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Koblenz

Caritas für Menschen in Beschäftigung "Carmen" in Koblenz feiert "Geburtstag"

Caritas für Menschen in Beschäftigung – kurz Carmen genannt – gibt vielen Betroffenen eine neue Chance. Und das bereits seit zehn Jahren.

Carmen ist in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv: Auch das Reparieren alter Fahrräder, das Aufarbeiten gebrauchter Kleidung für die Kleiderkammer und das Roden von Grundstücken gehören zum Repertoire der gemeinnützigen Gesellschaft.
Carmen ist in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv: Auch das Reparieren alter Fahrräder, das Aufarbeiten gebrauchter Kleidung für die Kleiderkammer und das Roden von Grundstücken gehören zum Repertoire der gemeinnützigen Gesellschaft.
Foto: Carmen

Schicksalsschläge, ein schwieriges soziales Umfeld, längere Krankheiten oder einfach die Kündigung im fortgeschrittenen Berufsleben: Es gibt viele Wege in die Langzeitarbeitslosigkeit. Ohne fremde Hilfe ist oft kein Wiedereinstieg möglich. Caritas für Menschen in Beschäftigung – kurz Carmen genannt – gibt vielen Betroffenen eine neue Chance. Und das bereits seit zehn Jahren. Jetzt wurde das "kleine Jubiläum" in der Zentrale der Tochter des Caritasverbandes Koblenz am Firmensitz "Im Acker" gefeiert.

Während Geschäftsführer Hermann Trapp optimistische Töne anschlug und Mitarbeiter ehrte, die seit genau einem Jahrzehnt mit dabei sind, zog Martina Best-Liesenfeld eine kritische Bilanz. Die Festrede der Direktorin des Koblenzer Caritasverbandes war ein Plädoyer für öffentlich geförderte Beschäftigungsgesellschaften und eine andere Bestandsaufnahme des gern gelobten deutschen "Jobwunders". Die Direktorin betonte, dass es für Langzeitarbeitslose immer schwerer werde, zurück ins reguläre Berufsleben zu kommen – und das, obwohl der Arbeitsmarkt relativ entspannt ist. Das heißt im Umkehrschluss: Integration und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sind vor allem Sache der gemeinnützigen Trägergesellschaften, die sich trotz gestiegener Herausforderungen mit sinkenden Etats abfinden müssen. Martina Best-Liesenfeld betonte, dass die Zuschüsse für die Träger in den vergangenen Jahren um 40 Prozent zurückgegangen sind.

Trotz der finanziellen Zwänge bewerten die insgesamt 72 festen Mitarbeiter, die übrigens sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, ihren Arbeitgeber gut. Eine interne Befragung ergab einen Notendurchschnitt von 1,85.

Carmen bietet die unterschiedlichsten Dienstleistungen an. Der Service reicht vom Hausmeisterdienst über Garten- und Landschaftsbau und Gebäudereinigung bis hin zum Catering. Darüber hinaus sind Mitarbeiter auch als Energieberater für sozial schwache Familien unterwegs. Und schließlich betreut die Gesellschaft auch das Schülerbistro im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium und den Kleiderladen in der Hohenzollernstraße. Erfahrene Fachanleiter wachen darüber, dass alles professionell erledigt wird. Und: Ein pädagogischer Dienst betreut die fest angestellten Mitarbeiter.

Pünktlich zum "Geburtstag" präsentierte die Gesellschaft, die auch von zahlreichen freien Mitarbeitern unterstützt wird, eine beeindruckende Zahl. Seit der Eröffnung 2003 haben insgesamt 5000 Frauen und Männer die Wiedereinstiegsangebote von Carmen genutzt. Der aktuellen Belegschaft rief David Langner zu: "Sie leisten gute, konkurrenzfähige Arbeit!" Der Sozialstaatssekretär wies darauf hin, dass sich Unternehmen wie Carmen sehr wohl am Markt behaupten können und einen wichtigen volkswirtschaftlichen Beitrag leisten. David Lagner hatte aber auch ein Geschenk dabei – einen Umschlag mit der Zusage, dass das Land fünf zusätzliche Stellen fördert.

Reinhard Kallenbach

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