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    Energiewende im Hunsrück: Fronhofen freut sich auf Nahwärme

    Der Rhein-Hunsrück-Kreis kann nicht nur Windrad, sondern auch Nahwärme. Am Wochenende gab es in der 233 Einwohner zählenden Gemeinde Fronhofen in der Verbandsgemeinde Simmern den ersten Spatenstich für ein großes Nahwärmenetzwerk.

    Anlässlich des offiziellen Spatenstichs nahmen Verbandsgemeindebürgermeister Michael Boos, Günter Sehn (Erster Beigeordneter), Marc Meurer von der Energieversorgung Region Simmern (ERS), Bürgermeister Günter Steffens, ERS-Leiter Gerhard Wust, Paul Ngahan von der Energieagentur und der Fronhofener Planer Armin Joraschek die Schippe in die Hand.
    Anlässlich des offiziellen Spatenstichs nahmen Verbandsgemeindebürgermeister Michael Boos, Günter Sehn (Erster Beigeordneter), Marc Meurer von der Energieversorgung Region Simmern (ERS), Bürgermeister Günter Steffens, ERS-Leiter Gerhard Wust, Paul Ngahan von der Energieagentur und der Fronhofener Planer Armin Joraschek die Schippe in die Hand.
    Foto: Volker Boch

    Von unserem Chefreporter Volker Boch

    "Wir sind Pioniere", erklärte Michael Boos als Bürgermeister der Verbandsgemeinde beim Spatenstich. Das Wetter hielt an dem durchweg verregneten Tag, als Ortsbürgermeister Günter Steffens, Boos und die weiteren Beteiligten symbolisch zu Schippe und Spaten griffen, um das Projekt im öffentlichen Bewusstsein noch stärker zu verankern.

    "So ein großes Nahwärmenetz haben wir in unserer Verbandsgemeinde bislang noch nicht aufgebaut", sagte Boos. 35 Anschlussnehmer werden vom Start weg an dem neuen System teilhaben, weitere Haushalte könnten in der Zukunft folgen. "Wir betreten Neuland", so Boos.

    1800 Meter lange Leitung verteilt Energie im Dorf

    Auffällig ist zum einen die Dimension des neuen Netzes, das mit einer mehr als 1800 Meter umfassenden Leitungslänge die in zwei Holzhackschnitzelkesseln erzeugte Energie im Dorf verteilt. Bereits heute läuft eine kleine, im Grundsatz vergleichbare private Gemeinschaftsanlage im Dorf, die seit mehreren Jahren erfolgreich sieben Haushalte versorgt: Diese Anlage verwertet vor allem Restholz aus umliegenden Wäldern, das auf diese Weise in einen wichtigen Kreislauf eingespeist wird.

    Zum anderen besticht das Fronhofener Projekt durch seine gemeinschaftliche Ausrichtung. Neben der späteren Nutzung ist das gesamte Projekt ein Werk vieler Beteiligter. "Das Netz ist dank eines großen Engagemenst der Gemeinde und der Bürger zustande gekommen", lobte Boos. "Wir können hier ein gutes Beispiel sehen, was bürgerliches Engagement bewegen kann." Dank eines großen Anteils an Eigenleistung dürften die Kosten der Anlage letztlich lediglich rund 800.000 Euro betragen. "Das ist ein super Preis", sagte Boos.

    Fronhofener stemmen viel in Eigenleistung

    Ortsbürgermeister Günter Steffens dankte den Fronhofener Bürgern herzlich und sprach insbesondere Armin Joraschek seinen Dank aus, der als Mitbürger ehrenamtlich die komplette Planung übernommen und damit zu einer enormen Kostensenkung beigetragen hatte. "In dieses Heizhaus ist außerdem viel Arbeit in Eigenleistung eingeflossen", sagte Steffens mit Blick auf die bereits vorhandene Bodenplatte, auf der in den kommenden Wochen das Herzstück der Fronhofener Anlage entsteht. Läuft alles nach Plan, soll das Nahwärmenetz noch in diesem Jahr an den Start gehen.

    Anlagenbetreiber wird die Energieversorgung Region Simmern (ERS) sein, die als Eigenbetrieb der Verbandsgemeinde Simmern in verschiedene Projekte eingebunden ist, die in der Zukunft ans Netz gehen sollen. Das Fronhofener System ist das erste Projekt, das der Eigenbetrieb unter Federführung von VG-Werkleiter Gerhard Wust und Marc Meurer in dieser Form in Zusammenarbeit mit der Gemeinde umsetzt.

    Bürgermeister: "Behördliche Auflagen sind haarsträubend"

    Dahinter steckt neben allen planerischen, baulichen und technischen Details auch einige Arbeit am Schreibtisch. Denn sowohl ERS als auch die Gemeinde Fronhofen und die Verbandsgemeinde unterhalten seit geraumer Zeit einen intensiven Austausch mit übergeordneten Institutionen wie dem Mainzer Wirtschaftsministerium. Zwar hisst das grüne Ministerium seit 2011 klar die Segel für die Umsetzung der Energiewende, die Gemeinden könnten aber deutlich mehr Unterstützung bei konkreten Projekten vor Ort gebrauchen.

    "Was an behördlichen Auflagen gefordert wird, ist haaresträubend", sagte Bürgermeister Steffens in Fronhofen. "Das Ziel der Energiewende ist da noch nicht überall angekommen." Seit Monaten ist die Frage der Kreditfinanzierung noch nicht in Gänze geklärt, weil es bei den Förderrichtlinien keine übergeordnete Privilegierung für Projekte gibt. Die Verbandsgemeinde setzt darauf, dass es mit dem Wirtschaftsministerium eine schnelle Einigung gibt, damit weitere Projekte folgen können.

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