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    Umfrage: Buga-Idee stößt im Mittelrheintal auf große Zustimmung

    Eine tolle Idee, einfach super. Die Idee, 2031 die Bundesgartenschau in der gesamten Unesco-Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal zu platzieren, kommt bei Bürgern und Machern im Welterbetal durch die Bank sehr gut an, ergab eine Befragung unserer Zeitung.

    Boppard ist nach Koblenz und Rüdesheim in punkto Tourismus die bedeutendste Stadt im Welterbetal.
    Boppard ist nach Koblenz und Rüdesheim in punkto Tourismus die bedeutendste Stadt im Welterbetal.
    Foto: Thomas Torkler

    Von unseren Reportern

    Umfrage
    Wird Bundesgartenschau 2031 das Mittelrheintal erblühen lassen?

    Beete und Blütenpracht: Innenminister Roger Lewentz kann sich im Jahr 2031 eine Bundesgartenschau (Buga) rund um die Loreley vorstellen. Er will so die Entwicklung des Mittelrheintales voranbringen.

    abstimmen Ergebnis

    Skepsis gibt es nicht gegenüber dem Vorhaben, allenfalls gegenüber der Planung einer solchen Mammutveranstaltung. "Davon würden alle im Tal profitieren, und die Gäste machten die Erfahrung: Der Rhein ist traumhaft schön, spricht Gisela Christ aus Boppard vielen Menschen aus dem Herzen. Für den Bopparder Peter Sander rechtfertigt allein schon die Vorstellung, dass jede Kommune und sämtliche Organisationen zum Mitmachen gezwungen wären, das Vorhaben einer das gesamte Welterbetal umspannenden Buga.

    Eine Bundesgartenschau wäre ein geeigneter Hebel, um Kirchturmdenken im Tal zu überwinden, an einem Strang zu ziehen und eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Über die Richtigkeit dieser Aussagen gibt es keinen Zweifel unter den von uns Befragten. Aus Sicht der Touristiker ist das Mittelrheintal auch heute schon ein Magnet. "Die Gäste sind gegenüber der Region positiver eingestellt als wir", sagt Stefan Rees, Leiter der Tourist-Info Boppard. Negative Rückmeldungen von Touristen gibt es kaum, allenfalls wegen des Bahnlärms, sagt Rees, der aber auch ein ums andere Mal die Erfahrung macht, dass viele Gäste mit der Loreley, so wie sie ihnen begegnet, nichts anfangen können. "Die Menschen kommen hauptsächlich wegen der schönen Landschaft", ist Rees überzeugt. Und die erfahren sie am besten bei einer Schiffstour.

    Touristiker haben Kirchturmdenken längst aufgegeben

    Mit dem Vorwurf, jeder im Tal koche sein eigenes Süppchen, kann Rees nicht viel anfangen. "Wir Touristiker haben das Kirchturmdenken schön längst aufgegeben." So präsentiere sich Boppard gemeinsam mit Bingen, Rüdesheim oder Lahnstein auf Publikumsmessen, häufig auch unter dem Dach des Romantischen Rhein. "Dass wir Welterbe sind, ist auf den Messen stets der Türöffner." Auch für Rees wäre natürlich eine gemeinsame Buga ein weiterer Schritt nach vorne. Zur Organisation sollte man auf bestehende Organisationsstrukturen zurückgreifen. Ein Andocken an den Zweckverband wäre aus seiner Sicht nicht verkehrt.

    Mit der Buga bestens vertraut ist Lena Höver, Stadtmanagerin und Leiterin der Touristinfo Oberwesel. Hat sie doch 2010 zur Verstärkung des Buga-Teams in Koblenz angeheuert und hautnah erfahren, welchen Schwung die Bundesgartenschau ans Rhein-Mosel-Eck gebracht hat. "Die Buga hat die ganze Stadt zusammengeschweißt und wirkt bis heute nach." Deshalb ist sie sicher, dass eine Bundesgartenschau im gesamten Welterbetal zu einer Zusammenarbeit noch nie gekannten Ausmaßes führen würde - und das wie in Koblenz weit übers Buga-Jahr hinaus.

    Welterbegärten als Grundlage für ein Buga-Konzept

    Um im Welterbetal eine Bundesgartenschau zu organisieren, muss man nicht bei Null anfangen, sagt Irene Busch, Leiterin des Kulturhauses Oberwesel. Sie schlägt als eine Art Grundgerüst für die Buga vor, die 30 existierenden Welterbegärten, allein vier davon hat Oberwesel vorzuweisen, zu vernetzen. Die Rheinuferanlagen, Biotope wie der Grünstreifen entlang der Oberweseler Stadtmauer und die alten Burggärten könnten in das Buga-Konzept eingebunden werden. Für Irene Busch ist die Buga 2031 eine großartige Idee. Aber bei ihr macht sich auch etwas Skepsis breit: "Das Tal ist doch sehr weit auseinandergezogen."

    Auch Doris Gawel vom Bopparder Hotel Bellevue hält die Idee für sehr gut, sie zweifelt aber daran, dass nach Koblenz 2011 schon 20 Jahre später eine weitere Buga in die Region kommt. Aber wenn das Tal den Zuschlag erhält, sieht sie für die Durchführung kein Problem. Auch sie könnte sich eine Vernetzung der Welterbegärten als wesentlichen Baustein vorstellen.

    Grundlegende Probleme des Mittelrheintals anpacken

    "Die Buga 2031 ist ein großes Ziel. Und ein großes Ziel muss auf gesunden Füßen stehen", sagt Frank Puchtler, Vorsitzender des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal. Puchtler möchte erst einmal herausfinden, welche Kriterien erfüllt werden müssen, und dann handwerkliche Vorlagen liefern. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Anmeldung als Buga sei dann, die Themen des Mittelrheintals in eine Gesamtkonzeption einfließen zu lassen. In diesem Zusammenhang kommt er auch auf die geplante Rheinbrücke bei St. Goarshausen/St. Goar zu sprechen, "denn die Buga findet auf beiden Seiten des Rheines statt".

    Die Rhein-Touristik Tal der Loreley unterstützt die Idee einer Buga 2031 im Mittelrheintal, dringt aber auf weniger Bahnlärm für mehr Touristen. "Visionen sind immer etwas Tolles, die braucht man auch", sagt die Geschäftsführerin der Rhein-Touristik Tal der Loreley, Claudia Schwarz. Zunächst müsse aber das Grundproblem gelöst werden.

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Sommerschatten bis zum goldenen Herbst Buga 2031: Auf dem Rhein sollen Gärten wachsen weitere Links
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