40.000
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Teures Projekt trotz klammer Kasse

Die Kasse ist zwar leer, und Schulden gibt’s auch, aber der Kesselinger Gemeinderat denkt zukunftsorientiert. Er will in die Infrastruktur des Ortes investieren.

Die Kasse ist zwar leer, und Schulden gibt’s auch, aber der Kesselinger Gemeinderat denkt zukunftsorientiert. Er will in die Infrastruktur des Ortes investieren.

Die geplante Sanierung und mögliche Erweiterung des „Alten Pfarrhauses“ in Kesseling war Hauptthema während der jüngsten Bürgersprechstunde sowie während der sich anschließenden Sitzung des Kesselinger Gemeinderates. Für rund 1,8 Millionen Euro soll das im 8. Jahrhundert errichtete Kloster renoviert sowie ein Anbau für Feste errichtet werden. Während sich ein Teil der Kesselinger Bürger im eigens gegründeten Förderkreis engagiert und sich Gedanken über Aussehen und Nutzen des Großprojektes macht, stößt das Vorhaben bei anderen Teilen der Bevölkerung auf erhebliches Unverständnis und Gegenwehr. Dies wurde auch während der Bürgerfragestunde im neuen Dorfgemeinschaftshaus deutlich.
„Allein im Ortsteil Kesseling kann die Gemeinde vier Bauwerke ihr Eigen nennen. Das jüngste Projekt, der Bau des Dorfgemeinschaftshauses, hat die Gemeinde rund 500 000 Euro gekostet,“ echauffierte sich ein Bürger. „Hier gibt es einen großen Saal für Feiern und Zusammentreffen. Warum soll jetzt für viel Geld am Pfarrhaus ein Anbau entstehen? Wer soll den angesichts der überalternden Bevölkerung in Kesseling denn noch nutzen, und, vor allem, wer soll ihn bezahlen?“, fragte er.
Dem halten die Ratsmitglieder entgegen: „Wir müssen unser Dorf attraktiv halten, müssen Anreize für Touristen, vielleicht sogar für junge Familien bieten, sich hier niederzulassen, sonst geht unser Ort zugrunde.“ Daher hält der Rat trotz desolater Haushaltssituation an dem Vorhaben fest. Die Gemeinde hat derzeit knapp 400 000 Euro Schulden. Ausschlaggebend für die Verwirklichung ist allerdings die Höhe der Zuwendungen, die für das Projekt gewährt werden. Der entsprechende Förderantrag samt dem Planungsentwurf muss bis zum 1. August vorliegen. Um den Antrag auf den Weg bringen zu können, gab der Rat während der Sitzung ein erforderliches Schallgutachten für 2200 Euro, die Ingenieurleistungen zur Tragwerksplanung (7600 Euro) sowie die Ingenieurleistungen zur technischen Ausrüstung des alten Pfarrhauses (8200 Euro) in Auftrag.
Darüber hinaus befasste sich der Rat mit dem geplanten Ausbau der Landesstraße 85. Sie soll innerhalb der Ortschaft bis auf eine Ausnahme eine Breite von 5,50 Metern erhalten. Der Gemeinderat befürchtet, dass sich die Verkehrsteilnehmer bei ausgebauter Straße nicht an die entsprechenden Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.
Daher formulierten die Ratsmitglieder an den für den Ausbau zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) die Bitte, die Ausbauplanung dahin gehend zu überarbeiten, dass eine deutliche Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt erreicht wird. Darüber hinaus stellten sie den Antrag, die Ortsdurchgangsgrenze in Fahrtrichtung Ahrbrück bis zum Ende des Baugebietes zu verschieben. ⋌(üll)

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