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Bendorf

Bendorf: Geplante Hort-Schließung empört Eltern

Die angekündigte Schließung des Hortes in der Kindertagesstätte „Haus des Kindes“ (HadeKi) sorgt für Ärger in Bendorf. Die Stadt verweist auf weitergehende Planungen.

Gemeinsam kämpfen (von links) Yvonne Dum, Mutter eines Hortkindes, Christina Geissler und Carina Krings vom HadeKi-Elternausschuss um den Erhalt des Horts.
Gemeinsam kämpfen (von links) Yvonne Dum, Mutter eines Hortkindes, Christina Geissler und Carina Krings vom HadeKi-Elternausschuss um den Erhalt des Horts.
Foto: Elternausschuss

Eltern wehren sich vehement dagegen, dass Schulkinder mit dem Ende des laufenden Kita-Jahres nicht mehr im HadeKi betreut werden können. Auch die geplante Umstellung der Verpflegungsform stößt auf heftige Kritik. Die Stadt führt nicht nur Kostengründe an, sondern verweist auf die Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes für die Betreuung aller Kinder in Bendorf. Beabsichtigt ist dabei, den Hort direkt an den Grundschulen anzusiedeln.

Carina Krings ist empört. Die Nachricht, dass die Hortgruppe am HadeKi zum nächsten Kita-Jahr geschlossen werden soll, hat die Vorsitzende der Elternausschussvertretung „doch ziemlich überrascht“. Wie viele andere Mütter sei sie auf den Hort angewiesen, „denn ohne wäre eine regelmäßige Ausübung des Berufs gar nicht möglich“. 20 Schulkinder werden in der Einrichtung an der Mühlenstraße von montags bis freitags bis 17.30 Uhr betreut und können an einem Ferienprogramm teilnehmen. Zudem soll die bisherige Frischküche von einem günstigeren Caterer abgelöst werden. Die Eltern kritisieren, die Kostenaufstellung der Stadt sei nicht korrekt, und erklären sich zudem bereit, für frische, gesunde Nahrung mehr als bislang zu bezahlen. Um zu verhindern, dass der Hort schließt, hat der Elternausschuss eine Online-Petition gestartet und sammelt im Internet Unterschriften von Unterstützern. Aktuell sind es rund 400.

Die Verwaltung ihrerseits ist gerade dabei, ein umfassendes Gesamtkonzept für die Kinderbetreuung in Bendorf zu erarbeiten. Die ursprünglich für den 26. September angesetzte Stadtratssitzung, in der eine Entscheidung zur Schließung des Hortes fallen sollte, ist deswegen auf den 7. November verschoben worden. „Wir arbeiten derzeit an einer detaillierten Planung für alle Kinder“, erklärt Büroleiter Thomas Gutfrucht auf Anfrage. Die Schließung des Hortes sei nur ein Teil des Konzeptes. In aktuell laufenden Gesprächen mit den Leitern der Medardus- und der Bodelschwingh-Schule würden der Bedarf geklärt und Möglichkeiten gesucht, die Grundschulkinder direkt an den Schulen zu betreuen, indem die dort vorhandenen Angebote erweitert und flexibler gestaltet werden. „Wir sind noch in der Entscheidungsfindung“, betont Gutfrucht. Es gehe grundsätzlich um die Bendorfer Bedarfsplanung.

Zum November 2016 hatte das Kreisjugendamt Mayen-Koblenz 59 fehlende Kita-Plätze festgestellt. Die Stadt reagierte darauf mit der Einrichtung einer provisorischen Kita in Mülhofen und beschloss den Neubau einer sechsgruppigen Kita am Lohweg. Doch auch, wenn diese Einrichtung öffnet, fehlen weiterhin mindestens 13 Plätze für Kinder unter drei Jahren. „Die Frage ist, wie dem Bedarf in Stromberg gerecht werden kann und wie es mit der vorübergehenden Kita in Mülhofen weitergeht“, erklärt der Büroleiter und fügt hinzu: „Das ist ein Riesenthema, da geht es nicht nur um den Hort.“

Für den sieht der CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Helling auf Dauer keine Zukunft, weil die Betreuung nicht nur 20, sondern allen 570 Grundschulkindern in Bendorf zur Verfügung stehen müsse. Diese sollte an den Schulen angesiedelt sein. Die SPD will dagegen der Schließung des Hortes nicht zustimmen, solange es kein garantiertes Alternativangebot gibt. „Erst, wenn eine andere Betreuung umgesetzt ist, wird der Hort überflüssig“, erklärt Fraktionsvorsitzender Manfred Bauer, der grundsätzlich begrüßt, dass Bürgermeister Michael Kessler die Diskussion um die Betreuungsproblematik angestoßen hat. Seine Forderung: Zur Finanzierung von Plätzen müssen eventuell andere große Projekte gestreckt werden.

Die Grünen lehnen dagegen die Schließung ab, wollen „im Gegenteil den Hort erweitern“, sagt Fraktionschef Thomas Beckgerd. Diesen an den Schulen anzusiedeln, um Kosten zu sparen, hält er für eine „Milchmädchenrechnung“ und nur vorübergehend machbar. „Die Betreuungseinrichtungen insgesamt müssen breiter aufgestellt werden“, so Beckgerd.

Ihr endgültiges Betreuungskonzept für alle Bendorfer Kinder will die Stadt nun im November vorlegen. Dann soll auch über die Schließung des Hortes im Haus des Kindes entschieden werden. Für Carina Krings ist jedoch klar: Der Hort darf nicht in Konkurrenz zur Ganztagsschule treten, sondern muss als Betreuungsform erhalten bleiben.

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

Die Online-Petition des Elternausschusses ist im Internet unter www.change.org unter „Wir wünschen uns ein familienfreundliches Bendorf“ zu finden.

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