem Westerwald extra zum Drachensteigen lassen nach Koblenz gekommen ist, ist dennoch zufrieden, als sein fliegender Halloween-Kürbis abhebt. "Höher, noch höher!", ruft der Knirps. Und der Wind tut ihm den Gefallen. hoa

    Drachenfreunde stürmen die Festung
    Koblenz
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