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Bendorf

Bendorf: Pendlern droht bereits die nächste Baustelle

Damian Morcinek

Die Megabaustelle auf der L 306 zwischen den Bendorfer Stadtteilen Sayn und Stromberg war noch nicht beendet, da stand bereits fest: Pendlern werden sich in Bendorf in absehbarer Zeit mit einer anderen Großbaustelle rumärgern müssen. Betroffen ist dieses Mal die Hauptverkehrsader der Stadt: die Bundesstraße 413 (Koblenz-Olper-Straße). Was der zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) sich dort vorgenommen hat, darüber hat die RZ mit Martin Riehl, dem Fachgruppenleiter Straßenbau beim LBM Cochem-Koblenz gesprochen.

Zwischen der Einmündung Schlossstraße (L 306) und dem Kreisel an der Brauereistraße befindet sich die stark in Anspruch genommene Koblenz-Olper-Straße in keinem guten Zustand. Mehrfach, so berichtet der Fachgruppenleiter, hat der LBM Hinweise von Anliegern auf Fahrbahnabsackungen erhalten. „Die sind teilweise so tief, dass Hauswände dreckig werden, wenn Autos durch Pfützen darin fahren“, betont Martin Riehl. Aus diesem Grund soll die Bundesstraße teilweise auf einer Länge von etwa 700 Metern saniert werden. Kosten: voraussichtlich 250.000 bis 300.000 Euro.

Als passender Zeitraum für die Bauarbeiten sind die Sommerferien 2018 bei einem Verkehrskoordinierungstermin zwischen LBM, der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Vertretern der Stadtverwaltung Bendorf und weiteren Beteiligten festgelegt worden. Dann, wenn erfahrungsgemäß weniger Verkehrsteilnehmer auf den Straßen unterwegs sind, werden sich diese mit einer voraussichtlich vier Wochen andauernden Baumaßnahme und entsprechenden Umleitungen arrangieren müssen. Positiv: Es nur eine Seite der Fahrbahn saniert werden. Nämlich jene Fahrspur, die von der Schlossstraße in Fahrtrichtung Brauereistraße führt. „Die andere Seite befindet sich noch in einem guten Zustand – auch, weil dort immer Autos parken“, sagt Riehl. Weniger angenehm wird es hingegen für Autofahrer, die aus Sayn in Richtung Innenstadt fahren wollen. Denn: Es wird eine halbseitige Sperrung ohne Ampelregelung geben. „Wir werden den Verkehr innörtlich umleiten. Jedoch steht die endgültige Verkehrsführung noch nicht fest.“ In Richtung Sayn ist es hingegen vorgesehen, dass die Autofahrer in einer Einbahnregelung an der Baustelle vorbeigeführt werden.

Grundsätzlich, so heißt es seitens des LBM, wäre eine Verkehrsregelung mit Ampel in diesem Fall auch möglich. Aber: Gegenüber der Einbahnregelung würden sich erhebliche Nachteile ergeben. „Für diese Situation wäre eine 3-Phasen-Ampel mit langen Wartezeiten erforderlich“, betont Riehl. Denn zu beiden Seiten der Baustelle gibt es keine geeigneten Aufstellflächen für den an der Ampel wartenden Verkehr, da sich an einem Ende der Baustelle eine Ampelkreuzung und am anderen Ende ein Kreisel befinden. Gepaart mit den langen Wartezeiten und dem hohen Verkehrsaufkommen in diesem Bereich, würde sich der Verkehr laut LBM in mehrere Richtungen zurückstauen. Bei der Einbahnregelung sei hingegen nicht mit Verkehrsstau zu rechnen. „Außerdem würde sich die Bauzeit bei einer Verkehrsführung mit Ampelschaltung deutlich verlängern, da die Baustelle in mindestens zwei Bauabschnitte aufgeteilt werden müsste“, erläutert Martin Riehl.

Von unserem Redakteur Damian Morcinek

Verkehrsbehinderungen ärgern Händler und Kunden

Nicht nur Pendler dürften sich angesichts der nächsten Großbaustelle an einer wichtigsten Verkehrsadern in Bendorf, der Koblenz-Olper-Straße (B 413) ärgern, auch Händlern und ihren Kunden treibt die angekündigte Maßnahme schon jetzt Sorgenfalten auf die Stirn. Denn was es heißt, eine Baustelle dieser Art quasi vor der eigenen Ladentür zu haben, wissen die Mitglieder von „Aktiv Sayn“, der Interessengemeinschaft von Gewerbetreibenden, nur zu gut. Schließlich gehen damit erhebliche finanzielle Einbußen einher. Die Gesamtmenge der Baustellen, so sagen sie im Gespräch mit der RZ, bringe sie in existenzielle Nöte.

„In mir Kochen die Emotionen. Wir brauchen eine Pause“, sagt der Vorsitzende Henning Deuster, der die Schloss-Apotheke betreibt. Zu sehr hat die knapp 17-monatige Sperrung der L 306 den Sayner Händlern zugesetzt. Zu viele Kunden sind fern geblieben. „Wir haben hier Einbußen zwischen 20 und 40 Prozent gegenüber 2015/2016“, betont seine Vorstandskollegin Kathrin Pieler. Die Augenoptikerin hat nach eigenen Angaben zuletzt rund 70.000 Euro in ihr Unternehmen investiert. Von allein und ohne Kunden, so sagt sie, refinanziert sich das nicht. Und das betrifft letztlich nicht nur Sayner Gewerbetreibende, betont Deuster. Auch auf die Bendorfer Innenstadt haben die Baustellen Auswirkungen, das hätten ihm Kollegen der Werbegemeinsaft Blickpunkt Bendorf berichtet. „Wirtschaftlich gesehen wird es auch die Stadt Bendorf treffen“, prognostiziert Deuster. Denn geringe Einnahmen bedeuten eben auch geringe Gewerbesteuern.

Dass die Bundesstraße im Sommer mehrere Wochen lang einseitig gesperrt werden soll, ist Kathrin Pieler ein Dorn im Auge. „Ich frage mich, wie gerade ältere Kunden im geplanten Einbahnstraßenverkehr zu mir kommen sollen.“ Eine Regelung mit Ampelschaltung wäre den Händlern da schon lieber.

Grundsätzlich, so betonten die Vertreter der Werbegemeinschaft, geht es ihnen aber nicht darum, die notwendigen Baumaßnahmen zu verhindern. Im Gegenteil: „Wir freuen uns, dass die was gemacht wird“, betont Deuster. Allerdings würden sie sich wünschen, verstärkt in Terminabsprachen einbezogen zu werden. Denn schließlich wird das nicht die letzte Baustelle in Sayn bleiben. Der Bau eines Kreisel am „Fillingers Eck“ soll folgen – laut Landesbetrieb Mobilität allerdings nicht vor 2019.

Damian Morcinek

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