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Koblenz

Café Rheinanlagen: Noch immer ist alles offen

Die Situation rund um das Café Rheinanlagen ist unübersichtlich, die Gerüchteküche brodelt. Die Gegner des Planes, auf dem Areal ein Hotel zu errichten, machen nach wie vor mobil, um das aus ihrer Sicht überdimensionierte Bauvorhaben zu verhindern.

Das Café Rheinanlagen im Sommer 2011: So ähnlich könnte es dort ab Mai wieder aussehen.
Das Café Rheinanlagen im Sommer 2011: So ähnlich könnte es dort ab Mai wieder aussehen.
Foto: Reinhard Kallenb

Koblenz – Die Situation rund um das Café Rheinanlagen ist unübersichtlich, die Gerüchteküche brodelt. Die Gegner des Planes, auf dem Areal ein Hotel zu errichten, machen nach wie vor mobil, um das aus ihrer Sicht überdimensionierte Bauvorhaben zu verhindern. Ihr Argument: Größe und Gestaltung des geplanten Objektes haben aus ihrer Sicht das Potenzial, den Welterbestatus des Mittelrheintals zu gefährden.

Offiziell hat sich in den vergangenen Monaten wenig verändert. "Der Bebauungsplan hat weiterhin Bestand" teilte denn auch die Stadtverwaltung auf Anfrage der RZ mit. Es ist genau der Plan, mit dem auch die Bürgerinitiative leben könnte. Doch die Sorge der Gegner, dass die bislang durch reduzierte Bauvolumina geprägte Vorgabe ersetzt werden könnte, ist alles andere als unbegründet. Auch die Verwaltung bestätigt, dass Investor Kenan Tayhus, der das Hotel im Rahmen einer eigens gegründeten GmbH realisieren will, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan initiiert hat. Über diesen könne derzeit nicht beschieden werden, weil Unterlagen und Nachweise fehlen. "Die städtebauliche Relevanz dieses vom rechtsverbindlichen Bebauungsplan abweichenden Projektes kann noch nicht eindeutig beurteilt werden", teilte die Stadtverwaltung wörtlich mit.

Offenbar zeigt das von der Bürgerinitiative Bebauungsplan 126 in Auftrag gegebene Gutachten Wirkung. Denn Prof. Dr. Christoph Fritz kommt in seiner Stellungnahme vom 12. November zu einem für den Investor unerfreulichen Ergebnis: "Das städtebauliche Konzept, das dem Bebauungsplan zugrunde liegt, kann durch den geplanten Neubaukomplex nicht entsprochen werden." Der Experte aus Darmstadt betont auch, dass der Hotelneubau städtebauliche Fehlentwicklungen noch verstärken wird. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich seit einigen Tagen die Ortstermine häufen, zuletzt auf Initiative der BIZ-Fraktion.

Und was sagt der Architekt? Alexander von Canal, der seine aktuellen Pläne eigentlich zeitnah der Öffentlichkeit präsentieren wollte, wartet jetzt erst einmal die Ergebnisse ab. Er möchte nichts zeigen, was vielleicht nach den Beratungen im Fachbereichsausschuss IV überholt sein könnte. Und eine Entscheidung kann dauern. Derzeit werde noch "über die städtebauliche Erforderlichkeit einer Planänderung und deren Konsequenzen vorberaten", heißt es aus dem Rathaus. Weiter teilte die Stadt mit: "Ob, wann und wie ein Aufstellungsbeschluss für ein Bauleitplanverfahren in den Gremien dann beraten und beschlossen wird, kann daher verwaltungsseitig nicht prognostiziert werden." Das klingt fast so, als würden die Verantwortlichen auf Zeit setzen. Im Sinne des Investors ist das freilich nicht. Trotz der für ihn derzeit ungünstigen Ausgangslage zeigte sich Kenan Tayhus im Gespräch mit der RZ sehr entspannt. Nach seinen Angaben sind die Auseinandersetzungen mit Immobilieneigentümern in der Adamstraße beigelegt.

"Alle haben unterschrieben", so Kenan Tayhus wörtlich, der die ganze Aufregung nicht verstehen kann und durch die Planänderung keine Nachteile für das bereits vorhandene Hotel sieht. "Ganz im Gegenteil. Wenn wir fertig sind, werden sie dort mehr zu tun haben als vorher", so der Großgastronom, der sich vor allem über eines ärgert – die Geschichten, die derzeit über seine Pläne rund um das Objekt kursieren.

Das Gerücht, er wolle gar nicht bauen und das Grundstück verkaufen, weist Kenan Tayhus entschieden zurück – ebenso den Vorwurf, er wolle im Mai gar nicht aufmachen. Kenan Tayhus betont, dass Café und Biergarten – der Verpflichtung der Stadt gegenüber entsprechend – öffnen werden. Einen Restaurantbetrieb wird es allerdings nicht geben. Nach eigenen Angaben müsste Tayhus dann bis zu 400 000 Euro investieren. Und dazu ist er angesichts der völlig offenen Situation nicht bereit.

Von unserem Redakteur Reinhard Kallenbach

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