40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RLZ Diez
  • » Kaum Hochzeitsglocken: Noch kein Ansturm auf Ehe für alle
  • Aus unserem Archiv
    Rhein-Lahn

    Kaum Hochzeitsglocken: Noch kein Ansturm auf Ehe für alle

    Die Ehe für alle ist beschlossen. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wird festgeschrieben, dass auch schwule und lesbische Paare heiraten können. Die ersten Ehen von Homosexuellen sollen ab dem 1. Oktober geschlossen werden können.

    Gleichgeschlechtliche Eheschließungen: Noch ist die Nachfrage bei den Standesämtern im Kreis gering. Foto: dpa
    Gleichgeschlechtliche Eheschließungen: Noch ist die Nachfrage bei den Standesämtern im Kreis gering.
    Foto: dpa

    In dem neu gefassten Paragraf 1353 des BGB heißt es künftig: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“ Bislang können schwule und lesbische Paare lediglich eine eingetragene Partnerschaft eingehen, die in vielen Bereichen – etwa bei der Einkommensteuer – eine Gleichstellung mit der Ehe beinhaltet. Aber die Partnerschaften verfügen über kein gemeinsames Adoptionsrecht. Den Standesämtern wurde eine dreimonatige Vorbereitungszeit eingeräumt, um ab Oktober die ersten Eheschließungen zu ermöglichen. Aber nicht nur neue Paare mit Ehewunsch werden zukünftig gleichgestellt. Auch wer sich bereits nach altem Modus das Jawort für eine Verpartnerung gegeben hat, kann die neue Gesetzgebung für sich in Anspruch nehmen. Allerdings blieb der große Ansturm auf die „Ehe für alle“ im Rhein-Lahn-Kreis bisher aus. Die RLZ hat bei den Standesämtern im Landkreis nachgefragt.

    In Nassau gibt es keinen Ansturm auf die neue Ehe Gleichgeschlechtlicher: „Ich denke, die Nachfrage wird sich im Vergleich zu den bisher zu schließenden Lebenspartnerschaften kaum verändern. Diese war auch in der Vergangenheit sehr zögerlich“, berichtet Martinus Steinhäuser, der Abteilungsleiter der Ordnungsverwaltung und Standesbeamter der Verbandsgemeindeverwaltung Nassau. Allerdings sind ihm zwei Lebenspartnerschaften bekannt, die in eine Ehe umgewandelt werden können. Eine davon wird konkret im Oktober entsprechend bereits geschlossen.

    Einen Anstieg an Nachfragen kann man auch bei der Verbandsgemeinde Diez bisher nicht verzeichnen: „Bisher haben wir für die Zeit nach dem 1. Oktober eine Anfrage vorliegen“, teilt Standesbeamtin Iris Drieschner mit.

    In Katzenelnbogen ist der große Ansturm ebenfalls bisher ausgeblieben. „Es gab bisher eine Nachfrage über die gesetzlichen Änderungen, aber keine speziellen Terminanfragen“, erklärt Standesbeamtin Petra Apel. „Wir haben in den letzten Jahren sehr wenige Lebenspartnerschaften eingetragen, im Höchstfall waren es zwei Lebenspartnerschaften in einem Jahr, oft auch keine: 2016 keine, 2015 zwei, 2014 keine; 2013 eine, 2012 keine, 2011 keine, 2010 keine; 2009 eine“, zählt sie dazu auf.

    In Nastätten ist wie in den anderen Verbandsgemeinden „aufgrund des Gesetzes über die Ehe für alle keine Veränderung von Anfragen im Standesamt spürbar“, teilt der Standesbeamte Alexander Lehn mit. Die Anmeldungen seien mit den Vorjahren zu vergleichen, in denen es zwei bis vier Anmeldungen zur Begründung einer Lebenspartnerschaft pro Jahr gegeben hat. Allerdings wurde hier „die Nachfrage über die Umwandlung einer bestehenden Lebenspartnerschaft in eine Ehe vermehrt gestellt“. Das Standesamt konnte dazu aber noch keine genaueren Auskünfte erteilen, da die Anfragen noch vor dem erstellten Gesetzesentwurf eingegangen sind. Daher wurde die Anfrage nach einer Umwandlung vom Standesamt festgehalten und „nach Inkrafttreten des Gesetzes mit den Bürgern erneut Kontakt aufgenommen“, so Alexander Lehn.

    Im Standesamt der VG Bad Ems gibt es bislang keine Nachfrage nach einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung. Auch hier erfolgte lediglich eine Vorsprache in Bezug auf die Umwandlung einer schon geschlossenen Lebenspartnerschaft in eine gleichgeschlechtliche Ehe. Auch in der Vergangenheit seien hier nur sehr wenige Lebenspartnerschaften geschlossen worden, erklärt der Standesbeamte Thomas Gohmann. In Lahnstein gibt es keine Nachfrage nach gleichgeschlechtlichen, aber „das könnte sich ändern, wenn es ab dem 1. Oktober 2017 nicht mehr die Möglichkeit der eingetragenen Partnerschaft, sondern nur noch die Ehe gibt“, vermutet Alexandra Schäfer von der Stadtverwaltung. Pro Jahr gab es bei der Stadt Lahnstein bisher etwa ein bis zwei Anfragen zu Verpartnerungen: 2014 zwei, 2015 zwei, 2016 keine, 2017 eine .

    In Hahnstätten gab es bislang ebenfalls keine Nachfragen, wie Klaudia Klöppel von der Verwaltung mitteilt. In der Verbandsgemeinde Loreley gab es bis jetzt keine Anfragen. Im letzten Jahr gab es dort eine Eintragung einer Lebenspartnerschaft, für 2017 keine.

    Von unserer Redakteurin Dagmar Schweickert

    Diez
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Regio-Reporterin
    Sabrina Rödder

    Regio-Reporterin

    Sabrina Rödder

    Mail | 0170/6137957

    Anzeige
    Regionalwetter
    Montag

    2°C - 6°C
    Dienstag

    4°C - 6°C
    Mittwoch

    6°C - 7°C
    Donnerstag

    5°C - 10°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    epaper-startseite
    Anzeige