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Insul: Alte Gehöfte prägen das Ortsbild (18)

Die Ahr gab Insul seinen Namen: Der Ortsname, der in Urkunden auch mit „Esell", „Eßel", „Insel" und „Oesel" überliefert ist, geht auf den Begriff „Insel" zurück – wohl ein Hinweis darauf, dass die Ahr in früheren Zeiten in diesem Gebiet auch einen südlichen Flussarm hatte. Das kleine Dorf mit seinen unzähligen Fachwerkbauten ist ein Schmuckstück im Kreis Ahrweiler – und Ortsbürgermeister Ewald Neiß umso stolzer auf „seinen" Ort.

Malerische Häuser prägen das Ortsbild in Insul. Foto: Werner Dreschers
Malerische Häuser prägen das Ortsbild in Insul.
Foto: Werner Dreschers

Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

Insul zählt 511 Einwohner – Tendenz steigend. Seit 2009 haben sich 60 neue Bürger angesiedelt, und allein im vergangenen Jahr wurden zehn Babys geboren. Häuserleerstand gibt es in Insul nicht, auch für das älteste Häuschen finden sich stets schnell neue Bewohner. Und die stammen oftmals selbst aus Insul und kehren wieder zurück, um hier mit ihren Familien zu leben. „Das ist für unser Dorf was ganz Wichtiges", bekräftigt Neiß, „das Dorf lebt." Das zeigt sich auch am Vereinsleben: In Insul gibt es neben dem Sportverein auch ein Blasorchester und den Junggesellenverein, der alljährlich beim überregional bekannten Oktoberfest die Post abgehen lässt. „Nach München ist es das zweitgrößte Oktoberfest in Deutschland", weiß Neiß.

Foto: Werner Dreschers

Foto: Werner Dreschers

Für Veranstaltungen aller Art genutzt wird die Alte Schule aus dem Jahr 1910, die 2010/11 in mehr als 2000 Arbeitsstunden Eigenleistung zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wurde. In einem Bau dahinter sind der Jugendraum und Lagerräume für den Junggesellenverein und die Ortsgemeinde angesiedelt. Apropos Bauarbeiten: Derzeit ist die St.-Rochus-Kapelle dran. Sowohl von innen als auch von außen soll das kleine Gotteshaus in neuem Glanz erstrahlen. Die Sanierung tat Not. So sehr, dass der damalige Pastor Gebhard Lück unter dem Motto „Meine Kapelle braucht Hilfe" vor einigen Jahren eine Spendenaktion startete, die die Ortsgemeinde erfolgreich weiterführte. 30.000 Euro sind für die umfangreichen Sanierungsarbeiten eingeplant. „Jetzt sind wir fast durch", freut sich Ewald Neiß. Früher prägte die Landwirtschaft den Ort: Von 50 nach dem Zweiten Weltkrieg registrierten Häusern in Insul waren 49 Bauernhöfe. Diese Zeiten sind zwar lange vorbei, doch viele der alten Gehöfte gibt es immer noch – schön hergerichtet für modernes Wohnen. Nach der jüngsten Straßensanierung ist Insul barrierefrei. Infrastrukturell ist der Ort aber nicht in jeder Hinsicht gut versorgt: Es gibt zwar schnelles Internet, nach Geschäften sucht man aber vergebens. Wer zum Einkaufen nicht weit fahren will, kann sich jedoch von fahrenden Bäckern und rollenden Märkten versorgen lassen. Touristisch ist das Dorf dafür sehr gut aufgestellt: Insul ist Etappenziel des neuen AhrSteigs und verfügt über zwei Restaurants und ein Hotel an der Ahr, dazu gibt es etwa 15 private Ferienwohnungen.

Foto: Werner Dreschers

Foto: Werner Dreschers

An einem Wochenende im Sommer wird Insul zum Mekka der Motorradfreunde, denn dann ist das Dorf Station der Ausfahrt „Rund um Bad Münstereifel". Einen Namen hat sich Insul auch als Austragungsort von Downhillskaterrennen gemacht: Im vergangenen Jahr ging ein internationales Teilnehmerfeld bei der Europameisterschaft auf die Strecke zwischen Sierscheid und Insul. Kultureller Höhepunkt im Dorf ist das alljährliche Klezmer-Festival, das von Doris Schmitten organisiert wird. Auf ihre Initiative gibt es seit zwei Jahren auch einen öffentlichen Bücherschrank in Insul. „In Insul konnte früher jedes Kind schwimmen – durch die Ahr", erzählt Ortsbürgermeister Ewald Neiß. Mit dem Dorfschullehrer ging es damals zum Schwimmunterricht an den Fluss. An der „Rausch" – das Wehr, an dem bis heute Wasser für den Mühlenbetrieb abgezweigt wird – und an zwei weiteren Stellen flussaufwärts wird die Ahr noch heute als Badestelle genutzt. Auch ein Naturdenkmal hat Insul zu bieten: eine Felspartie an der Stelle, an der die Ahr vor der „Burg" – eine einstige altrömische Höhensiedlung in Richtung Schuld – einen Knick macht.

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