40.000
Aus unserem Archiv
Eisighofen

Hochbetrieb in Backstuben: Brezeln für leckeren Schulstart

Zum Schulstart gibt es traditionell süße Brezeln für die i-Dötzchen. Die Öfen in den Backstuben der Region laufen dafür auf Hochtouren.

Von unserer Redakteurin Dagmar Schweickert

Nummer 38 von 40 ist fertig und Kai Rücker hat die Freude am Flechten immer noch nicht verloren: Mit Schwung schnappt er sich den nächsten Hefeteigbatzen, formt in Windeseile drei schmale Stränge auf der Holzarbeitsfläche und fängt so schnell an zu flechten, dass es schwierig ist, ein Foto zu machen.

„Das Problem hatten die vom SWR auch mal, als sie hier waren und eine Reportage drehen wollten. Ständig hieß es, ich solle langsamer arbeiten, aber das kann ich gar nicht“, lacht Rücker. Der 43-jährige Bäckermeister arbeitet seit 28 Jahren in Betrieb seiner Familie, den er seit 2009 in fünfter Generation leitet. Unterstützt von seiner Frau und seiner Mutter sowie zwei Aushilfen stemmt er in Handarbeit den Ansturm auf die traditionellen Schulbrezeln, während gleichzeitig der alltägliche Betrieb in der Backstube und im Verkauf weiterläuft.

Acht Tage vor der Einschulung bekommt er die Bestellungen der Eltern. Morgens um drei Uhr geht der Marathon dann für ihn los: Ab in die Backstube, Teig vorbereiten. Pro Brezel verbraucht er 2250 Gramm Teig. Nach dem Backen bleiben davon stolze 1800 Gramm zum Verzehr übrig. Im Laufe des Tages verarbeitet Rücker bei bis zu 40 Schulbrezeln also 90 Kilogramm Teig. Ihm macht das nichts aus. Unablässig rollt er, flechtet und zaubert aus dem gut 1,30 Meter langen Zopf mit gekonntem Schwung, einmal links, einmal rechts, die bekannte Brezelform. Hier und da gibt es Sonderwünsche: Nussbrezel, Schokobrezel, aber das Gros sind es dann doch die klassischen Brezeln, die den Start in den Schulalltag versüßen.

Die fertig geformte Brezel muss dann noch kurz ruhen, wird glasiert und kommt dann bei 210 Grad für 20 Minuten in den Ofen. Verziert mit Schleifen, die für Jungen und Mädchen natürlich unterschiedlich sind, und versehen mit kleinen Namensschildern gehen die Brezeln dann in einer großen Lieferung an die Schule. Dort bekommen die i-Dötzchen nach der offiziellen Einschulungsfeier ihre Brezeln im Klassenzimmer überreicht. „Normalerweise geht dabei nichts mehr schief“, so Kai Rücker, der längst nicht mehr weiß, wie viele Brezeln er zur Einschulung im Laufe seines Bäckerlebens für die Kinder aus dem Einrich, aus Laufenselden und Aarbergen schon gemacht hat.

Während die Kinder und meist auch ihre Eltern dem ersten Schultag gespannt und nervös entgegenfiebern, bleibt der Bäckermeister ganz gelassen. „Das ist mittlerweile richtig gut organisiert: Die Schulen erinnern die Eltern daran, die Brezeln frühzeitig zu bestellen und achten darauf, dass auch Familien mit Migrationshintergrund, die die Tradition eventuell noch nicht kennen, darüber informiert werden, damit die Kinder sich nicht als Außenseiter fühlen.“ Durch die genauen Namensliste und die zentrale Lieferung in die Schule entfalle für die Familien auch der Stress, die Brezeln persönlich abzuholen.

Kurzfristige Nachbestellungen gibt es bei ihm kaum, allerdings hat ihn ein Anruf am Vorabend der Einschulung doch noch überrascht: „Da hat jemand gefragt, ob ich noch schnell eine Torte in Schultütenform hinkriege“, berichtet Rücker. „Das kriege ich auch noch hin, allerdings habe ich zumindest darum gebeten, dass die dann wirklich erst nach dem Mittag abgeholt wird, wenn wir mit allem anderen durch sind.“

Diez
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
Anzeige
Regionalwetter
Freitag

18°C - 32°C
Samstag

18°C - 29°C
Sonntag

17°C - 30°C
Montag

17°C - 30°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
epaper-startseite