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Die Tür des Topmanagers Heske stand immer offen

Koblenz/Weißenthurm/Luzern – Gerade einmal 49 Jahre alt war Gerrit Heske, als er am vergangenen Samstag in seinem Haus in Luzern überraschend verstorben ist. Wahrscheinlich hatte er einen Herzinfarkt erlitten, als er auf dem Laufband zusammenbrach.

Gerrit Heske starb mit nur 49 Jahren.
Gerrit Heske starb mit nur 49 Jahren.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Ein Schock für seine Frau und seine beiden Kinder, für seine Freunde, Kollegen und Wegbegleiter – und ein großer Verlust für die Firma Ball Packaging, die auch in Weißenthurm Getränkedosen produziert und für die Heske seit 22 Jahren gearbeitet hatte.

Seine Tür stand jedem offen

"So eine Betroffenheit habe ich noch nie gesehen", sagt Wolfgang Hinkel, Geschäftsführer der Ball Trading GmbH Deutschland, im Gespräch mit der RZ. Gerade am Standort Weißenthurm kannten die Mitarbeiter Heske persönlich, was auch mit dessen Naturell zu tun hatte. Obwohl der Koblenzer eine Bilderbuchkarriere bis hin zum Senior-Vizepräsidenten des Konzerns hingelegt hatte und zuletzt weltweit für das Getränkedosengeschäft zuständig war, "stand seine Tür für jeden offen, egal, in welcher Position er war", sagt Hinkel. Immer sei Heske der geblieben, der er war. "Bei so einer vorbildlichen Karriere ist das nicht selbstverständlich."

Nachdem er Heske vor 30 Jahren beim Fußball kennengelernt hatte, vermittelte Hinkel ihm seinen ersten Aushilfsjob bei der damaligen Schmalbach-Lubeca AG, die später in Ball Packaging, einem weltweit führenden Getränkedosenhersteller, aufging. Nach seinem Studium zum Wirtschaftsingenieur stieg Heske zunächst im Technical Center der AG in Braunschweig ein, wechselte später nach Weißenthurm, dann als Präsident für Europa in die damalige Zentrale in Ratingen und vor eineinhalb Jahren schließlich in die neue Hauptverwaltung in der Schweiz.

Retter von Arbeitsplätzen in der Krise

Einen besonderen Bezug hatte er dabei stets zum Standort Weißenthurm. Hier hatte Heske entscheidend dazu beigetragen, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben, als im Jahr 2003 das Dosenpfand in Deutschland eingeführt wurde. Die Dosenwerke gerieten in diesem Zusammenhang stark unter Druck, die Produktion brach ein – auch in Weißenthurm, wo zurzeit rund 300 Personen arbeiten. Hier arbeitete Heske intensiv an einem Pfandsystem mit, erinnert sich Hinkel. Man überstand die Krise.

Auch sonst blieb Heske immer seiner Heimat verbunden. Mit EVM-Geschäftsführer Josef Rönz machte er bereits Abitur auf dem Asterstein – und fand einen Freund fürs Leben. "Gerrit war extrem sympathisch und beliebt. Er hinterlässt eine große Lücke", sagt Rönz. Hinkel ergänzt: "Früher habe ich gesagt, jeder Mensch ist zu ersetzen. Bei meinem Freund Gerrit habe ich Zweifel." Und der FC Germania Metternich trauert um einen leidenschaftlichen Fußballspieler, der schon für die TuS Koblenz auf dem Feld stand und zuletzt bei den Alten Herren des FC Germania spielte. "Wir verlieren mit Gerrit ein Mitglied, einen Unterstützer und einen Freund", schreibt der Verein auf seiner Homepage. Heske wird am Montag in Metternich beigesetzt.

Koblenz
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