40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RLZ Diez
  • » Stadt hat kein Geld: Campingplatz steht zum Verkauf
  • Aus unserem Archiv
    Diez

    Stadt hat kein Geld: Campingplatz steht zum Verkauf

    Die Stadt Diez verhandelt über den Verkauf des Campingplatzes an der Lahn. Das hat der Erste Beigeordnete, Edgar Groß, auf Anfrage bestätigt. Verhandlungspartner sind die bisherigen Pächter und Betreiber der Anlage, Monika Mohr und Ulrich Herschel. Bereits im Juni hatte der Stadtrat den Grundsatzbeschluss gefasst, den Campingplatz zu veräußern. Wann mit einem Vertragsabschluss zu rechnen ist, steht noch nicht fest. Die Pächter stehen nach eigenen Angaben aber Gewehr bei Fuß, um ihre schon lang gehegten Modernisierungspläne in die Tat umzusetzen.

    Bringt nach wie vor viele Gäste nach Diez, bietet in seiner Einrichtung aber nicht mehr den Standard, den viele Campingurlauber erwarten: der Diezer Campingplatz. Die bisherigen Pächter wollen das Gelände von der Stadt erwerben und den Investitionsstau selbst auflösen.  Foto: Uli Pohl
    Bringt nach wie vor viele Gäste nach Diez, bietet in seiner Einrichtung aber nicht mehr den Standard, den viele Campingurlauber erwarten: der Diezer Campingplatz. Die bisherigen Pächter wollen das Gelände von der Stadt erwerben und den Investitionsstau selbst auflösen.
    Foto: Uli Pohl

    Edgar Groß weiß um den dringenden Modernisierungsbedarf beim Campingplatz, dessen Einrichtung und Gebäude in die Jahre gekommen sind. Die Stadt als Eigentümer ist nach seiner Darstellung aber nicht in der Lage, dort zu investieren. Die Gespräche mit den Pächtern laufen schon seit vielen Jahren. Bereits 2012 drängten Mohr und Herschel die Stadt, einen langfristigen Pachtvertrag abzuschließen. Seinerzeit hatten sie angekündigt, selbst innerhalb von fünf Jahren rund 840 000 Euro in den Campingplatz investieren zu wollen und drängten auf einen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von mindestens 20 bis 25 Jahren, um den Platz eigenverantwortlich und nach eigenen Vorstellungen gestalten und betriebswirtschaftlich erfolgreich führen zu können. Auch die Höhe der Pacht stand seinerzeit zur Debatte.

    Doch der bis dahin auf fünf Jahre ausgelegte Pachtvertrag lief 2014 aus und wird seitdem Jahr für Jahr erneuert, eine zukunfts- und tragfähige Vereinbarung ist bislang nicht zustande gekommen. Jetzt soll das anders werden. Die Stadt will sich von dem malerisch an der Lahn gelegenen, rund 70.000 Quadratmeter großen Areal trennen. Ausschlaggebend ist nach Darstellung von Edgar Groß die Erkenntnis, dass die Stadt aufgrund ihrer finanziellen Probleme den Investitionsstau auf dem Campingplatz aus eigener Kraft in absehbarer Zeit nicht wird beseitigen können. „Das ist in dieser Größenordnung nicht zu finanzieren“, sagte der Beigeordnete. Auch vor dem Hintergrund steigender Ansprüche der Urlauber stehe ein Betrieb wie der Diezer Campingplatz quasi unter Zugzwang. Ein Verkauf der Fläche wird laut Edgar Groß aber zwingend an die Maßgabe gekoppelt sein, dass das Gelände dauerhaft als Campingplatz genutzt wird. Die Hochwasserlage schließt viele andere Nutzungsmöglichkeiten ohnehin von vorneherein aus.

    Monika Mohr und Ulrich Herschel haben auch gar nichts anderes vor. Sie wissen um die Vorzüge des Diezer Campingplatzes, seine hervorragende Lage entlang der Lahn und die prinzipiell gute Struktur des Geländes. Genauso ist ihnen aber bewusst, „dass das, was da ist, moderner und auch optisch ansprechender werden muss“, wie Mohr betont. „Mit ein bisschen Farbe ist es nicht mehr getan, irgendwann ist eine Renovierung fällig“, sagt die Pächterin am Ende einer Saison 2017, die wegen des Wetters – ähnlich wie bei den Freibädern – eher durchwachsen ausgefallen ist. Offizieller Saisonschluss ist Ende des Monats. Bis dahin wird sich daran wohl eher nicht mehr Gravierendes ändern.

    Wie es genau weitergehen soll und welche konkreten Renovierungsschritte zuerst angegangen werden sollen, mag Mohr noch nicht offenlegen. Noch sei schließlich nichts unterschrieben, sagt sie, geht von weiterhin „intensiven Gesprächen“ mit der Stadt aus und hofft am Ende auf eine für beide Seiten sinnvolle Vereinbarung.

    Die Vertragskonditionen sind also noch nicht im Detail geklärt, dennoch findet der geplante Verkauf bereits seinen Niederschlag im aktuellen Nachtragshaushalt, der am Montagabend den Haupt- und Finanzausschuss der Stadt passiert hat. Dort sind auch schon konkrete Zahlen nachzulesen. Als Kaufpreis wird im aktualisierten Haushaltsplan für 2017 eine Summe von 524.000 Euro angenommen. Umgekehrt werden dort auch schon die fehlenden Pachterträge verbucht, sollte es tatsächlich zu einem Verkauf kommen. Laut Verwaltungsvorlage wäre das ein Minderertrag in Höhe von 41.310 Euro.

    Wesentliche Änderungen zum ursprünglichen Haushaltsplanentwurf ergeben sich demnach unter anderem auch aus dem ebenfalls bereits im Juni vom Stadtrat beschlossenen Verkauf des Waldorfkindergartens und des Seminarhauses im Wilhelm-von-Nassau-Park. Hierfür ist ein Verkaufspreis in Höhe von 26.000 Euro bilanziert.

    Die deutlichste Veränderung im Etat ergibt sich jedoch durch Straßenausbaumaßnahmen im Schläfer, die 2017 nicht mehr begonnen werden können, weil die notwendigen Fördermittel ausgeblieben sind. Laut Edgar Groß sollen 820.000 Euro für das Vorhaben auch 2018 wieder veranschlagt werden – in der Hoffnung, möglichst bald in den Genuss von gut 540.000 Euro aus dem Investitionsstock des Landes Rheinland-Pfalz zu kommen.

    Von unserem Redaktionsleiter Hans Georg Egenolf

    Fehlbetrag verringert sich

    Wesentlich geringere Ausgaben und mehr Einnahmen als am Anfang des Jahres geplant zwingen Städte und Gemeinden dazu, einen Nachtragshaushalt aufzustellen und zu verabschieden. Das muss jetzt auch die Stadt Diez tun. Die Haushaltslage verbessert sich dadurch auf den ersten Blick, dies aber nur, weil zum Beispiel die Ausgaben für den Ausbau des Schläfers für 2017 entfallen.

    Das Vorhaben muss in den Folgejahren dennoch realisiert und finanziert werden. Ein Fehlbetrag bleibt im Ergebnishaushalt allerdings bestehen, vermindert sich um knapp 373.000 Euro auf nunmehr 2,16 Millionen Euro. Auch der Finanzhaushalt kann nur durch Kredite ausgeglichen werden. jgm

    Diez
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Regio-Reporterin
    Sabrina Rödder

    Regio-Reporterin

    Sabrina Rödder

    Mail | 0170/6137957

    Anzeige
    Regionalwetter
    Sonntag

    3°C - 5°C
    Montag

    3°C - 6°C
    Dienstag

    4°C - 7°C
    Mittwoch

    5°C - 7°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    epaper-startseite
    Anzeige