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Holzappel

Mahlstrom Open Air: Nicht einfach eine Party, sondern ein Fest des Metals

Chiara Burgard

Laut, rockig, stimmungsgeladen: Zum ersten Mal startete am Freitagmittag das Metal-Festival „Mahlstrom Open Air“ (MOA) am Herthasee. Mit dabei waren Bands aus ganz Deutschland mit den Stilrichtungen Mittelaltermusik, Folk-, Pagan, Black-, und Deathmetal.

Die Band I.M.Nail gab alles: Beim ersten Mahlstrom Open Air Festival flogen die wilden Haare, es gab laute Musik und ganz viel Metal.  Fotos: Chiara Burgard
Die Band I.M.Nail gab alles: Beim ersten Mahlstrom Open Air Festival flogen die wilden Haare, es gab laute Musik und ganz viel Metal. Fotos: Chiara Burgard
Foto: Chiara Burgard

Die Besucher waren angereist aus den verschiedensten Orten von Holzappel über Köln bis nach Tübingen und feierten bis tief in die Nacht. Das Organisationsteam rund um Frederick Range, Geschäftsführer der Hornschleiferei in Holzappel, feierte gleichzeitig das zehnjährige Bestehen des Germanen-Shops.

Die Verantwortlichen sind froh, dass sie ein Festival dieses Ausmaßes am Herthasee ausrichten und auf die Unterstützung der Ortsgemeinde zählen konnten. Und so sieht das dann am Herthasee aus: Sie tanzen, sie pogen oder genießen die Musik einfach gemütlich sitzend mit Freunden – jeder MOA-Festivalbesucher ist anders. Aber was für den unerfahrenen Festivalbesucher so besonders ist: Alle verstehen sich untereinander. Es ist nicht notwendig, besonders rockig auszusehen oder eine wilde Frisur zu tragen – die Hauptsache ist: Es wird gefeiert.

Die Band Circus of Fools trat verkleidet als Horrorclowns und mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik im Gepäck aus. Sie ließ die Menge am Herthasee begeistert aufjubeln.
Die Band Circus of Fools trat verkleidet als Horrorclowns und mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik im Gepäck aus. Sie ließ die Menge am Herthasee begeistert aufjubeln.
Foto: Chiara Burgard

Wer bei den Songs der Bands lautstark mitsingt, findet unter den Massen mindestens eine weitere Person, die genauso abgeht und sofort wird gemeinsam die Lieblingsband angefeuert. Diese Idylle bemerken besonders die Bands, die erst auf der Bühne abliefern, anschließend selber mit den Festivalbesuchern feiern und andere Bands bejubeln.

Die Blackened Death-Metal Band Orcus Patera aus Mainz absolvierte ihren Auftritt schon am Freitag Nachmittag und ist begeistert von dem stimmungsvollen Publikum und der einwandfreien Organisation. Gitarrist Erik sagt: „Wir drücken den Organisatoren die Daumen, dass ein so tolles Festival mit dieser Location auch in Zukunft bestehen kann.“

Das Lob gegenüber den Veranstaltern wird auch im Gespräch mit anderen Bands deutlich. Die unverwechselbaren als Horrorclowns geschminkten Bandmitglieder der Gothic- und Metal-Band Circus of Fools hatten sich online auf die Festivalanzeige beworben und wurden von einer Gruppe Metal-Fans aus Holzappel gar als „absolutes Highlight des Festivals“ betitelt. Bei so viel Lob hat sich die gut dreistündige Anreise aus Tübingen für die siebenköpfige Band natürlich gelohnt.

Auch die härtesten Kerle wollen einfach mal chillen: Auf dem Festival war für die Metal-Fans von entspanntem Liegen bis wildem Toben alles möglich.
Auch die härtesten Kerle wollen einfach mal chillen: Auf dem Festival war für die Metal-Fans von entspanntem Liegen bis wildem Toben alles möglich.
Foto: Chiara Burgard

Die Sänger Caro und Tim erklären im Merchandise-Shop, warum sie sich als Clowns darstellen: „Es geht uns darum, der Welt einen Spiegel vorzuhalten. Wir spielen mit Ironie und Metaphern, um zu zeigen, wo uns das Verhalten der Menschheit hingeführt hat.“

Als The Legion: Ghost die Bühne betritt, stürmen Dutzende ins Partyzelt. Die Modern-Metal-Band ist bekannt für ihre intensiven und wilden Liveshows. Frontmann Kevin heizt die Menge ein und im Takt zur lauten Musik zeigt die Partymeute ihr „sign of the horns“: Die berühmten Teufelshörner, die im Metal mit der Hand geformt werden, gehören zu den Basics in der Musikbranche. Holzappel beweist: Der Ort kann auch Metal! Viele Einheimische genießen es, dass mal etwas Neues stattfindet und wollen Frederick „Fredo“ Range unterstützen. Sie loben ihn: „Er hat hier wirklich etwas auf die Beine gestellt. Natürlich kommen wir am Samstag wieder.“

Range selbst ist auch zufrieden: Sein Ziel war es, am Samstagabend 500 Menschen auf das Gelände zu locken. Lobende Worte gab es auch aus Sicht der Polizei: „Keine besonderen Vorfälle, alles ruhig“, lautete hier das Fazit.

Von unserer Mitarbeiterin Chiara Burgard

Diez
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