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Diez

Alarmplan: Was passiert, wenn die JVA Diez brennt?

Andreas Egenolf

Es war kein sonderlich großer Feuerwehreinsatz, der vor etwas mehr als einer Woche in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Diez erforderlich war. Doch gerade durch den Einsatzort war es kein alltäglicher Brand. Aber was bedeutet ein Feuer innerhalb der Gefängnismauern überhaupt für die Sicherheit der Gefangenen und Bediensteten?

Wenn es brennt, dann muss die Feuerwehr möglichst schnell an den Einsatzort kommen. Damit das in der Justizvollzugsanstalt Diez trotz strenger Sicherheitsmaßnahmen gelingt, gibt es eigens einen Alarmplan, der solche Ereignisse abdeckt. Foto: Andreas Egenolf
Wenn es brennt, dann muss die Feuerwehr möglichst schnell an den Einsatzort kommen. Damit das in der Justizvollzugsanstalt Diez trotz strenger Sicherheitsmaßnahmen gelingt, gibt es eigens einen Alarmplan, der solche Ereignisse abdeckt.
Foto: Andreas Egenolf

Wie wird verhindert, dass einer der Insassen die Ausnahmesituation für einen Fluchtversuch nutzt? Und was muss die Feuerwehr während eines Einsatzes in der JVA beachten? Wir haben nachgefragt.

Das Feuer, welches Donnerstag vor einer Woche in einem Schlosserbetrieb in einer Werkhalle auf dem JVA-Gelände ausgebrochen war, wurde nach Angaben der Anstaltsleitung durch starke Rauchentwicklung festgestellt. „Möglicherweise war durch Funkenflug eine Filterkassette einer mobilen Absauganlage in Brand geraten“, erklärt Anstaltsleiter Josef Maldener den möglichen Grund für den Brandausbruch. Der brennende Filter wurde umgehend aus der Werkhalle getragen und dort von einem Bediensteten gelöscht. Die Feuerwehr wurde zusätzlich alarmiert, da die Werkhalle stark verraucht war und entlüftet werden musste. Nach Kohlenmonoxid-Messungen sowie einer Überprüfung der Räumlichkeiten mittels Wärmebildkamera konnten die Räume der Schlosserei letztlich wieder freigegeben werden.

Gefangene in sichere Bereiche gebracht

Von all dem bekamen die Gefangenen innerhalb der JVA am unmittelbaren Ort des Geschehens nur wenig mit. Sie waren zuvor bereits in sichere Bereiche der JVA gebracht worden. „Die in dem Betrieb eingesetzten Inhaftierten waren zeitnah in ihre Hafträume verbracht und anschließend der medizinischen Abteilung vorgestellt worden“, beschreibt Maldener das Prozedere. Das alles war Teil eines speziell auf die Anstalt zugeschnittenen Alarmplans, der unter anderem Regelungen für den Brandfall vorsieht. Ein Aspekt hierbei: Die Inhaftierten im Alarmfall schnellstmöglich in nicht gefährdete Bereiche bringen. Damit hierbei kein Gefängnisinsasse auf falsche Gedanken kommt und ein mögliches Durcheinander während eines Brandes zum Ausbrechen nutzt, hat die JVA-Leitung ebenfalls vorgesorgt: Spezielle Sicherheitsvorgaben für das Personal sind Bestandteil des Alarmplans. Wie diese im Detail aussehen, will Anstaltsleiter Josef Maldener allerdings nicht erläutern, um die Sicherheit der JVA nicht zu gefährden oder mögliche Ausbruchspläne zu begünstigen.

Sicherheitsaspekte

Für die Feuerwehren gelten während eines Einsatzes im Innern der JVA Diez ebenfalls entsprechende Sicherheitsaspekte, die beachtet werden müssen. „Das gilt insbesondere dann, wenn gefährdete und angrenzende Bereiche noch nicht evakuiert sind“, sagt Maldener. Die Anstalt müsse auch in solchen Situationen sicherstellen, dass kein Inhaftierter entweiche. „Es besteht insoweit nicht per se durchgängig freie Zufahrt bis zur Brandstelle. Es können nicht alle Türen und Tore gleichzeitig offengelassen werden.“ Durch entsprechenden Personaleinsatz werde sichergestellt, dass die betroffenen Türen und Tore der JVA geöffnet und wieder verschlossen werden, wenn es zu Einsätzen von Feuerwehren, Notärzten und Co. komme. „Das Personal ist hierauf eingestellt, sodass keine unnötigen Verzögerungen entstehen“, versichert Maldener.

Feuerwehr gut vorbereitet

Außerdem kommen die Floriansjünger keineswegs unvorbereitet zu Einsätzen auf das Gelände der JVA in Diez. „Es findet jährlich eine Übung mit der örtlichen Feuerwehr statt, die auch über entsprechende ,Feuerwehrpläne' verfügt. Mit den Örtlichkeiten und den besonderen Gegebenheiten ist die Feuerwehr vertraut.“ Dass solche regelmäßigen Übungen durchaus ihren Zweck erfüllen, hat sich nicht erst am vergangenen Donnerstag gezeigt. Bereits Anfang Februar 2016 ereignete sich ein Schwelbrand in der Lüftungsanlage der JVA-Schreinerei sowie Ende Juli 2017 in einem Technikraum im Hafthaus. Zu größeren Schäden kam es nicht.

Von unserem Reporter Andreas Egenolf

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