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    Ein Kastellauner will Deutscher Meister im Autopolieren werden

    Autos sind für Sascha Grobe mehr als nur ein Vehikel, um von A nach B zu kommen. Autos sind für ihn ein Stück Lebensgefühl. Seine Spezialität ist deren exklusive Aufbereitung. Er gilt als Experte, weit über die Region hinaus, wenn es um die Optik von Fahrzeugen geht. Am Samstag, 20. Februar, stellt er seine Qualifikation auf einen besonderen Prüfstand: Grobe nimmt an der dritten Deutschen Meisterschaft im Polieren im osthessischen Rotenburg an der Fulda teil.

    Mit viel Feingefühl und speziellen Werkzeugen widmet sich der Kastellauner Unternehmer Sascha Grobe dem empfindlichen Lack des schwarzen, PS-starken Ferrari California T. Am Wochenende stellt er sich der bundesweiten Konkurrenz.
    Mit viel Feingefühl und speziellen Werkzeugen widmet sich der Kastellauner Unternehmer Sascha Grobe dem empfindlichen Lack des schwarzen, PS-starken Ferrari California T. Am Wochenende stellt er sich der bundesweiten Konkurrenz.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Reporter Werner Dupuis

    Die perfekte Optik eines Autos vergleicht Grobe mit einer Visitenkarte. Für ihn ist ein Automobil aber auch ein Wertgegenstand, der nicht nur optimaler technischer Wartung, sondern auch einer adäquaten Pflege bedarf.

    Autos faszinieren den 39-Jährigen schon seit seiner Kindheit. Nach der Schule absolvierte er eine Lehre als KFZ-Mechaniker. Er bildete sich weiter, machte seinen Meister als KFZ-Techniker und parallel dazu den Betriebswirt im Handwerk. 2007 begann er sich mit der Aufbereitung von Fahrzeugen zu beschäftigen, anfangs nach Feierabend.

    Adrettes Äußeres steigert die Verkaufschancen

    Die Resonanz und Wertschätzung der Kunden war so groß, dass er 2010 aus seinem Mechanikerjob ausgestiegen ist und sich auf die professionelle Fahrzeugaufbereitung spezialisierte. Er ging den Weg in die Selbstständigkeit in der Kastellauner Fordstraße. Zu seinen Arbeitsgebieten gehören die Oberflächenversieglung, Dellenentfernung und Lederreparaturen. Mit Ozonbehandlungen werden üble Gerüche eliminiert, mit Nano-Technik der Lack dauerhaft versiegelt.

    Zu Grobes Kunden gehören Autofans und -fetischisten sowie Leute, die ihre Autos veräußern wollen und sich durch hochglänzendes Blech, feine Armaturen und gepflegte Sitze höhere Preise und bessere Verkaufschancen erhoffen. Zu seinen Spezialitäten gehört die Aufarbeitung von Wohnmobilen. Für einen Landmaschinenhändler muss Grobe auch immer wieder die Kabinen von in Zahlung genommenen PS-strotzenden Traktoren auf Vordermann bringen. Auch in der Landwirtschaft steigert ein adrettes Äußeres die Verkaufschancen.

    Das Ganze ist ein Knochenjob. Beim Polieren des Lacks werden trotz des Einsatzes von Maschinen immer die gleichen Muskelpartien beansprucht. Gegen die einseitige Belastung hat er ein spezielles Trainingsprogramm, einmal in der Woche besucht er seinen Physiotherapeuten.

    Feingefühl und Erfahrung sind gefragt

    Die Deutschen Meisterschaften werden im Rahmen einer zweitägigen Fachmesse für Smart Repair veranstaltet. Neben dem perfekten Lackpolierer wird auch der beste Ausbeuler ermittelt. Aufgabe ist es, möglichst schnell und perfekt Motorhauben auf Hochglanz zu polieren, kleine Beulen und Hagelschäden mit speziellen Werkzeugen, ganz viel Feingefühl und Erfahrung zu beseitigen.

    Von einem Autovermieter werden für den Wettbewerb die gleichen Modelle zur Verfügung gestellt. Damit alle Teilnehmer die gleichen Bedingungen haben, sind Lack und Oberflächen gleich ramponiert. Die Autos weisen standardisierte Schäden auf. Um einen simulierten Hagelschaden zu beseitigen, müssen Dellen regelrecht herausmassiert oder herausgezogen werden. Bei der Poliermeisterschaft kommt es auf das Detail an. Bewertet wird von einer vierköpfigen Jury der Grad des Glanzes und die exakte Ausführung.

    Privat ist Grobe mit seiner Familie in einem aufgestylten VW-Bus und einem Touran unterwegs. Waschstraßen zur Reinigung seiner Vehikel sind absolut tabu. Sie könnten den Lack beschädigen, ausschließlich Handwäsche ist angesagt. Und während der Fahrt darf nur die dreijährige Tochter Nena mit Keksen krümeln.

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