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Diez

Sachverständiger legt klare Beweise für Unfall vor

Ein 75 Jahre alter Fahrer ist kürzlich mit einem dreimonatigen Fahrverbot bestraft worden, weil er einen Wagen gerammt hatte und sich dann unerlaubt vom Unfallort entfernte. Gegen dieses Urteil ist nun Einspruch eingelegt worden, was eine eine neue Verhandlungsrunde verursacht hat. An deren Ende zog der Verteidiger des Mannes – wahrscheinlich wegen der klaren Untersuchungsergebnisse eines Sachverständigen – den Einspruch zurück. Der Angeklagte darf sich daher ab sofort für drei Monate nicht hinters Steuer setzen.

Diez – Ein 75 Jahre alter Fahrer ist kürzlich mit einem dreimonatigen Fahrverbot bestraft worden, weil er einen Wagen gerammt hatte und sich dann unerlaubt vom Unfallort entfernte. Gegen dieses Urteil ist nun Einspruch eingelegt worden, was eine eine neue Verhandlungsrunde verursacht hat. An deren Ende zog der Verteidiger des Mannes – wahrscheinlich wegen der klaren Untersuchungsergebnisse eines Sachverständigen – den Einspruch zurück. Der Angeklagte darf sich daher ab sofort für drei Monate nicht hinters Steuer setzen.


Der 75-Jährige ist in einer engen Sackgasse mit seinem Ford rückwärts gefahren und soll dort einen geparkten Mini seitlich gestreift haben. Danach habe sich der Mann unerlaubt von der Unfallstelle entfernt. Die Besitzerin des Mini, die den Unfall nicht selbst beobachtete, hat sich an die Polizei gewandt und ein größeres Kunststoffteil vorgelegt, das sich später als Bruchstück aus der Plastikstoßstange des Ford entpuppte. Bei der Überprüfung des gesuchten Ford stellten die Beamten schnell fest, dass das Fundstück vom Unfallort genau in eine Lücke der Stoßstange passte.
„Ich habe nichts gehört und auch keinen Ruck gemerkt und mein Außenspiegel war auch nicht beschädigt“, erklärte der 75-Jährige. „Mein Auspuff war kaputt“, fügte er weiter als Begründung an. Er betonte, dass er auf das Autofahren nicht verzichten könne, da er seine deutlich jüngere Frau täglich zur Arbeit bringe.
Als Zeugen waren drei Polizisten geladen. Ein Beamter bestätigte, dass die Besitzerin des Mini die Beschädigung ihres Autos bei der Diezer Polizei meldete und dabei das Fundstück vom Unfallort vorlegte. Eines der Fotos von dem beschädigten Ford hat der Polizist in seinen Unterlagen mit dem Hinweis „Das kann man nicht übersehen“ kommentiert.
Eine Polizistin erinnerte sich an die Befragung des Angeklagten. „Er war keinesfalls alkoholisiert, aber sehr aufgeregt und zeigte einen starken Redefluss“, berichtete sie. Der Ford des Mannes habe einen sehr ungepflegten Eindruck hinterlassen. „Das Auto hatte zahlreiche Kratzer und war rundherum eingedellt“, erinnerte sich die Polizistin. Das mitgebrachte Plastikteil habe exakt in ein Loch der Stoßstange gepasst. Ein Kollege, der ebenfalls vor Ort war, bestätigte diese Aussage.
Die Besitzerin des Mini hatte in der vorherigen Verhandlung erklärt, dass sie den Unfall nicht gesehen habe. Da sich in der Sackgasse aber nur der Wagen den Angeklagten vor befand, habe die Vermutung nahe gelegen, dass er den Unfall ausgelöst hatte. Wegen der Beschädigung sind Reparaturkosten in Höhe von 3650 Euro entstanden.
Ein Sachverständiger legte dem Gericht seine Analysen vor. Anhand der Spuren an der Seite des Mini habe ihn der rückwärtsfahrende Ford gerammt. Dann müsse der Fahrer des Ford ein Stück nach vorne gefahren sein, was weitere Spuren in der Gegenrichtung verursacht hat. Ein Vergleich der beiden Fahrzeugtypen habe gezeigt, dass eine Kollision in etwa 60 Zentimetern Höhe zu den Schäden an beiden Wagen passt. Der Ford habe etliche Dellen sowie Verrostungen aufgewiesen. Bei dem herausgebrochenen Teil der Stoßstange habe es sich aber um eine sichtbar neue Beschädigung gehandelt, so der Sachverständige.
Er ließ außerdem keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte etwas von dem Zusammenprall habe mitbekommen müssen. „Sicher nimmt die Hörfähigkeit im Alter ab, aber nicht in dem Frequenzbereich, um den hier geht“, meinte der Sachverständige. Die kräftigen Kratz- und Reibegeräusche bei dem Zusammenstoß hätte eine kaputter Auspuff gar nicht überdecken können, so das Ergebnis. Außerdem habe der 75-Jährige die Kollision mit dem Mini spüren müssen, da das Aneinanderschrammen zweier Wagen nicht ohne ein seitliches Wanken möglich sei. Da der Angeklagte mehrfach beteuert hatte, dass er körperlich sehr fit sei, könne auch eine altersbedingte eingeschränkte Wahrnehmung kaum in Betracht kommen.
Nach dem Vortrag des Sachverständigen verlangte der Verteidiger, dass die Lebensgefährtin des Mannes vernommen werden soll. Nach einer Beratungspause war davon aber nicht mehr die Rede, da der Verteidiger den Einspruch gegen das Fahrverbot zurückzog. (ag)

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