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Bad Neuenahr

Vertagt: Entlastung für Vorstand und Aufsichtsrat

Mit einer Vertagung der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft (AG) Bad Neuenahr für das Geschäftsjahr 2013 endete die achtstündige Hauptversammlung der AG im Kurhaussaal.

Bürgermeister Guido Orthen bei der Aktionärsversammlung.
Bürgermeister Guido Orthen bei der Aktionärsversammlung.
Foto: Hans-Jürgen Vollrath

Es war der Tag der Vorhaltungen und Abrechnungen. Einmal mehr im Mittelpunkt stand die Schließung der Ahr-Thermen zum Jahresende 2013. Die, so AG-Alleinvorstand Christoph Reinicke, sei längst überfällig gewesen. 30 Millionen Euro hätten die Aktionäre in den Ahr-Thermen in den vergangenen zwei Jahrzehnten versenkt. Für die Schließung erhielt er Beifall von den Aktionären, für die Art der Schließung nicht. Den Schwarzen Peter schob Reinicke jedoch der Stadt zu, die es versäumt habe, sich rechtzeitig zu kümmern. „Letztlich haben wir mit der Stadt hart verhandelt, und ich reibe mir jetzt nicht die Hände", erklärte Reinicke. Und er schien sogar einen Schritt auf die Stadt zuzugehen. „Die Stadt braucht uns", sagte er. Zu einem „und wir brauchen die Stadt", war er jedoch nicht bereit.

Aber auch die Stadt, mit 27 Prozent größter Einzelaktionär der AG – bei Abstimmungen der Interessengemeinschaft (IG) von Aktionären der Aktiengesellschaft (53 Prozent) jedoch hoffnungslos unterlegen – war nicht gekommen, um das Kriegsbeil mit AG, IG und Vorstand zu begraben. Im Gegenteil. Der Sprecher der Stadt, der Bonner Anwalt Thomas Heidel, warf der Aktiengesellschaft vor, Tafelsilber verscherbelt zu haben, um nicht auch 2013 tiefrote Zahlen schreiben zu müssen. Doch noch mehr als die desaströsen Bilanzen der AG beschäftigten Heidel die Vorgänge hinter den Kulissen. Er sprach von Kungelei, von Machenschaften und von Millionenschäden, die die Interessengemeinschaft der Aktionäre der AG über Jahrzehnte zugefügt habe.

Auf Antrag der Stadt – und weil sich die IG bei der Abstimmung enthalten hat – werden jetzt Sonderprüfungen vorgenommen: Ist der AG durch die Schließung der Ahr-Thermen Schaden entstanden, den Vorstand und Aufsichtsrat zu verantworten haben? Wurden der Spielbank, die wiederum Mitgliedern der IG, die auch im Aufsichtsrat der AG sitzen, zu großen Teilen gehört, unentgeltlich Mieträume überlassen und ist der AG so ein Schaden entstanden? Zudem wurde ein Anwalt bestellt, der prüfen soll, ob Regressansprüche gegen ehemalige und aktuelle Aufsichtsrats- und IG-Mitglieder geltend gemacht werden können.

Mit dem Antrag, auch die seit 1969 für die AG tätigen Abschlussprüfer austauschen, scheiterte die Stadt jedoch. Und lieferte dafür selbst die beste Vorlage: Heidel schlug ausgerechnet das Tochterunternehmen einer Beratungsfirma vor, die in vergangenen zwei Jahren rund 530 000 Euro Beratungsgelder bei der AG kassierte, und dafür keine Leistungen erbracht habe, wie Stadt und AG-Vorstand zuvor gemeinsam festgestellt hatten.

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